• Versandkostenfrei ab 29,-
  • 30 Tage kostenlose Rücksendung
  • Über 10.000 Artikel
Eine Katze schaut die andere an.

Katzenzusammenführung: Beziehungsstress oder tierisch schnelle Freundschaft?

Haben Sie vor, zwei Katzen ein neues Zuhause zu geben, ist das grundsätzlich möglich. Die meisten Wohnungskatzen wissen die Gegenwart eines Artgenossen zu schätzen. Miteinander befreundete Tiere spielen zusammen, putzen sich gegenseitig und – wenn die gegenseitige Zuneigung besonders groß ist – kuscheln miteinander. Das entlastet zudem berufstätige Katzenhalter, deren Samtpfote anderenfalls täglich viele Stunden lang allein zu Hause wäre.

Loading...

Zusammen wartet es sich viel leichter auf den geliebten Menschen. Allerdings sind Katzen nicht sofort gut Freund mit einem Neuankömmling, im Gegenteil: Begegnen sich zwei Katzen zum ersten Mal, können heftig die Fetzen fliegen. Bereiten Sie sich daher sorgfältig auf den ersten Kontakt der Katzen vor.

 

Infografik zum Thema Katzen zusammenführen

Wie sieht das Zusammenleben in der Katzengruppe normalerweise aus?

Viele Menschen gehen davon aus, dass Katzen von Natur aus Einzelgänger sind. Das stimmt nicht. Richtig ist, dass Katzen stets allein auf die Jagd gehen. Ansonsten gleicht das soziale Verhalten der Hauskatzen überraschend stark den komplexen Interaktionen innerhalb eines Löwenrudels. Bei verwilderten Hauskatzen lässt sich beobachten, dass sie in sich zu Gruppen zusammenschließen und Reviere besetzen. Diese Gruppen bestehen meist aus miteinander verwandten weiblichen Tieren samt Nachwuchs und wenigen Katern. Erwachsene Kater besetzen eigene Reviere oder schließen sich einer Katzengruppe an; dabei finden auch Katertrupps zusammen. Innerhalb dieser Gruppen gibt es zwei wichtige Strukturen: Zum einen existiert eine Hierarchie, die die Tiere einhalten, wobei ein Auf- und Abstieg bei Rangordnungskämpfen möglich ist. Diese Sozialstruktur verleiht der Gruppe Stabilität.

 

Zum anderen herrschen in jeder Gruppe Sympathien und Antipathien zwischen den Individuen: Dicke Freundschaften zwischen Katzen kommen ebenso vor wie neutrales Verhalten und starke Abneigung. Der gemeinsame Faktor bei allen Beziehungsfragen ist das Revier: die räumliche Umgebung.

Zwei Katzen fressen aus Näpfen

Welche Probleme können auftreten, wenn Sie Katzen zusammenführen?

Die Gründe, eine weitere Katze aufzunehmen, können ganz unterschiedlich sein: Vielleicht soll die bislang einzeln gehaltene Katze Gesellschaft bekommen, ein Nachfolger für ein verstorbenes Tier hinzugeholt oder die Katzengruppe generell vergrößert werden. In jedem Fall ist diese Situation für die alteingesessene wie für die neue Katze hochgradig heikel: Werden die Katzen ohne Vorbereitung miteinander konfrontiert, fühlt sich der Neuankömmling womöglich übergangslos in ein fremdes Revier verfrachtet – ohne die Möglichkeit eines freiwilligen Rückzugs.

 

Dem Revierinhaber seinerseits wird ein wildfremder Artgenosse vor die Nase gesetzt, der eine potenzielle Bedrohung seiner Ressourcen sein könnte. Machen Sie sich darauf gefasst, dass es zu Beginn der Beziehung zwischen den Katzen Reibereien und Kämpfe geben wird, seien Sie darüber aber nicht allzu besorgt: Solche Auseinandersetzungen sind notwendig, damit die Tiere ihren Rangstatus untereinander klären können. Sobald sich herauskristallisiert, welches der Tiere der Chef im Haushalt ist, wird die Situation sich beruhigen.

Katzen zusammenführen – Tricks

Sie können im Vorfeld der Katzenvergesellschaftung einiges dafür tun, um absehbare Probleme kleinzuhalten. Achten Sie bitte darauf, dass die Tiere zueinander passen!

