Milben beim Hund – Juckreiz richtig deuten und behandeln
28.08.2026 - Lesedauer: 6 Minuten

Milben lösen bei vielen Hunden einen starken Juckreiz aus und sollten umgehend tierärztlich behandelt werden.
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Ein starker Juckreiz beim Hund und häufiges Kratzen oder Reiben lässt die Alarmglocken vieler Hundefreunde aufschrillen: Milben beim Hund lösen äußerst unangenehme Symptome aus und können je nach Exemplar leider auch schnell auf Menschen und andere Tiere im Haushalt übertragen werden. Erfahre hier, wie du erkennst, ob dein Hund Milben hat und was du dagegen tun kannst.
- Welche Arten von Milben beim Hund gibt es?
- Symptome: Woher weiß ich, ob mein Hund Milben hat?
- Milben beim Hund erkennen: Kann man Milben sehen?
- Kann ein Hund Milben auf den Menschen übertragen?
- Behandlung: Was kann man gegen Milben beim Hund machen?
- Mittel gegen Milben beim Hund: Tabletten, Shampoo, Spot-ons
- Milben: Hund mit Hausmitteln behandeln
- Milben vorbeugen: Wie schütze ich meinen Hund vor Milben?
Juckreiz kann neben Milben häufig noch viele weitere mögliche Ursachen haben und sollte daher immer ganzheitlich tierärztlich abgeklärt werden: Dazu zählen z. B. auch Flöhe, Pilzinfektionen (Dermatophyten), bakterielle oder Hefepilz-Infektionen, Entzündungen, Stress sowie verschiedene Allergieformen (Futtermittel-, Flohspeichel- oder Umweltallergie). Je nach Befund können unterschiedliche diagnostische Schritte (z. B. Hautuntersuchungen, Pilzkultur, Bluttests) nötig sein, damit anschließend gezielt behandelt werden kann.
Welche Arten von Milben beim Hund gibt es?
Bei den Milben gibt es zahlreiche Arten, die deinen Hund befallen und plagen können. Die folgenden fünf kommen am häufigsten vor:
Herbstgrasmilben (Neotrombicula autumnalis)
Ohrmilben (Otodectes cynotis)
Raubmilben (Cheyletiellen)
Räudemilben oder Grabmilben (Sarkoptes scabiei var. canis)
Haarbalgmilben (Demodex canis)
Symptome: Woher weiß ich, ob mein Hund Milben hat?
Die meisten Milbenarten lösen bei deinem Hund einen mehr oder minder starken Juckreiz aus. Bemerkst du also, dass dein Hund sich häufiger kratzt, den Kopf am Boden reibt oder auch den Kopf schüttelt, weil es ihn in den Ohren juckt, ist Ursachenforschung gefragt.
So kannst du verhindern, dass sich schwerwiegende Symptome entwickeln. Das ist wichtig, da diese die Gesundheit deines Vierbeiners erheblich beeinträchtigen können und häufig aufwendig und langwierig zu behandeln sind.
Milben beim Hund führen oft zu schuppiger oder verkrusteter Haut und geröteten, teilweise entzündeten Hautpartien, die durch häufiges Kratzen noch weiter in Mitleidenschaft gezogen werden. Je nach Ausprägung des Milbenbefalls können sich auch Pusteln oder Papeln auf der Haut, sowie chronisch krankhafte Verdickung der Haut deines Hundes bilden. Als typisches Symptom für Milben beim Hund kommt außerdem oft Haarausfall hinzu, der sich sogar in Form von kahlen Stellen, an denen dein Hund sein Fell vollständig verliert, äußern kann.
Milben beim Hund erkennen: Kann man Milben sehen?
Manche Milbenarten kannst du mit bloßem Auge erkennen. Auch bestimme Hinweise können auf einen möglichen Befall hindeuten. In den Ohren weisen zum Beispiel an Kaffeesatz erinnernde Ablagerungen auf einen Befall mit Ohrmilben hin. Auch Grasmilben kannst du mit einem einfachen Test aufspüren: Stelle deinen Hund auf ein weißes Tuch und bürste ihn mit einem Flohkamm aus. Vielleicht fallen dir schon beim Bürsten rote Pünktchen im Fell auf. Wenn nicht, klopfe den Kamm auf dem Tuch aus, wo die roten Punkte besser sichtbar sind. Jeder Milbenbefall muss tierärztlich abgeklärt und behandelt werden.
Zum Nachweis wird bei den meisten Milbenarten ein oberflächliches Hautgeschabsel genommen oder ein Klebestreifenpräparat. Bei Verdacht auf Ohrmilben wird ein Abstrich aus dem Ohr genommen. Eine eindeutige Diagnose ist wichtig für eine zielgerichtete Therapie, die bei Milben sehr unterschiedlich ausfallen kann.

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Kann ein Hund Milben auf den Menschen übertragen?
Einige Milben sind nicht nur eine Plage für deinen Vierbeiner, sondern können auch vom Hund auf den Menschen übertragen werden. Dazu gehören zum Beispiel Pelzmilben, auch Raubmilben genannt und Räudemilben. Demodex-Milben (Haarbalgmilben) kommen bei uns Menschen beispielsweise im Bereich der Augenbrauen vor. Sie sind jedoch auf den Menschen spezialisiert. Ebenso haben Hunde und Katzen jeweils eigene Demodex-Spezies, die auf die jeweilige Tierart als Wirt spezialisiert sind. Auch Grasmilben wandern in der Regel nicht unbedingt vom Hund auf den Menschen, obwohl Menschen auch direkt von ihnen befallen werden können. Um das Risiko einer Ansteckung mit Milben zu minimieren wenn dein Hund Milben hat, solltest du im Umgang mit deinem infizierten Vierbeiner auf ein erhöhtes Maß an Hygiene achten. Regelmäßiges Händewaschen, Staubsaugen und Desinfizieren von Polstern und Textilien, die dein Hund genutzt hat, sorgen für eine reduzierte Ansteckungsgefahr bei allen Familienmitgliedern.
