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Hundeapotheke & Erste-Hilfe-Set für Ihren Hund

Krankheiten und Unfälle lassen sich leider nicht vermeiden, aber durch einen beherzten Einsatz im Notfall können Schmerzen gelindert und Folgeschäden reduziert werden. Lesen Sie hier, was eine Hundeapotheke für zu Hause und ein Erste-Hilfe-Set für Hunde unterwegs beinhalten sollte.

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Die Hundeapotheke und was Sie damit behandeln können

Mit einer Hundeapotheke behandeln Sie kleinerer Unfälle oder Unwohlsein des Hundes, die keine lebensbedrohliche Situation für den Hund darstellen. Dazu zählen zum Beispiel leichte Verdauungsprobleme, Stresssituation zu Silvester oder während einer langen (Auto-)Reise. Im Notfall können Sie Ihren Hund auch das Leben retten, wenn Sie mit einer Erste-Hilfe-Maßnahme und dem notwendigen Equipment gezielt handeln.

Alltägliche Gefahren für die Hundegesundheit

So ein Unfall ist leider schneller geschehen, als man hinschauen kann.

Zu den häufigsten Gefahren im Hundealltag zählen zum Beispiel:

  • Verletzungen an den Pfoten durch Splitter oder Glasscherben
  • Zeckenbiss
  • Eingerissene Kralle oder abgerissene „Wolfskralle“
  • Hausunfälle wie Verbrennungen in der Küche, geklemmte Rute oder Pfoten oder verschluckte Gegenstände
  • Leichte, aber auch lebensbedrohliche Vergiftungen durch unverträgliche Lebensmittel, Putzmitteln, Humanmedikamente oder „Giftköder“

 

In all diesen Fällen ist ein schnelles Handeln und der Weg zum Tierarzt notwendig!

Die Hundeapotheke richtig zusammenstellen

Ihre individuelle Hundeapotheke können Sie mithilfe eines Tierarztes oder erfahrener Tierheilpraktiker so bestücken, wie es den besonderen Bedürfnissen Ihres Hundes am besten entspricht. Das ist insbesondere dann zu empfehlen, wenn Ihr Hund eine bestimmte (Medikamenten-, Nahrungsmitteln-)Unverträglichkeit oder chronische Krankheit vorweist.

Was gehört in die Hundeapotheke und warum?

Hunde im Schock oder unter großen Schmerzen können unberechenbar sein, daher ist eine Maulschlaufe aus Gummi oder aus Mullbinde hilfreich bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen.

 

Für die Versorgung von Wunden benötigen Sie Verbandszeug, bestehend aus einem Desinfektionsmittel (z. B. Betaisodona oder einem vergleichenden Produkt ohne Alkohol!), Wundsalbe, Mullbinden, sterilen Mulltupfern, Verbandswatte, Haftbinden (z. B. Co-Flex vom Tierarzt), Wundpflaster und einer Verbandsschere.

 

Chihuahua mit Verband an der Pfote, Chihuahua beim Tierarzt

 

Eine Einwegspritze ohne Kanüle hilft dabei, Desinfektionsmittel zielsicher aufzutragen oder dem Hund Medizin oder Flüssigkeit zu verabreichen.

 

Bei einer Pfotenverletzung sind Babysocken oder Hundeschuhe praktisch, um die Wunde zu schützen.

 

Ohrreinigungsmittel wenden Sie an, wenn Ihr Hund sich oft am Ohr kratzt oder häufig den Kopf schüttelt. Das können Anzeichen für eine Entzündung sein, die man im gereinigten Ohr besser erkennen kann. Kleine Fremdkörper können so auch herausgeschwemmt werden. Wenn die Symptome bleiben, sollten Sie jedoch den Arzt aufsuchen, damit es nicht zu schwerwiegenden Erkrankungen im Mittel- oder Innenohr kommt.