 

  • Altersklassen: Die neu ankommende Katze und der Revierinhaber sollten in einem ähnlichen Alter sein. Ein quirliges Jungtier kann einem gesetzten Senior schnell zu anstrengend werden. Wenig problematisch ist in aller Regel auch die Vergesellschaftung eines Jungtiers mit einer erfahrenen weiblichen Katze.
  • Geschlechter: Zwei unkastrierte Kater miteinander zu vergesellschaften, ist kaum möglich. Bei Kastraten beiderlei Geschlechts ist die Zusammenführung meist kein Problem, sofern die Tiere sich vom Temperament und Alter her ähneln.
  • Charakter: Versuchen Sie, vor der Aufnahme eines Neuankömmlings so viel wie möglich über dessen Wesen herauszufinden. Achten Sie darauf, dass beide Tiere ähnlich „ticken“ und etwa ein verspieltes Temperamentsbündel einen ebenso lebhaften Spielkameraden bekommt.

 

Im nächsten Schritt sorgen Sie dafür, dass die Tiere unter kontrollierten Bedingungen miteinander vertraut werden.

Folgende Punkte können bei der Zusammenführung von Katzen helfen:

  • Räumliche Trennung: Egal, wie brav und freundlich Ihre etablierte Samtpfote ist: Lassen Sie die Tiere nicht sofort zusammen. Bereiten Sie einen Raum vor, der zunächst dem neuen Mitbewohner vorbehalten bleibt. Darin muss alles vorhanden sein, was die Katze während der ersten Tage benötigt: Futternapf, Wasser, Katzenklo, Kratzbaum, Spielzeug und Schlafplatz. Halten Sie die alteingesessene Katze schon einige Tage zuvor von diesem Raum fern, sodass sie das Ausgesperrtsein nicht mit der Ankunft des Neulings verbindet. Lassen Sie die neue Katze nach Möglichkeit von einem „Komplizen“ in die Wohnung bringen und lenken Sie Ihren Stubentiger derweil ab.
  • Geruchskontakt: Bereiten Sie die Tiere aufeinander vor und wecken Sie deren Interesse füreinander, beispielsweise, indem Sie Kuscheldecken austauschen oder beide mit demselben Tuch abreiben.
  • Schutzzone: Wenn die neue Katze sich nach einigen Stunden in der neuen Umgebung akklimatisiert hat, können Sie eine erste Kontaktaufnahme einleiten, allerdings unbedingt geschützt durch den Türspalt oder ein Trenngitter. Im Fachhandel erhalten Sie für diesen Zweck spezielle Sicherheitsgitter, die Sie in den Türrahmen einklemmen können. Durch das Gitter können die Katzen sich beschnüffeln und sehen, ohne dass sie sich gegenseitig prügeln oder der Neuling in das Revier des Etablierten eindringt. Behalten Sie die Kontaktaufnahme durch das Gitter mehrere Tage lang bei und widerstehen Sie der Versuchung, es zu entfernen, auch wenn die Katzen sich scheinbar gut verstehen.
  • Neutralität: Greifen Sie nicht ein, wenn die Katzen schließlich direkten Kontakt haben und dabei zeitverzögert aneinandergeraten: Solche Auseinandersetzungen sind notwendig zur Klärung der Rangordnung. Das darf natürlich nicht so weit gehen, dass sich die Tiere verletzen.
  • Gerechtigkeit: Geben sie dem Revierinhaber keinen Grund zur Eifersucht und behandeln Sie beide Katzen mit gleicher Aufmerksamkeit.

Welche Dauer sollten Sie für die Katzenzusammenführung einrechnen?

Die ersten Nächte sollten beide Katzen auf jeden Fall voneinander getrennt bleiben. Die Kontakte durch das Gitter können Sie nach und nach ausdehnen. Richten Sie sich jedoch darauf ein, dass das harmonische Zusammenfinden der Katzen, je nach Charakter, einige Wochen oder sogar Monate dauern kann.

 

Infografik zum Thema Katzen zusammenführen

Erfahren Sie weitere hilfreiche Informationen in unserem Video:

Loading...

Weitere Beiträge, die Sie auch interessieren könnten

Weitere Themen im Überblick