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Ein Hund auf der Wiese.

Longieren dem Hund beibringen – alles andere als im Kreis laufen!

Sie fragen sich vielleicht: Longieren mit dem Hund, geht das? Ja! Viele Hundehalter sind überzeugt von dieser neuen Trainingsform mit dem Hund. Beim Longieren stehen Aufgaben im Vordergrund, die Kommunikation und Bindung zwischen Hundehalter und Hund aufbauen und stärken sollen. Informieren Sie sich hier weiter, ob Longieren auch etwas für Ihren Hund und Sie geeignet ist.

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Worum geht es beim Longieren mit dem Hund?

Longieren ist eine Trainingsform, bei der der Hund sich am äußeren Rand eines großen Kreises bewegt und dort die Kommandos des Hundeführers ausführt. Der Hundeführer steht dabei im Zentrum des Kreises und delegiert den Hund per nonverbale Kommandos. Typische Aufgaben im Longiertraining sind: „Sitz“, „Platz“, „Richtungswechsel“, „Steh“, „Tempowechsel“, die durch zuvor eingeübte körperliche Ausdruckskommandos vermittelt werden. Fortgeschrittene Hund-Mensch-Teams üben mit Hürden und weiteren Kreisen in Form einer Acht oder eines Ovals.

 

Die Anfänge des Longierens mit Hund liegen im Dunkeln. Es wird vermutet, dass es sich aus der langpraktizierenden Pferdearbeit an der Longe (lange Laufleine) entwickelt hat. Denkbar ist aber auch, dass das Longieren mit Hund aus der Arbeit der Hirten mit ihren Hütehunden kommt. Bei der Ausbildung – und auch später bei der Feldarbeit – wird dem Hütehund beigebracht, wie er Herdentiere durchs Umkreisen zusammentreibt und in einen runden Pferch bugsiert.

 

Das Longieren mit Hund ist mittlerweile eine eigenständige, von den kynologischen Dachverbänden anerkannte Hundesportart mit eigenen Wettbewerben.

Ziele des Longierens mit dem Hund

Befürworter dieser Hundesportart heben vor allem die starke Bindung und Kommunikationsfähigkeit hervor, die mit dem Longiertraining zwischen Hund und Mensch hergestellt oder verbessert wird.

Zu den erklärten Zielen des Longierens mit Hund zählen:

  • Schulung der Koordination zwischen Hund und Mensch
  • wechselseitiges Erlernen der Körpersprache
  • Erhöhung der Motivation und Lernkonzentration
  • körperliche und mentale Auslastung
  • Steigerung der Konzentrationsfähigkeit beim Hund

Die Bindung zwischen Hund und Mensch steht beim Longieren an erster Stelle und wird durch Einübung von Kommandos auf Distanz besonders intensiviert. Das Longieren erfordert höchste Aufmerksamkeit von beiden Seiten, denn auch der Hundeführer muss den Ausdruck seines Hundes deuten, um entsprechend darauf eingehen zu können. Auch muss der Hundeführer seinen eigenen Körperausdruck für den Hund verständlich und diszipliniert einsetzen können.

 

Das Training schließt sowohl grundlegende Kommandos als auch raffinierte Aufgabenstellungen mit ein. Longieren mit Hund zeigt sich da alltagstauglich, wo es Aufgaben wie Abliegen, Absitzen, Laufen und Stopp auf Entfernung erfordert – und das auch noch ohne Worte.

Unterschiedliche Lernphilosophien und Methoden

Die Motivation des Hundes, die Kommandos zu befolgen, soll ausschließlich aus der nonverbalen Zuwendung des Hundeführers (Zuwendung/Blickkontakt) und aus der Ausführung der Aufgabe selbst erfolgen. Verbale Kommandos und Ausdrücke (Pfeifen, Schnalzen, Stimme, Clicker) und externe Motivierungen wie Leckerlis werden ausschließlich in den ersten Lerneinheiten verwendet, sodann aber schnellstmöglich abgebaut.

