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Welpen BARFen – ist alleinige Rohfütterung ratsam?

08.07.2024 - Lesedauer: 11 Minuten

Hund schaut auf einen Napf mit Rohfutter

BARFen steht bereits seit vielen Jahren bei immer mehr Hundehaltern hoch im Kurs. Die Tierfreunde schätzen die Möglichkeit, ihr Tier besonders natürlich und artgerecht zu füttern. Doch auch Unverträglichkeiten und Allergien können ein guter Grund sein, um auf Rohfütterung umzusteigen. Selbstverständlich willst du deinen Liebling bestmöglich versorgen und das vom ersten Tag an. Wir beschäftigen uns mit der Frage, ob für deinen Welpen BARFen die richtige Wahl beim Futter ist.

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Welpen und BARFen – was ist BARF überhaupt?

B.A.R.F. ist die Abkürzung für „Biologisch Artgerechte Rohfütterung“. Dahinter steht der Gedanke, Hunde möglichst naturnah zu ernähren. Die Zusammensetzung des Futters orientiert sich an den Vorfahren unserer Haushunde – nämlich am Wolf. Wölfe fressen nicht nur Fleisch und ganze bzw. Teile von Knochen, sondern nehmen mit ihren Beutetieren, die ja meist Pflanzenfresser sind, auch pflanzliche Produkte mit auf. Auch die pflanzlichen Anteile spielen eine wichtige Rolle für ihre Verdauung und Nährstoffversorgung.

Das Wissen rund um die Nährstoff- und Energiebedarfe verschiedener Hunde sind die Grundlage tierärztlicher Ernährungsexperten , um die Tagesrationen für Hunde zu berechnen. Entscheidest du dich dafür, deinen Hund mit selbst hergestellten BARF-Rationen zu füttern, geht damit eine große Verantwortung einher, denn der von dir erstellte Futterplan muss alle Bedürfnisse deines Vierbeiners decken.

Man unterscheidet zwischen vollem BARFen und Teil-BARFen. Bei Letzterem wird die Rohfütterung mit anderen Futterarten kombiniert. Die Kombination verschiedener Darreichungsformen nennt man „Mischfütterung“.
Mit einem Welpen im Haus stellt sich nun die Frage: Ist BARFen nur für erwachsene Hunde sinnvoll – oder schon für Welpen eine Alternative zur Fertignahrung?

Welpen BARFen – ja oder nein?

Damit dein neuer Mitbewohner mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird, die er zum Wachsen braucht, solltest du dich vorab genau informieren, was du generell bei der Welpenernährung beachten musst. Gerade in den ersten Wochen nach dem Umzug ist der kleine Magen-Darm-Trakt noch sehr empfindlich. Deshalb ist es sinnvoll, in den ersten Wochen das Futter beizubehalten, dass der Welpe beim Züchter oder bei der vorherigen Pflegestelle bekommen hat. Auch kann ein Welpe keine großen Portionen auf einmal aufnehmen. Darum werden Welpen in den ersten acht bis zwölf Wochen mindestens fünfmal am Tag gefüttert. Nach dem Einzug – meist ab einem Alter von 12 Wochen – sollten dann zunächst 3 Mahlzeiten angeboten werden.

Doch ist es gut, direkt zu BARFen? Immer mehr Züchter machen ihre Welpen heute schon bei der Entwöhnung von der Milch mit Rohfütterung vertraut. Die meisten Hunde lieben ihre BARF-Portionen. Allerdings birgt das Welpen-BARFen auch Risiken. Gerade in den ersten Monaten wachsen die kleinen Fellnasen enorm. Je nach Rasse dauert das sogar bis zu 36 Monate. Ihr Nährstoff- und Energiebedarf verändert sich währenddessen regelmäßig. In dieser Zeit zu BARFen, stellt hohe Ansprüche an den Hundehalter. Die Zusammensetzung der Portionen muss alle ein bis zwei Wochen geprüft und angepasst werden, damit dein Welpe keine Entwicklungsschäden aufgrund einer Nährstoff-Fehlversorgung erleidet. Das Risiko einer Unter- oder Überversorgung mit bestimmten Nährstoffen ist in der Wachstumsphase besonders hoch und kann deinen vierbeinigen Liebling für den Rest seines Lebens beeinträchtigen. Am besten wartest du mit dem Einstieg ins BARFen daher, bis dein Hund ausgewachsen ist.