Behandlung: Was kann man gegen Milben beim Hund machen?
Ein Milbenbefall beim Hund erfordert immer und in jeder Ausprägung eine tierärztliche Behandlung. Da Raub-, Räudemilben hochansteckend sind, musst du sogar nicht nur den betroffenen Hund, sondern alle im Haushalt lebenden Tiere und teilweise auch Menschen mitbehandeln. Meist findet die Therapie in mehreren Intervallen statt, damit sichergestellt ist, dass die Parasiten in allen Entwicklungsstadien abgetötet werden. Für eine erfolgreiche Behandlung von Milben beim Hund ist es wichtig, dass du dich genau an die Behandlungsintervalle hältst. Sonst könnte die gesamte Therapie umsonst gewesen sein.
Neben der tierärztlichen Behandlung ist eine intensive Reinigung deiner Wohnung ein wichtiger Therapiebaustein im Kampf gegen Milben beim Hund. Lass dich in deiner Tierarztpraxis beraten, welche Maßnahmen bei welcher Milbenart notwendig sind und ob du beim Putzen bestimmte Desinfektionsmittel verwenden solltest.
Zur Bekämpfung mancher Milbenarten kommt wie bei Flöhen auch der Einsatz eines Foggers in Betracht. Diese kleinen Geräte ähneln Spraydosen und vernebeln (englisch: fog = Nebel) einen Raum automatisch mit Insektiziden, die mit einer Wirkstoffkombination zum einen ausgewachsene Milben und anderes Ungeziefer abtöten und zum anderen das Wachstum von Eiern und Larven hemmen. Achte dabei unbedingt auf die Anwendungshinweise.
Eine wichtige Hygienemaßnahme ist das tägliche Nasswischen aller Fußböden und Absaugen aller Teppiche und Polster. Auch solltest du Hundebettchen, Kissen, Hundedecken, Kuscheltiere und Ähnliches bei mindestens 60 Grad Celsius mehrfach pro Woche waschen, um den Milbenbefall einzudämmen.
Mittel gegen Milben beim Hund: Tabletten, Shampoo, Spot-ons
Für die Behandlung von Milben beim Hund gibt es verschiedene Medikamente und Milben-Mittel: Milben-abtötende (akarizide) Wirkstoffe werden in Form von Milben-Shampoos, Gelen, Sprays und Pudern ebenso wie als Tabletten und Spot-on-Präparate gegen Milben eingesetzt. Demodex-Milben und Räudemilben können beispielsweise mit Kau-Tabletten behandelt werden. Häufig müssen bei einem Milbenbefall auch die sekundär aufgetreten Symptome mitbehandelt werden, also zum Beispiel die Hautinfektionen, die durch das Kratzen entstanden sind.
Milben: Hund mit Hausmitteln behandeln
Wenn dein Hund Milben hat, reicht eine Behandlung mit Hausmitteln leider nicht aus, um den Milbenbefall nachhaltig zu stoppen. Dennoch gibt es einige Maßnahmen, mit denen du deinen Hund bei einem Milbenbefall helfen kannst – sprich allerdings unbedingt vorher mit deinem Tierarzt oder deiner Tierärztin ab, welche Hausmittel gegen Milben du bedenkenlos und unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung verwenden kannst.
Hausmittel gegen Milben beim Hund
- Gegen juckende Pfoten kann ein Pfotenbad, hergestellt aus Kernseife und warmen Wasser, helfen. Hinterher solltest du die Pfoten deines Hundes gründlich abspülen.
- Reibe die Bissstellen nach antiparasitärer Behandlung mit desinfizierenden und Juckreiz stillenden Salben ein. Auch Aloe Vera kühlt und beruhigt gereizte Haut.
- Kokosöl wird oft als natürliches Abwehrmittel gegen Flöhe, Zecken und auch Milben beim Hund genannt. Der Geruch von Kokosöl ist für viele Parasiten und Insekten unangenehm und die im Kokosöl enthaltene Laurinsäure kann deren Chitinpanzer zersetzen. Wenn du deinen Hund regelmäßig mit Kokosöl einreibst, kann dies eine Unterstützung zur antiparasitischen Behandlung sein.
Vorbeugen: Wie schütze ich meinen Hund vor Milben?
Mit einer regelmäßigen Zeckenprophylaxe beugst du praktischerweise auch gegen die meisten Milbenarten vor. Sehr gut wirksam sind hierbei Spot-on-Präparate und Medikamente in Tablettenform. Kontrolliere regelmäßig die Ohren deines Hundes auf Beläge und begutachte bei der Fellpflege kritisch Haut und Haar. Je früher dir Veränderungen auffallen, desto weniger aufwändig ist die Behandlung.
Achte außerdem darauf, wo und mit wem dein Hund sich herumtreibt. Viele Milbenarten werden von Tier zu Tier übertragen, also sei wachsam und beobachte auch das Verhalten anderer Vierbeiner, die mit deinem Hund in Kontakt kommen.
Generell tust du deinem vierbeinigen Liebling etwas Gutes, wenn du sein Immunsystem fit hältst – unter anderem durch hochwertiges Futter, eine gute Auslastung und optimale Haltungsbedingungen.





