Devon Rex – “kleiner Kobold” mit gesundheitlichen Problemen
25.02.2026 - Lesedauer: 7 Minuten

Die Devon Rex ist zwar optisch auffällig, doch die gekräuselten Haare und Tasthaare sind oft mit gesundheitlichen Problemen verbunden.
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Ziehst du die Anschaffung der Devon Rex in Betracht, solltest du wissen, dass sie aufgrund einer Genmutation gesundheitliche Probleme im Zusammenhang mit ihrer veränderten Fellstruktur mitbringt. Entgegen manchen Annahmen ist sie zudem keine gute Wahl für Allergiker, auch wenn sie durch ihre spezielle Fellstruktur weniger Haare verliert. Ihre großen Ohren und das lockige Fell verleihen ihr zwar ein ungewöhnliches Erscheinungsbild, dennoch ist es wichtig, sich der gesundheitlichen Einschränkungen und der besonderen Herausforderungen, die mit dieser Rasse verbunden sind, bewusst zu sein.
Die durch Zucht veränderte Fellstruktur geht mit einer genetischen Veränderung einher, die auch die Tasthaare (Vibrissen) betrifft. Diese sind bei den Tieren häufig gekräuselt oder fehlen vollständig. Dadurch wird ein wesentliches Sinnesorgan erheblich beeinträchtigt, was zu vermeidbaren Schmerzen, Leiden und Schäden führt und somit ein klares Qualzuchtmerkmal darstellt.
Hinweis: In Österreich sind die Zucht, der Import, der Kauf und die Vermittlung von Rassen mit sogenannten Qualzuchtmerkmalen gesetzlich verboten. Dazu zählen unter anderem haarlose oder extrem kurzköpfige Zuchtformen sowie weitere Rassen, bei denen extreme körperliche Ausprägungen ein gesundes Leben beeinträchtigen oder unmöglich machen. Diese Merkmale können auch bei dieser Rasse vorkommen.
Bitte informiere dich daher immer über die lokalen gesetzlichen Vorgaben und Gegebenheiten in deinem Land oder deiner Region.
Devon Rex: Charakter
Die Devon Rex zeichnet sich zwar durch eine freundliche und menschenbezogene Art aus, dennoch ist zu bedenken, dass ihr Temperament und ihre besonderen Bedürfnisse oftmals mit körperlichen Beschwerden und gesundheitlichen Herausforderungen verbunden sind.
Die anhänglichen Katzen folgen ihrem Halter auf Schritt und Tritt. Da die Devon Rex sehr intelligent ist, benötigt sie ständig neue Herausforderungen, damit sie sich nicht langweilt. Sie spielt gern und ist auch ausgesprochen gelehrig. Kleine Tricks lernen die cleveren Tiere meist rasch.
SteckbriefDevon Rex
Rasse | Devon Rex |
Herkunft | England |
Größe | mittelgroß, circa 50 Zentimeter Kopf-Rumpf-Länge |
Gewicht | Katze 2,5 bis 3 Kilogramm, Kater maximal 4,5 Kilogramm |
Körperbau | muskulös, etwas o-beinig, langer, spitz zulaufender Schwanz, zierliche Pfoten |
Kopfform | keilförmig |
Augen | mandelförmig, weit auseinanderstehend, alle Farben erlaubt |
Fell und Farbe | kurzes lockiges Fell ohne Deckhaare, kein ordentlicher UV-Schutz, alle Farben erlaubt |
Fellpflege | wöchentlich mit sehr weicher Bürste bürsten |
Besonderheiten | Tasthaare und Augenbrauen gekräuselt oder fehlend, Fledermausohren, neigt zu Zahnfleischentzündungen, gilt als Qualzucht |
Charakter | freundlich, lustig, menschenbezogen, sensibel, verspielt, intelligent, eigenwillig |
Devon Rex: Haltung und Pflege
Devon-Rex-Katzen eignen sich in erster Linie für die Wohnungshaltung mit einem gesicherten Balkon, da ihre Fellanomalie sie nicht ausreichend vor Kälte, Nässe und Sonnenbrand schützt. In der Wohnungshaltung ist zudem die Gesellschaft einer Partnerkatze dringend zu empfehlen. Die Katzen sind sehr verspielt und bewegungsfreudig. Daher benötigen sie Platz zum Toben. Devon Rex lieben Menschen und ertragen längeres Alleinsein nicht. Mit anderen Katzen vertragen sie sich sehr gut, daher solltest du deiner Devon Rex einen Spielgefährten gönnen. Mit ihrem eigenwilligen Charme nehmen sie schnell eine zentrale Rolle im Haushalt ein.
