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Kleiner Hund läuft zurück zum Herrchen

Rückruf für den Hund – das verbale Anleinen

Ohne Leine auf Entdeckungstour mit seinem Menschen unterwegs zu sein, ist das Größte für die meisten Hunde. Aus Hundeperspektive bringt der Freilauf viele Möglichkeiten zum Stöbern und Spielen. Es gibt aber auch viele Verlockungen, angefangen bei faszinierenden Fährten bis zur Kontaktaufnahme mit Artgenossen und anderen Menschen. In solchen Momenten ist es wichtig, dass ein Rückrufkommando die Leine bedarfsweise ersetzen kann. Erfahre hier mehr über das wichtige Basiskommando.

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Wieso ist der Rückruf beim Hund so wichtig?

Aus Perspektive des Hundes ist die Umwelt voller spannender Informationen, die wir mit Menschensinnen nicht erfassen. Nicht immer ist der Zusammenhang erkennbar, wenn der Hund sich plötzlich selbstständig macht und eigene Wege geht. Reize wie eine plötzliche Begegnung mit Artgenossen oder unwiderstehliche Möglichkeiten zum Jagen und Spielen können selbst bei braven Hunden dazu führen, dass vorübergehend die Anwesenheit seines Menschen in den Hintergrund rückt. Bringt der Hund sich dabei in eine Gefahrensituation, gefährdet oder belästigt er andere oder ist er schlicht dabei, ein Tabu zu überschreiten, musst du eingreifen.

 

Der Hund soll auf dein Kommando sofort und widerspruchslos von seiner Tätigkeit ablassen und zu dir zurückkehren. Und wenn noch so viele potenzielle Beute-Kaninchen um ihn herum hoppeln oder auf der anderen Straßenseite eine attraktiv duftende Hündin vorbei läuft: Dein Zuruf muss unbedingt befolgt werden. Nur wenn der Hund stets abrufbar und gehorsam ist, kannst du ihn schließlich ohne Risiko von der Leine lassen.

Wieso fällt der Rückruf für den Hund so schwer?

Es sind grundlegend drei verschiedene Ausgangslagen, die den Rückruf des Hundes erschweren:

  • Prioritätskonflikt: Der Hund ist gerade mit etwas beschäftigt, was für ihn Vorrang vor dem Gehorsam hat. Wenn das Tier beispielsweise die Örtlichkeit inspiziert oder seine Reviermarkierungen erneuert, wird es diese Tätigkeit beenden wollen, bevor es gehorcht. Das Problem: mangelnde Autorität des Halters.
  • Ablenkung: Der Vierbeiner ist mit einem Impuls konfrontiert, der so stark ist, dass er das Kommando überlagert. Wo diese Reizschwelle liegt, ist natürlich vom individuellen Hund und der konkreten Situation abhängig.
  • Negative Erfahrungen: Der Hund hat verinnerlicht, dass das Rückrufsignal für ihn unangenehme Folgen hat, zum Beispiel, dass er ausgeschimpft wird – die Folge eines Erziehungsfehlers.

Ein oft zutage tretendes Problem: Der Hund hat in seinem Alltag zu viele Freiheiten, um Entscheidungen selbst zu treffen und seinen Menschen in seinem Sinne zu manipulieren. Dadurch leidet deine Autorität als Rudelführer/in.

Welches Wort kann zum Rückruf des Hundes dienen?

Für den Rückruf solltest du ein Kommando etablieren, das im Leben des Hundes sonst keine Anwendung findet. Alltägliche Worte wie „Komm!“ oder „Hierher!“ sind also weniger geeignet. Das Abruf-Kommando ist jedoch ein besonderes, das nicht zum allgemeinen Herbeirufen der Spürnase dient, sondern unter anderem in Gefahrensituationen zuverlässig befolgt werden muss. Um diesen Sonderstatus zu etablieren und eine versehentliche Verwendung im Alltag zu vermeiden, kannst du auf Fremdsprachen zugreifen: „Back!“ oder „Turn!“ zum Beispiel. Alternativ kannst du auch einen speziellen Pfiff einsetzen.

Wie kann ich den Rückruf für den Hund neu aufbauen?

Ob du deinem jungen Hund das Rückrufkommando erstmalig beibringst oder es neu aufbauen musst, weil das alte Kommando einfach nicht funktioniert: Die Taktik ist die Gleiche. Das Zurückkommen auf Zuruf muss für den Hund eine positive Bedeutung bekommen. Anfangs lohnt sich der Einsatz von besonders begehrtem Leckerli, die dieser speziellen Lektion vorbehalten sind und die du erst hervorholst, wenn der Vierbeiner gehorcht hat. Das Tier soll nicht gelockt, sondern bei Gehorsam belohnt werden.

Geh in folgenden Schritten vor:

  • Pass eine Situation ab, in der der Hund in möglichst reizarmer Umgebung entspannt unterwegs ist. Bestens geeignet ist die Wohnung. Lock den Hund mit Körperhaltung und Stimme zu dir und warte ab, bis er sich in deiner Richtung in Bewegung setzt.
  • Gib währenddessen nun das Kommando, das als Abrufsignal wirken soll. Wenn du den Rückruf neu aufbaust, wähl unbedingt ein anderes Kommando als das ursprünglich verwendete.
  • Reich dem Hund erst ein Leckerli, wenn er bei dir ist. Das ist wichtig: Der Hund soll nicht zum Leckerli laufen, sondern auf deinen Zuruf reagieren.
  • Mit dem Rückruf allein ist es nicht getan, denn das Tier soll nach erfolgter Belohnung nicht sofort wieder lostraben. Koppel das Rückrufsignal übergangsweise mit einem Grundkommando wie „Sitz!“ oder „Platz!“, bis der Vierbeiner verinnerlicht hat, dass nach dem Rückruf das Am-Platz-bleiben erwünscht ist. Der Hund darf sich erst wieder entfernen, wenn du es ausdrücklich erlaubst, etwa mit einem Befehl wie „Los!“.
  • Sitzt diese Lektion, steigerst du den Schwierigkeitsgrad. Ruf den Hund aus größeren Entfernungen, von außerhalb seiner Sichtweite und ohne vorangehendes Anlocken durch die Körperhaltung und Stimme.

Alternativ zur Leckerli-Verstärkung kann auch eine kurze Spieleinheit mit einem attraktiven, aber ausschließlich für diese Lektion bestimmten Spielzeug erfolgen. Dieses Spielzeug gibst du nicht aus der Hand: Um zu spielen, muss der Hund zu dir kommen.

Wie trainiere ich den Rückruf des Hundes unter Ablenkung?

Auch wenn das Abrufkommando unter kontrollierten Bedingungen sitzt, ist es nicht auf alle Situationen übertragbar. In Gegenwart besonderer Reize bewertet der Hund die Priorität zwischen Abruf und seinen Aktionen neu. Das Abrufen unter Ablenkung muss regelmäßig geübt werden. Trainiere in „turbulenteren“ Umgebungen, auf der Hundewiese, im Park – im Freien aber zunächst immer gesichert durch eine lange Schleppleine und ein Brustgeschirr. Sei konsequent: Benutz nur das Kommandowort und belohn erst nach unverzüglich befolgtem Rückruf. Mit leichtem Zug der Leine kannst du die Aufmerksamkeit des Tieres auf dich lenken. Wichtigster Ansporn bleibt immer deine Autorität in der Mensch-Hund-Beziehung: deine Anweisungen hat immer Vorrang.

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