 

Ob Ihr Hund Fieber hat, verrät Ihnen das digitale Fieberthermometer, das Sie ihm mit etwas Melkfett, Vaseline oder Öl vorsichtig in den Anus einführen. Die messbare normale Körpertemperatur liegt beim Hund zwischen 37,5 und 38,5 °C. Welpen und aufgeregte Hunde können aber auch bis zu 39,5 °C haben, ohne krank zu sein.

 

Auch die Sommerhitze kann eine erhöhte Temperatur bei dickfelligen oder gestressten Vierbeinern verursachen. Diese Überhitzung können Sie lindern, indem Sie das Fell mit Wasser besprühen, ein Cool-Halsband umlegen oder eine Cool-Liegedecke anbieten. Eine einfache Methode ist, dem Hund ein nasses T-Shirt anzuziehen. Sorgen Sie aber dafür, dass das T-Shirt immer nass bleibt, sonst ist es kontraproduktiv!

Checkliste Hundeapotheke für zu Hause:

  • Einweghandschuhe
  • Mullbinden und sterile Mulltupfer
  • Verbandswatte
  • Fixierpflaster
  • Verbandsschere
  • Desinfektionsmittel ohne Alkohol zur Wunddesinfektion
  • Wundsalbe
  • Aktivkohle
  • Ohrreinigungsmittel (Ohne Wirkstoffe wie z. B. Antobiotika oder Cortison)
  • Einwegspritze ohne Kanüle
  • Babysocken oder Hundeschuhe
  • Zeckenzange/Pinzette
  • Flohmittel/Insektenschutzmittel
  • Entwurmungstabletten
  • Fieberthermometer
  • Telefonnummer Ihres Tierarztes, einer Tierklinik sowie des tierärztlichen Notdienstes!

Ergänzen Sie Ihre Hundeapotheke in Absprache mit Ihrem Tierarzt um folgende nützliche Notfallmedikamente:

  • Naturbasiertes leichtes Sedativum wie die Produkte aus der „Bachblüten“-Tiermedizin, die sich für besonders stressige Momente Ihres Hundes (Feuerwerk, Unruhe nach einer Beißerei oder anderen Verletzungen, Autofahrt) eignen.
  • Antiallergische Salbe gegen angeschwollene, schmerzhafte Insektenstiche. Bitte achten Sie darauf, dass Ihr Liebling die Salben nicht ableckt.
  • Abschwellendes, kühlendes und schmerzlinderndes Verstauchungsgel (z. B. Traumeel Salbe/Gel).
  • Einige Hunde sprechen sehr gut auf homöopathische Mittel wie Kolloidales Silber, Globulis und Schüssler Salze an. Lassen Sie sich von erfahrenen Tierärzten oder Tierheilpraktikern beraten.

Überprüfen Sie regelmäßig den Inhalt Ihrer Hundeapotheke auf das jeweilige Verfallsdatum der Präparate!

Erste-Hilfe-Set für Hunde unterwegs – was gehört unbedingt dazu?

Ein Erste-Hilfe-Set für Hunde gehört in jede Handtasche eines Hundehalters, ins Auto oder in den Rucksack beim Wandern.

Checkliste Erste-Hilfe-Set für unterwegs:

  • Mull- oder Fixierbinden: zur Wundversorgung, gegebenenfalls zum Fangzubinden und Behelfsleine
  • Druckverband
  • Verbandstuch zur Wundversorgung
  • Fixierpflaster
  • Verbandsschere
  • Wundsalbe

Umso schneller eine Zecke aus dem Hundekörper entfernt wird, desto geringer ist das Risiko auf eine Übertragung mit gefährlichen Krankheitserregern. Es spricht also nichts dagegen, die Zecke sogleich loszuwerden und die betroffene Körperstelle des Hundes mit Betaisadonasalbe zu desinfizieren. Daher ist die sinnvolle Ergänzung Ihres Erste-Hilfe-Sets um eine Zeckenzange/Pinzette.