Tipp:

Bei Fragen und Unsicherheiten sowie für weiterführende Informationen empfiehlt sich auf jeden Fall ein Beratungsgespräch in einer auf Ernährung spezialisierten Tierarztpraxis. Dort steht man dir mit detaillierten Fütterungsplänen zur Seite. Im besten Fall bietet die Praxis den Service einer tierärztlichen Ernährungsberatung an und kann dich im Hinblick auf das Welpen-BARFen eingehend beraten.

Ist BARFen für Welpen schädlich?

Grundsätzlich ist rohes Futter – wenn es richtig ausgewählt und zubereitet wird – für Welpen nicht schädlich oder ungesund. Je jünger das Tier, desto wichtiger ist es, Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten. Informiere dich ausführlich über das BARFen, die potenziellen Inhaltsstoffe, den Nährstoffbedarf und die nötigen Zusätze von Mineralstoffen und Vitaminen. Damit dein Hund stets mit allen notwendigen Nährstoffen im richtigen Maß versorgt ist, solltest du die Zusammenstellung der BARF-Rationen am besten im Rahmen einer tierärztlichen Ernährungsberatung individuell für deinen Vierbeiner entwickeln lassen. Insbesondere bei Welpen ist eine engmaschige Kontrolle und Anpassung der Futterrationen notwendig, da sich der Nährstoffbedarf bei ihnen in kurzen Abständen verändert.

Möchtest du gerne BARFen, fang mit kleinsten Mengen an und betrachte es wie einen besonderen Leckerbissen für den Hund. Die BARF-Mengen sollten nur einen kleinen Teil der täglichen Ernährung ausmachen. Bei dieser Form der Mischfütterung besteht ein Teil der Tagesration also aus einem BARF Menü, der andere aus Trocken- und/oder Nassfutter.

Achte auf die folgenden Grundsätze beim BARFen:

  • Nur rohes Fleisch aus bekannten Quellen verarbeiten.
  • Immer frisches Fleisch nutzen.
  • Nach wenigen Minuten die Reste wegräumen und entsorgen.
  • Bei jungen Welpen gründlich zerkleinern.
  • Vorsicht mit Knochenstücken, die unbemerkt im Fleisch stecken!
  • Äußerste Hygiene und Sauberkeit walten lassen.

Besonders leicht gelingt der Einstieg, wenn bereits beim Züchter geBARFt wurde. Das ist gar nicht so selten der Fall.

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BARF für Welpen: Geht das vor der achten Lebenswoche?

In der Regel füttert der Züchter den Welpen etwa ab der fünften Woche zu, oft handelt es sich dabei um Fertigfutter. Es ist theoretisch möglich, in dieser frühen Phase bereits mit dem BARFen zu beginnen. Die Zusammenstellung der Futterration erfordert besonders in diesem jungen Alter jedoch höchste Fachkenntnis, um den Welpen mit allen notwendigen Nährstoffen zu versorgen. Aufgrund der Komplexität und der Gefahr, trotz guter Absichten einen Nährstoffmangel oder eine Überversorgung auszulösen, wird das BARFen von Welpen aus tierärztlicher Sicht häufig nicht empfohlen.

BARF bei Welpen nach der achten Lebenswoche

Es ist so weit: Dein Welpe zieht wahrscheinlich ungefähr im Alter von zwölf Wochen bei dir ein. In dieser aufregenden Zeit gibt es für dich und deinen neuen Mitbewohner viel Neues zu entdecken. Es zahlt sich aus, bereits im Vorfeld zu planen, wie die ersten Fütterungen aussehen sollen.
Generell gilt: Überstürze nichts in den ersten Tagen. Dein Welpe muss viele neue Eindrücke verarbeiten und benötigt eine gewisse Eingewöhnungszeit. Geh am besten auf Nummer sicher und füttre ihm einige Tage sein vertrautes Futter. Sollte der Züchter bereits geBARFt haben, kannst du dies natürlich ohne Probleme weiterführen.

Wichtig: Das Fleisch sollte fettarm und gehäutet sein. Zudem sollte es püriert werden, bevor es dem Welpen angeboten wird.

Diese Fleischsorten bieten sich dafür an:

  • Hühnerfleisch
  • Putenfleisch
  • Ziegenfleisch

Knochen werden noch keine angeboten. Da aber insbesondere Calcium im Wachstum sehr wichtig ist muss es anderweitig zugefügt werden – beispielsweise über Algenkalk.

