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Welpe liegt mit Welpenspielzeug auf Fell

Welpen alleine lassen: Ab wann, wie und wie lange?

Die Angst, zurückgelassen zu werden, ist Hundewelpen quasi in die Wiege gelegt. Denn für Welpen ist es überlebenswichtig, immer eng an ihrer Hundemama und den Rudeltieren zu bleiben. Alleine gelassen ist ein Welpe in der Regel nicht überlebensfähig. Nach den ersten 15 Wochen bei der Mutter übernimmst du die Verantwortung für den kleinen Hund. Der Ratgeber von Fressnapf gibt dir Tipps, wie dein Welpe Schritt für Schritt lernt, alleine zu bleiben.

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Warum Welpen Trennungsängste plagen

Üblicherweise kommt ein Welpe mit einem Durchschnittsalter von zwölf Wochen zu dir. Er verliert in diesem Moment das Geschwisterrudel und seine ihn umsorgende Hundemutter. Es liegt nun an dir, die Verantwortung für den Kleinen zu übernehmen und ihm Sicherheit, Futter und Zuneigung zu geben. Bereits zu diesem Zeitpunkt wird nämlich der erste Grundstein seiner Beziehung zu dir gelegt.

 

Um später einen gut sozialisierten Hund zu haben, achte darauf, dass der Welpe nicht zu früh von seiner Hundemutter getrennt wird. Eine Trennung mit acht Wochen kann beispielsweise spätere Verlustängste des Junghundes verursachen. Gleichfalls wichtig für die mentale Entwicklung des Welpen ist, dass der kleine Hund bis zu seiner 15. Lebenswoche nicht sich selbst überlassen wird.

 

Im neuen Zuhause angekommen, muss der Welpe zunächst seine erste Trennung verarbeiten – und sich an seine neue Bezugsperson oder Menschenfamilie gewöhnen. Alles ist für ihn neu, aufregend oder beängstigend zugleich. Ungewohnter Tagesrhythmus, Geräusche, Stimmen und Gerüche sind echte Schwerstarbeit für den kleinen Kerl. So muss der Welpe zuallererst Vertrauen zu dir aufbauen und sich an sich binden, bevor du überhaupt daran denken kannst, deinen kleinen Vierbeiner alleine zu lassen.

Die ersten Übungen, um alleine zu bleiben

Erst ab dem fünften Monat solltest du mit dem Training für das Alleinsein beginnen. Jeder Welpe reagiert anders, wenn seine Bezugsperson das Zimmer oder die Wohnung verlässt. Vielleicht hast du Glück und dein Kleiner rollt sich in seinem Körbchen zusammen und schläft. Dies ist aber eher die Ausnahme. Die meisten Welpen werden nervös, fangen an zu bellen oder winseln, und machen sich möglicherweise aus Frustration und Stressbewältigung an deiner Wohnungseinrichtung zu schaffen. Daher gilt es, die Übungen zum Alleinsein des Welpen behutsam anzugehen.

 

Bereits dein Gang zum Badezimmer lässt sich als eine erste Übung gestalten. Ziel dieser alltäglichen Übung ist es, deinem Welpen klarzumachen: „Ich gehe alleine in dieses Zimmer und kommen gleich wieder zurück.“ Für den Welpen sollte dieses „plötzliche Verschwinden“ seiner Bezugsperson zu einer Selbstverständlichkeit werden. Daher ist es von Bedeutung, dass du den Welpen vorher nicht beachtest. Lasse ihn beispielsweise mit seinem Spielzeug oder Kauknochen spielen und nutze diesen Moment dafür, um ganz unauffällig aus dem Zimmer zu gehen. So undramatisch, wie du verschwunden bist, so unauffällig solltest du auch erscheinen. Lasse dich auf keinen Fall zu einer Abschieds- oder Wiedersehenszeremonie verleiten, indem du den Welpen besonders knuddelst.

 

Eine weitere kleine Übung besteht daraus, dass du häufig die Zimmer wechselst, ohne dabei auf den Welpen zu achten. Der Kleine wird dir hinterherlaufen – und zwar nicht nur einmal. Wechsel so häufig die Räume, bis es dem Welpen keinen Spaß mehr macht, hinter dir herzutapsen. Wenn der Welpe es irgendwann akzeptiert, dass du dich in einem anderen Raum aufhältst, dann ist es Zeit für die nächsten Übungen.

Der große Schritt vor die Tür

Nun kannst du es wagen, deinen Welpen zum ersten Mal alleine zu lassen, indem du die Wohnung verlässt. Auch hierbei ist es sehr wichtig, dass du dich ganz unauffällig verhältst, ohne eine Abschiedsgeste oder Abschiedsworte an den Welpen zu richten. Ziehe die Wohnungstür hinter dir zu, bleibe kurz danach stehen und lausche auf die Geräusche deines Welpen. Wenn er sofort anfängt zu bellen oder zu jaulen, dann gehe wieder hinein, allerdings ohne ihn dabei zu beachten! In diesem Fall musst du noch einmal zu den Vorübungen zurückkehren und noch konsequenter mit ihm trainieren. Verhält sich dein Welpe jedoch ruhig, ist es an der Zeit, die Dauer des Fernbleibens zu erhöhen. Zunächst reicht es, wenn es beispielsweise nur das Müllhinausbringen ist, später kannst du die Haustreppe putzen und irgendwann ist auch ein kurzer Einkauf möglich.

 

Welpe liegt in seinem Welpenbett und kaut auf blauem Kauspielzeug

 

Wenn du bereits jetzt weißt, dass dein Hund nur zu bestimmten Tageszeiten länger alleine bleiben muss, so trainiere mit ihm das Alleinsein zu den gleichen Uhrzeiten. Damit lernt er, seine innere Uhr danach auszurichten – und wird viel ruhiger auf dein Wiederkommen warten können.

Wie lange kann man Welpen alleine lassen?

Auf diese wichtige Frage gibt es keine pauschale Antwort. Jeder Hund ist diesbezüglich anders. Gerade im Welpenalter gilt aber ganz klar: so kurz wie möglich! Denn Welpen haben generell kurze Schlaf- und Wachphasen und müssen sich schnell erleichtern. Sollte der Welpe zu häufig in deiner Abwesenheit wach werden und sich erleichtern müssen, dann kann dies zu einer dauerhaften Unreinheit des Hundes führen. Auch kann er sich aus Frust oder Angst heraus angewöhnen, Sofas und Tischbeine anknabbern. Unerwünschte Verhaltensmuster oder Angststörungen können eine Folge von zu langem Alleinsein im Welpenalter sein.

 

Bedenke, dass es auch für erwachsene Hunde nicht artgerecht ist, täglich über einen langen Arbeitstag alleine zu Hause gelassen zu werden. Bis fünf Stunden gelten dabei als Maximum.

 

Lies weiter im Fressnapf-Ratgeber “Hund alleine lassen“.

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