Das Fell der Devon Rex ist am ganzen Körper lockig oder gewellt und weist nur wenige oder gar keine Deckhaare auf. Häufig treten zusätzlich haarlose Stellen auf. Katzen mit solchen Fellanomalien – also nachteilig veränderten Strukturen in Form, Länge oder Dichte – zeigen Einschränkungen im arteigenen Beuteverhalten und Sozialverhalten. Zudem können sie unter schmerzhaften Hautentzündungen, ständigem Juckreiz oder Infektionen wie Pilzbefall leiden. Auch die für Katzen typische Fellpflege ist durch die veränderte Haarstruktur oft beeinträchtigt. Darüber hinaus bietet das Fell keinen ausreichenden Schutz vor Kälte oder UV-Strahlung, was zu Unwohlsein durch Wärmeverlust oder Sonnenbrand führen kann. Besonders gravierend ist, dass die gekräuselten oder fehlenden Tasthaare (Vibrissen) zu Unsicherheit und Orientierungsschwierigkeiten im Alltag der Tiere führen.
Benutze bei der regelmäßigen Fellpflege am besten nur sehr weiche Bürsten, um nicht unnötig die feinen Haare auszukämmen.
Ernährung der Devon Rex
Die Devon Rex benötigt also ein geeignetes Futter. Dennoch solltest du darauf achten, dass sie nicht übergewichtig wird. Eine Beratung durch die Tierarztpraxis ist in jedem Fall empfehlenswert. Aufgrund der fehlenden oder gekräuselten Tasthaare ist es wichtig, zur Fütterung flache Teller zu verwenden, da ein hoher Napf durch ständiges Berühren der Tasthaare Unwohlsein verursachen kann.
Eine gute Möglichkeit, die Katze zu füttern und gleichzeitig zu beschäftigen, ist das sogenannte Activity-Feeding. Dabei wird das Futter in der Wohnung verteilt, sodass die Katze es suchen muss. Auf diese Weise wird sie sowohl geistig als auch körperlich ausgelastet. Besonders für reine Wohnungskatzen ist dies eine sinnvolle Beschäftigung, da es Bewegungsmangel vorbeugt. Trockenfutter eignet sich hierfür besonders gut, Nassfutter kann jedoch ebenfalls auf mehreren kleinen flachen Tellern angeboten werden. Zusätzlich sollte das Gebiss regelmäßig kontrolliert werden, da Devon-Rex-Katzen zu Zahnfleischentzündungen neigen, die tierärztlich behandelt werden müssen.
Farben der Devon Rex
Der Rassestandard erkennt jegliche Farbe und Pointierung des Fells an, ebenso sind alle Augenfarben erlaubt. Haarlose Körperpartien sind unerwünscht. Tasthaare (Vibrissen) stellen für Katzen ein unverzichtbares Sinnesorgan dar und dürfen weder fehlen noch deformiert bzw. gekräuselt sein. Da dies, wie bereits erwähnt, bei der Devon Rex jedoch regelmäßig vorkommt, zählt die Rasse zu den Qualzuchten unter den Katzen.

