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Hund liegt auf dem Sofa mit zerrissenem Papier

Pubertät beim Hund – so bleiben Sie gelassen

Null-Bock-Mentalität, explosive Ausbrüche von Aktivität und kein Respekt vor Autorität: Hunde in der Pubertät haben erstaunlich viele Gemeinsamkeiten mit jungen Menschen. Keine Bange: Auch diese „Phase“ geht vorbei. Lesen Sie hier, was es mit der Hundepubertät auf sich hat und wie Sie damit umgehen können.

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Was verursacht beim Hund die Pubertät?

Die erste Pubertät beginnt je nach Rasse zwischen 6 und 12 Monaten und geht mit der Geschlechtsreife einher. Große Rassen kommen etwas später in die Flegelphase, Hündinnen sind etwas frühreifer als Rüden. Die Hündin wird nun zum ersten Mal läufig, der Rüde beginnt, seinen Lauf zu heben, um zu pinkeln, und findet weibliche Artgenossen auf einmal sehr prickelnd. Außerdem rivalisiert er nun zunehmend auch mit anderen Rüden. Viele Hundehalter merken den Beginn der Pubertät nicht nur an der Geschlechtsreife, sondern an der Tatsache, dass der gute Benimm des vormals braven Vierbeiners auf einmal wie weggeblasen scheint.

In der Pubertät fallen im Hunde-Organismus verschiedene Veränderungen zusammen, die nicht nur körperliche Effekte, sondern auch Verwirrung auslösen.

Diese Veränderungen erlebt Ihre Fellnase während der Pubertät:

  • Neuronale Veränderungen durch heftige Wachstumsschübe der Nervenzellen: Um die Gehirneffizienz zu optimieren, erfahren deren Verknüpfungen einen regelrechten Umbau. Wichtige Bindungen werden verstärkt, weniger benötigte zurückgebildet. Hauptschauplatz dieser Veränderungen ist der präfrontale Cortex: eine Hirnregion, die kognitive Vorgänge, Denken und Lernen so umsetzt, dass passende Reaktionen erfolgen. Während der Pubertät kann es zu impulsiven Handlungen kommen. Auch ein anderer Hirnbereich, der Mandelkern, wächst während der Pubertät. Der ist das Zentrum für Emotionen wie Angst oder Aggression. Auch das Gefühlsleben des Hundes wird zeitweise ein Stück weit unberechenbarer.
  • Hormonschwankungen: Dopamin und Testosteron – der Hormonhaushalt des Hundes und die Empfänglichkeit der Rezeptoren befinden sich ebenfalls in der Veränderung. Das kann für den Hund Stressanfälligkeit und Nervosität bedeuten. Das Tier reagiert unangemessen stark sowohl auf Außenreize als auch auf bereits bekannte Situationen: die typischen Stimmungsschwankungen, die die Pubertät auch bei Menschen-Teenagern mit sich bringt.

Welche Anzeichen hat die Pubertät beim Hund?

Die Hunde-Pubertät äußert sich vor allem darin, dass das Tier seiner Umwelt mit Stimmungsschwankungen und einem gewissen Maß an Sprunghaftigkeit begegnet. Ihr Spiel mit anderen Hunden wird ruppiger. Wie stark und in welcher Form diese Effekte ausgeprägt sind, hängt vom jeweiligen individuellen Tier ab. Der gemeinsame Nenner für jede Form von Flegeltum besteht jedoch in der Etablierung „erwachsener“ Verhaltensweisen.

Infografik zum Thema Hunde-Pubertät

In welchen Phasen läuft die Pubertät beim Hund ab?

Es gibt zwei sensible Perioden im Hundeleben. Es beginnt mit der Rangordnungsphase, der Zeit zwischen der 13. und 16. Lebenswoche, grob mit der Trotzphase bei Kleinkindern vergleichbar. Die Pubertät ist die andere schwierige Phase. Je nach Hunderasse setzt sie zwischen dem 7. und dem 12. Lebensmonat ein. Große Hunderassen kommen später in die Pubertät; bei Hündinnen gibt die erste Läufigkeit das Startsignal. Bei Rüden gestaltet sich der Übergang vom Jungtier zum Halbstarken fließend. Ein kleines Indiz gibt es, wenn der Rüde erstmals beim Urinieren sein Bein hebt und eine Markierung setzt. Die Pubertät klingt langsam wieder aus, wenn der Hund zwischen zwei und drei Jahren alt und ausgewachsen ist.