Falls dein Welpe beim Züchter nicht geBARFT wurde, kannst du ihn nach Rücksprache mit einem tierärztlichen Ernährungsberater am besten am Ende seiner rasseabhängigen Wachstumsphase von mindestens 12 und bis zu 36 Monaten langsam an die Rohfütterung heranführen. Eine Futterumstellung sollte immer in kleinen Schritten passieren. Hierzu wird über etwa 14 Tage ein immer größerer Teil der Ration vom bisherigen Trocken- und/oder Nassfutter durch BARF Zutaten ersetzt. Auch hier ist eine genaue Berechnung für die jeweiligen Anteilen erforderlich – am besten man bindet dieses Vorgehen gleich in die tierärztliche Ernährungsberatung mit ein. Ersetze keinesfalls sofort alle Mahlzeiten durch BARF. Generell benötigen Welpen täglich etwa fünf kleine Mahlzeiten. Für den Anfang kannst du eine Portion täglich durch rohes Futter ersetzen. Verträgt der Hund diese Umstellung gut, steigere den Anteil in kleinen Etappen.

Es ist möglich, dass bei oder auch nach einer Umstellung Durchfall oder Erbrechen auftreten. In diesem Fall solltest du sicherheitshalber deine Tierarztpraxis kontaktieren.

BARF & Frostfutter für Hunde
Icon Hund Katze Ernährung

Welpen an BARF gewöhnen: So gelingt es!

Das Milchgebiss deines Welpen ist bereits voll entwickelt und die spitzen Zähnchen brauchen Beschäftigung. Gerade am Anfang kann es jedoch sinnvoll sein, das Fleisch zu wolfen. So vermeidest du, dass der Vierbeiner sich an großen Stücken verschluckt.
Für den Einstieg am besten geeignet sind reine Fleischgaben. Beim Fleisch ohne Knochen ist das Risiko des Verschluckens gering. Allerdings sind diese Fleischgaben natürlich keine vollwertige Mahlzeit. Sie sollten daher auch nur als Snacks zur Gewöhnung zusätzlich zum normalen Alleinfutter für einen geringen Zeitraum eingesetzt werden. Geeignete Fleischarten zum Einstieg sind beispielsweise Geflügel oder Rind.

Zusätzlich können Hunde ab etwa acht Wochen lernen, Knochen zu zerkauen. Günstig ist hierbei etwas zu wählen, das mit Sicherheit zu groß zum kompletten Verschlucken ist und vom Welpen erst in Ruhe gekaut werden muss. Knochen solltest du außerdem immer nur roh verfüttern, da sie gegart zu Splitterbildung neigen und schwere Verletzungen verursachen können. Je nach Größe, Rasse und Alter des Hundes sind das zum Beispiel:

  • Hühnerhälse, -flügel oder -beine
  • Entenhälse
  • Kaninchenknochen
  • Knorpel

Für ein wenig ältere Welpen ab etwa sechs Monaten gut geeignet sind außerdem:

  • Kalbsknochen
  • Lammrippen

Hunde lieben Knochen und nehmen sich ausgiebig Zeit, um den Leckerbissen zu genießen. Knochen liefern sehr viel Kalzium für Knochen und Zähne des Hundes. Bedenke bei der Auswahl aber, dass Knochen eine stopfende Wirkung haben. Zu viel Knochen auf einmal ist ein Risiko für deinen Welpen.

Achtung:
Füttere niemals gekochte Knochen. Diese können leicht splittern und schwere Verletzungen hervorrufen. Knochen zum Verfüttern müssen immer roh sein!

Welpen BARFen – die Mischung macht’s!

Eine BARF Ration besteht in der Regel aus 4 Komponenten:

  • Einer tierischen Proteinquelle (Fleisch, Innereien) und ggf. Knochen,
  • pflanzlichen Kohlenhydratquellen (Obst, Gemüse, Getreide & Co),
  • hochwertigen pflanzlichen & tierischen Ölen und
  • einem auf die individuelle Ration abgestimmten Vitamin-Mineralstoffmix.

Die Hauptanteile sind hierbei ca. 60-75% tierische und entsprechend 25-40% pflanzliche Rohstoffe.
Der pflanzliche Anteil muss dabei sinnvoll gewählt werden. Viele Gemüsesorten sind roh nicht gut nicht gut verwertbar oder schlecht verträglich. Dünste oder koche Obst und Gemüse deshalb vor der Fütterung, damit dein Hund die Nährstoffe optimal verdauen kann.

