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Eine Katze faucht.

Katzen zähmen: vom Streuner zum Stubentiger?

In der Regel entscheidet der Mensch sich für seine Katze, wenn er beim Züchter oder im Tierheim eine Auswahl trifft. Es geht aber auch andersherum: Vielleicht sitzt plötzlich eine streunende Katze zutraulich vor der Terrassentür, oder in der Nähe taucht ein wildes Katzenrudel mit Kitten auf. Nur in solchen Fällen, nämlich wenn es sich beim Streuner um ein offensichtlich an Menschen gewöhntes oder noch sehr junges Tier handelt, besteht die Chance auf ein harmonisches Zusammenleben zwischen Ihnen und dem Tier. Eine erwachsene wilde Katze hingegen werden Sie auch mit viel Geduld nicht mehr zum zahmen Haustier umpolen können: Von dem Versuch ist abzuraten.

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Wie kann ich wilden Katzen helfen?

Das Bild wilder Katzen, die frei in den Straßen leben, kennen wir vor allem aus südlichen Ländern. Viele Tierschutzorganisationen vor Ort bemühen sich, das Katzenelend zu lindern, die Tiere zu kastrieren und Jungtiere von der Straße zu holen, um sie an Tierfreunde zu vermitteln. Aber auch in Ihrer unmittelbaren Nachbarschaft kann es wilde Katzengesellschaften geben, die sich an geeigneten Orten angesiedelt haben: Industriebrachen, verlassenen Gebäuden, verwilderten Bereichen alter Friedhöfe. Dort finden die Tiere zumindest ein wenig Schutz und über die Jagd auf kleine Beutetiere etwas Nahrung.

 

Verwilderte Hauskatzen genießen also weder einen verlässlichen Schutz noch medizinische Versorgung. Die unkontrollierte Vermehrung und die hohe Reproduktionsrate der Katzen sorgen dafür, dass die Katzengruppen explosionsartig anwachsen, ein großer Teil der Kitten das Erwachsenenalter aber gar nicht erst erreicht. Versuche engagierter Privatpersonen und Katzenschutzorganisationen, Straßenkatzen einzufangen und kastrieren zu lassen, um die Vermehrung einzudämmen, verdienen Hochachtung.

 

Oft werden solche Katzen nach der Kastration auf Gelände wie Bauern- oder Reiterhöfe umgesiedelt, wo sie sich autark, aber unter menschlicher Aufsicht bewegen können. Manchmal vermitteln diese Vereine auch kleine Katzen, bei denen eine Erziehung zum Haustier noch möglich ist, in liebevolle Hände. Eine größere Hilfe, als um jeden Preis einen erwachsenen Streuner zähmen zu wollen, ist es, solche Vereine finanziell oder durch Sachspenden zu unterstützen.

Wie kann ich eine junge, wilde Katze zähmen?

Je jünger eine Streunerkatze ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich noch zähmen lässt. Bei langjährigen Streunern ist es hingegen quasi unmöglich, sie an Menschen zu gewöhnen: Haben sie die wichtige Phase der Sozialisation in Freiheit verbracht, prägen diese Erfahrungen sie fürs Leben.

Frustration ist vorprogrammiert, wenn es Ihnen nicht gelingt, das Tier zu einem Wohnungsgenossen umzuerziehen. Mit anderen Worten: Versuchen Sie älteren Streunern, auf anderen Wegen zu helfen, statt sie der „freien Wildbahn“ zu entnehmen. Finden Sie hingegen junge, womöglich verwaiste Kitten, besteht eine gewisse Chance für eine funktionierende Zähmung. Allerdings spielt es auch bei Kitten eine Rolle, ob die Tiere negative Erfahrungen mit Menschen gemacht haben.

Was muss ich beachten, wenn ich eine wilde Katze finde?

Vielleicht haben Sie über Kontakte zum Tierschutz schon Ihren Liebling gefunden, womöglich beschließt ein Streuner auch aus freien Stücken, bei Ihnen einzuziehen. In diesem Fall können Sie davon ausgehen, dass Sie bereits eine Weile von der Katze beobachtet wurden und sie Menschen gut kennt. Wenn Sie das Tier anfüttern oder es eines Tages aus eigenen Stücken die geöffnete Terrassentür nutzt, um das Sofa zu beschlagnahmen, ist der erste Schritt getan.

Checkliste für den Fund einer verwilderten Katze

  • Besitzer ermitteln: Ist Ihr neuer Mitbewohner tatsächlich eine wilde Katze oder hat es ihn durch widrige Umstände in die Fremde verschlagen? Wenn das Tier tätowiert oder gechipt und registriert ist, sollte sich der Halter finden lassen.
  • Parasitenbefall: Wenn das Tier, vor allem im Sommer, längere Zeit im Freien gelebt hat, hat es mit großer Wahrscheinlichkeit Flöhe, Zecken oder sonstige Parasiten, die umgehend bekämpft werden müssen.
  • Trächtigkeit: Bei einem weiblichen Tier sollten Sie abklären, ob demnächst mit Nachwuchs zu rechnen ist. So beugen Sie Überraschungen vor.
  • Kastration: Lassen Sie sich beim Tierarzt beraten, ob zum aktuellen Zeitpunkt eine gegebenenfalls notwendige Kastration der Katze erfolgen kann. Das hängt auch von ihrem Alter und Allgemeinzustand ab.
  • Impfschutz/Krankheiten: Bei einem Streuner mit unklarer Vergangenheit kann kaum geklärt werden, ob ein Impfschutz vorliegt. Der Tierarzt berät Sie über das empfehlenswerte Vorgehen bei der Impfplanung. Auf jeden Fall müssen Sie den Gesundheitszustand des Tieres durchchecken lassen.
Eine Katze wird vom Tierarzt untersucht.

 

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Kann man eine Wildkatze zähmen?

Eine Wildkatze ist nicht das Gleiche wie eine verwilderte Katze. Wilde Katzenrassen in unseren Breiten sind die Europäische Wildkatze und der Luchs. Luchse haben ein unverwechselbares Aussehen und kommen in Deutschland trotz diverser Wiederansiedlungsprojekte selten vor. Die Wildkatze ist verbreiteter und kann aufgrund ihrer Statur und Fellzeichnung von Laien leicht mit einer sehr großen getigerten Hauskatze verwechselt werden.

 

Allerdings sind die Tiere scheu, leben überwiegend in Wäldern und meiden den Kontakt mit Menschen. Im Gegensatz zur verwilderten Hauskatze ist es nicht möglich, eine echte Wildkatze zu „zähmen“ – ganz abgesehen davon, dass sich Wildtiere als Haustiere aus verschiedensten Gründen nicht eignen. Darüber hinaus stehen Wildkatzen unter Artenschutz: Die Haltung eines solchen Tieres wäre strafbar.

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