Die gute Nachricht:
Nach einigen Monaten ist der Spuk ausgestanden. In der Pubertät erlebt der Vierbeiner zudem eine zweite Personenbindungsphase: Nutzen Sie diese und intensivieren Sie die Beziehung.

Frau kuschelt mit Hund auf der Couch

Was muss ich während der Pubertät des Hundes beachten?

Um die Spürnase gut durch die aufregende Pubertät zu bringen, brauchen Sie vor allem starke Nerven, Geduld und sehr viel Liebe. Während der Junghund sich bedingungslos an Ihnen als Rudelführer orientiert hat, versucht der Halbstarke, sich zu emanzipieren. Aus dem niedlichen Welpen wird zeitweise ein Trotzkopf. Darauf müssen Sie sich vorbereiten, wenn Sie ein Jungtier in Ihre Familie aufnehmen und entsprechend gewappnet sein.

Das sollten Sie während der Pubertät beachten:

  • Autorität: Bewahren Sie immer die Oberhand. Zeigen Sie Verständnis für den pubertierenden Hund, lassen Sie ihm aber keine Unarten durchgehen. Bleiben Sie der unbeeindruckte, souveräne Anführer, an dem das Tier sich auch im größten Wechselbad der Gefühle orientieren kann. Gerade wenn der Hund ängstliche Tendenzen entwickelt, tut ihm die Sicherheit an Ihrer Seite gut. Aber auch, wenn er sich als Krawallmacher aufspielt, sollten Sie angemessen reagieren und der Show nicht zu viel Beachtung schenken. Zeigen Sie sich unbeeindruckt als souveräner Rudelführer.
  • Geduld: Manch pubertierende Hund scheint sich an Erlerntes nicht zu erinnern, wirkt schwer von Begriff oder fühlt sich nicht mehr angesprochen, wenn Sie ihn rufen. Seien Sie verständnisvoll und widmen Sie dem Hund gerade jetzt viel Zeit. Interessieren Sie ihn fürs Lernen und bringen Sie ihm mit viel Lob und Verstärkung die Tricks und Kommandos neu bei – oft genügt eine Auffrischung.
  • Schutz: Ein pubertierender Hund kennt keine Gefahren und kein Risiko. Halten Sie ein wachsames Auge auf den Hund und schreiten Sie ein, wenn der Halbstarke sich in Schwierigkeiten bringt. Halten Sie ihn beispielsweise an der kurzen Leine, wenn er Streit mit anderen Hunden sucht.

Tipp der Redaktion:
Vermeiden Sie während der Pubertät Ihres Hundekumpels größere Veränderungen wie Umzüge oder ganz neue Lerninhalte – beides könnte den Vierbeiner in dieser sensiblen Phase überfordern.

Soll ich meinen Hund jetzt kastrieren lassen?

Nein. Wenn die Hormone verrücktspielen, mögen Sie vielleicht auf die Idee kommen. Wenn Sie aber glauben, dass Sie Ihren Liebling nach einer Kastration besser händeln können, könnten Sie enttäuscht werden. Es stimmt, dass kastrierte Rüden nicht mehr jeder läufigen Hündin hinterherlaufen und ihr aggressives Reviergehabe abnimmt. Die meisten Verhaltensmuster sind jedoch das Resultat der Erziehung und des Charakters. Die Hormone haben darauf nur einen geringen Einfluss. Zumal Sie die Pubertät mit so einem Eingriff nicht umgehen: Der Hund sollte ohnehin erst dann kastriert werden, wenn er körperlich und geistig erwachsen ist. Hunde, die vor oder während der Pubertät kastriert werden, zeigen später vermehrt Aggression oder sie werden überängstlich. Es ist ohnehin ratsam, zunächst einen Hormonchip auszuprobieren.

Hunde in der Pubertät

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