Je nach Trainingsmethode und Ziel gibt es verschiedene Longierarten:

  • Longieren mit sogenannter Tabuzone: Der innere Kreis ist für den Hund Tabu.
  • Longieren ohne Tabuzone: Es gibt kein Tabu, aber der Hund wird nur für das Laufen am Außenrand belohnt bzw. bestätigt.
  • Freilongieren: Keine Kennzeichnung des Kreises.
  • Tricklongieren: Einsatz von zwei Kreisen (Acht- oder Ovalform).
  • Kooperatives Longieren: Vertiefung der Bindung zwischen Hund und Hundeführer durch erweiterte Kommandos und Vergrößerung des Kreises.
  • Beschäftigungslongieren: Einsatz von Hürden und/oder mehreren Hunden gleichzeitig.
  • Koordinatorisches Longieren: Einbau von äußeren Reizen/Ablenkungen, um die Fixierung auf den Hundeführer zu vertiefen.

Für welche Rasse eignet sich das Longieren mit Hund?

Prinzipiell können alle Hunde unabhängig von Rasse oder Größe das Longieren erlernen, da die Aktivität auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten Ihres speziellen Vierbeiners eingestellt ist. Auch Hunde mit einem körperlichen Handicap, Senioren oder besonders kleine oder große Hunde sind bei diesem Hundesport willkommen.

 

Positive Auswirkungen des Longierens können sich Halter von verhaltensauffälligen, problematischen Hunden erhoffen. Dazu gehören Hunde mit Bindungsproblemen, aggressivem Verhalten, auffällig zurückhaltende oder unsichere Hunde als auch Hunde mit Rückrufschwierigkeiten und Hunde mit unkontrolliertem Jagdverhalten. Durch gezielte Laufübungen kann das Longieren mit Hund zu rehabilitatorischen Zwecken eingesetzt werden.

 

Hütehunde wie Collies, Australian Shepherds und ihre Mischrassen sind für diese Hundesportart von Natur aus wie geschaffen.

 

Achtung: Longierarbeit ist für alle Hunde ungeeignet, die selbstständig und ohne Sichtkontakt zum Hundeführer agieren sollen. Dazu gehören beispielsweise Jagdhunde und alle zu Rettungshunden auszubildende Vierbeiner.

Longieren mit Hund: die ersten Schritte

Zum Longieren mit Ihrem Hund brauchen Sie einen deutlich abgesteckten Kreis, eine Schleppleine und einen Clicker. Dabei handelt es sich um ein kleines Tastengerät, das ein typisches Klickgeräusch abgibt. Obwohl der Clicker beim Longieren mit Hund nicht vorgeschrieben ist, erleichtert seine Anwendung gerade den Anfängern die Konditionierung ihrer Hunde. Weiter Informationen zum Trainieren mit Clicker finden Sie hier.

 

Der Longierkreis misst im Durchmesser zwischen zehn und 30 Metern, wobei seine Maße sich nach der Größe Ihres Hundes richten. In den ersten Trainingseinheiten bringen Sie Ihrem Hund bei, dass er an der äußeren Kreisabsperrung agiert, während Sie innerhalb des Kreises verbleiben.

 

Zunächst üben Sie mit Ihrem Hund das Laufen entlang des Kreises an der Leine. Erst nach und nach entfernen Sie sich immer mehr von ihm und verlegen Ihren Standort schließlich ganz ins Kreiszentrum. Der Hund darf Ihnen dabei nicht folgen, sondern empfängt und lernt Ihre körperlichen Kommandos auf Distanz zu befolgen. Hierbei wird je nach Lernmethode mit oder ohne Tabuzone gearbeitet (s.o.).

 

Am Anfang stehen zunächst einfache Kommandos wie „Sitz“, „Platz“, „Stopp“ und „Lauf“, wobei Sie immer mehr Körperkommandos eingesetzt werden.

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