Beim BARFen geht es nicht darum, „vor allem Fleisch“ zu verfüttern. Eine ausreichende Kalziumversorgung zum Beispiel ist vor allem im Welpenalter von großer Bedeutung. Sie trägt dazu bei, dass sich sowohl der Bewegungsapparat als auch die Zähne deines Lieblings normal und gesund entwickeln. Aber auch Ballaststoffe sind für eine gesunde Verdauung extrem wichtig – sie stammen aus den pflanzlichen Kohlenhydratquellen.

Achtung:
Vermeide unter allen Umständen, deinem Hund (auch im Erwachsenenalter) rohes Schweinefleisch zu füttern. Es kann das Aujeszky-Virus enthalten und die sogenannte Pseudowut (Aujeszkysche Krankheit) auslösen, die tödlich verläuft.

Welpen richtig BARFen – Futterzusätze und Öle

Spezielle BARF-Futterzusätze – Vitamine und Mineralstoffe, auch als Mix erhältlich – tragen dazu bei, den kompletten Nährstoffbedarf deines Hundes zu decken. Ohne sie ist eine vollwertige BARF-Ration undenkbar. Achte darauf, die Dosierungsempfehlungen einzuhalten, um eine Über- und Unterversorgung zu vermeiden.

Weitere Zusätze können Kräuter, Seealgenmehl oder Spirulina sein. Diese können einen Einfluss auf die Gesundheit haben wie zum Beispiel eine Unterstützung bei der Verdauung oder für die Gelenke sein.

Im Fachhandel finden sich zudem viele Öle und Fette wie Wildlachs-Öl mit wertvollen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren oder speziell gemischte BARF-Öle. Egal ob Welpe oder Senior: Mit Hilfe von Vitaminen, Mineralstoffen und Ölen kannst du so die Mahlzeit komplettieren.

Tipp: Gerade bei Welpen ist eine punktgenaue Dosierung unverzichtbar. Viele Tierärzte raten vom Welpen-BARFen ab, weil es so schwierig ist, die richtige Zusammensetzung auszurechnen und im Alltag umzusetzen.

Welpen an BARFen gewöhnen mit Fertig-BARF

Viele Tierbedarf-Geschäfte halten inzwischen fertig abgepackte, zum BARFen geeignete rohe Komplettfuttermischungen bereit. Diese portionierten Abpackungen können nicht nur für BARF-Anfänger eine Erleichterung sein, sondern eignen sich ebenso, wenn es mal schnell gehen muss.

Es gibt von vielen Marken auch eine Fertig-BARF-Variante für Welpen. Die Zusammensetzung orientiert sich allerdings am durchschnittlichen Nährstoffbedarf für Welpen von zwei bis zwölf Monaten. Damit sind die konkreten Bedürfnisse nicht über den kompletten Zeitraum korrekt abgedeckt. Deshalb ist auch Fertig-BARF als einziges Futtermittel für deinen Welpen nicht empfehlenswert. Wenn du BARF-Komplettmenüs verwenden möchtest, nimmst du am Besten die Informationen zu den entsprechenden Produkten mit zur tierärztlichen Ernährungsberatung und besprichst deren Eignung für deinen Hund dort individuell.

Teil-BARFen: Welpen mit einem abwechslungsreichen Speiseplan

Wer sich für das Konzept des BARFens interessiert, aber aufgrund der zahlreichen Risiken und Herausforderungen bei der Nährstoffversorgung lieber nicht komplett auf Rohfütterung umsteigen möchte, findet vielleicht Gefallen am Teil-BARFen. Welpen erhalten hierbei eine Mischfütterung.

„Teil-BARFen“ bedeutet, nur einige BARF-Mahlzeiten in den Speiseplan deines Lieblings zu integrieren. Das kann zum Beispiel ein Snack am Nachmittag sein oder eine einzelne Mahlzeit am Morgen. Es ist ratsam, die BARF-Mahlzeit nicht am Abend zu geben, da die rohe Futtergabe schneller verdaut wird als zum Beispiel Trockenfutter. Letztere wirkt besser sättigend über Nacht.

Wenn dein Welpe diese Art der Ernährung gut verträgt, könnte das Teil-BARFen eine alltagstaugliche und etwas weniger aufwendige Fütterungsweise als reines BARF für dich darstellen.

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