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Die Geschichte der Devon Rex
Doch wie kam es zu der „Kobold-Katze“? 1960 spielte der Zufall Miss Beryl Cox aus dem englischen Devonshire einen Wurf Kitten zu, deren Vater gelocktes Fell hatte. Unter den Kitten war ein kraushaariger Kater namens Kirlee. Miss Cox war zuvor bereits auf Katzen mit Kräuselfell aufmerksam geworden und kombinierte: Die ungewöhnliche Fellstruktur ist erblich und lässt sich züchterisch herausarbeiten. Das war der Beginn gezielter Verpaarungen, die eine orientalisch wirkende, leicht o-beinige Katze von mittlerer Statur hervorbrachten. Bereits im Jahr 1967 wurde die Rasse offiziell anerkannt. Seither brilliert das koboldhafte Kätzchen mit den großen Ohren immer wieder als Star auf Ausstellungen. Laut Tierschutzgesetz, § 12, ist die Ausstellung von Tieren mit erblich bedingten Körperveränderungen oder -schäden, wie etwa gekräuselten oder fehlenden Tasthaaren (Vibrissen), verboten. Im Jahr 1970 begann die Zucht in Deutschland.
Bemerkenswert ist auch: Der Rassename „Rex“ geht auf ein Kaninchen zurück. 1870 versuchte der belgische König Leopold II. ein gelocktes Tier bei einer Ausstellung anzumelden. Da man den Monarchen nicht zurückweisen konnte, improvisierten die Aussteller und erhoben das Tier in den Rassestand “Rex-Kaninchen”, was wiederum die Katzenfreunde inspirierte. Auch die Rasse Rex-Kaninchen zählt zu den Qualzuchten.
Wichtiger Hinweis zur Zuchtform
Kraushaarkatzen besitzen keine funktionsfähigen Vibrissen am Kopf oder am Körper (sie sind meistens auch gekräuselt). Da Tasthaare ein wesentliches Sinnesorgan für die Katze sind, ist ihr Fehlen oder ihre zur Funktionslosigkeit führende Umgestaltung als Qualzuchtmerkmal zu werten.
Bevor du dir eine Devon-Rex-Katze anschaffst, informiere dich bitte ausführlich über die Qualzuchtmerkmale und die damit verbundenen Probleme, um deiner Katze gerecht zu werden und sie vor weiterem Schaden zu schützen. Aufgrund dieser Anomalien können höhere Tierarztkosten entstehen, da die Tiere in der Regel eine intensivere medizinische Betreuung benötigen. Wenn du den Tieren wirklich helfen und ihr Leiden beenden möchtest, solltest du keine dieser betroffenen Rassen anschaffen. Denn solange diese Katzen weiterhin nachgefragt werden und das Geschäft mit ihrem Leid profitabel bleibt, werden sie auch weiter gezüchtet.
Qualzucht-Hinweis
Diese Rasse wird in vielen Teilen der Welt als Qualzucht eingestuft.
Haarlose, extrem kurzköpfige Zuchtformen (sogenannte brachycephale Rassen) sowie weitere, bei denen extreme Ausprägungen im Körperbau (z.B. sehr langer Rücken, stark verkrümmte Beine, Wirbelsäulenveränderungen, übermäßiges Fellwachstum usw.) vorliegen, werden als Qualzucht eingestuft, da diese Merkmale ein gesundes Leben der Tiere unmöglich machen.
Ein verantwortungsvoller Tierhalter, der natürlich viel Wert auf ein gesundes, unbeeinträchtigtes Leben seines Vierbeiners legt, sollte bei der Entscheidung für eine geeignete Rasse nicht nur auf hervorragende Charaktereigenschaften achten, sondern auch diese Hinweise unbedingt berücksichtigen.
Wir von Fressnapf setzen uns als verantwortungsbewusste Tierfreunde aktiv für das Wohlergehen der Tiere ein und möchten auf die Herausforderungen hinweisen, die bestimmte Zuchtpraktiken mit sich bringen. Daher vermeiden wir es bewusst, Bilder von Qualzuchten außerhalb expliziter Rasseportraits zu zeigen, um keine ungewollte Nachfrage zu fördern.
Uns ist zudem bewusst, dass viele Tierhalter nicht wissen, dass ihr geliebtes Haustier unter den Folgen einer Qualzucht leiden könnte. Unser Ziel ist es nicht, Schuldgefühle zu wecken, sondern durch informative Beiträge darüber aufzuklären und gleichzeitig Hilfestellungen zu geben, diesen Tieren ein möglichst gesundes und glückliches Leben zu ermöglichen.