 

Im Winter oder im Sommer am Strand sind wunde Hundepfoten und Pfotenverletzungen keine Seltenheit. Gute Dienste leisten dann Babysocken oder Hundeschuhe.

 

Wer mag, kann das Notfall-Set durch zusätzliche Medikamente aus der Hundeapotheke ergänzen.

Sonderfälle: „Giftköder“, Schneckenkorn, Ratten- und andere Gifte aus dem Haushalt

Hoffentlich werden Sie und Ihr Hund diese Notfallsituationen nie erleben müssen: Ihr Hund hat einen Giftköder, Rattengift oder Medikamente von Ihrem Nachttisch aufgefressen.

 

Für Giftköder gibt es Apps wie „Giftköder-Alarm“, die Sie zuvor auf Ihrem Handy installieren können. Mit deren Hilfe sind Sie darüber informiert, wo Giftköder gemeldet wurden und wo sich Tierkrankenhäuser und Notfallstationen befinden (ggf. tragen Sie diese selbst dort ein). Rattengifte und Schneckenkorn stellen neben den böswillig gegen Hunde ausgelegten „Giftköder“ die schlimmsten Gefahren für unsere Vierbeiner dar. Bei beiden Giften reicht es in einigen Fällen allein schon das Riechen am Köder, um eine Vergiftung auszulösen! Seien Sie daher besonders wachsam, wenn weiße oder bunte Kügelchen am Boden ausgestreut liegen, das könnte Schneckenkorn sein. Schneckenkorn entfaltet seine giftige Wirkung wesentlich schneller als Rattengift, das sichtbare Symptome manchmal erst einige Stunden nach der Einnahme zeigt. Von Hundehassern ausgelegte „Giftköder“ können beide Gifte enthalten.

 

Darüber hinaus sollten Sie nicht die „alltäglichen“ Giftstoffe aus den Augen verlieren. Ein abgestellter Eimer Wasser mit Putzmittel, Schokolade, Trauben oder eine entsprechend präparierte offenstehende Toilettenschüssel können besonders neugierigem Hund, Welpen oder durstigen Hunden zum Verhängnis werden.

 

Übersicht von giftigen Lebensmitteln für Hunde.

 

Aber auch in der freien Natur werden Gifte, sogenannte Pestizide als Schädlingsbekämpfung ausgestreut. Sie sind nicht nur für unerwünschte Insekten schädlich, sondern auch für unsere Vierbeiner. So kann insbesondere für junge, alte und kranke Hunde ein Spaziergang in der Natur eine Vergiftung nach sich ziehen, wenn sie mit Pestiziden behandelten Pflanzen und Feldern in Berührung kommen. Informieren Sie sich am besten vorab, wann Pestizide auf Ihren Spazierstrecken eingesetzt werden und meiden Sie diese für einige Tage.

 

Seien Sie achtsam mit Ihren Medikamenten wie Schmerzmitteln, Psychopharmaka, Schlaftabletten, Hormonpräparaten („Antibabypille“) – sie alle stellen für Ihren Hund große Vergiftungsquellen dar!

 

Viele unserer Lebensmittel, die für uns sogar gesundheitsfördernd sind, stellen für unsere Vierbeiner echte Gifte dar. Dazu gehören unter anderem: Schokolade, rohes Schweinefleisch (wegen möglicher Aujeszky-Viren), alle Nachtschattengewächse (Kartoffel, Tomaten, Auberginen, Paprika), Süßstoffe, Zwiebel, Avocado, Kernobst, Kaffee und Alkohol (auch Bier). Schon geringe Mengen dieser Substanzen können für Hunde – je nach Größe, Rassedisposition oder Vorerkrankungen – tödlich sein! Fressnapf hat für Sie eine ausführliche Liste mit den für Ihren Hund gefährlichen Nahrungsmitteln unter „Giftige Lebensmittel für Hunde“ zusammengestellt.

Was ist zu tun, wenn mein Hund Giftköder gefressen hat?

Im Fall einer Vergiftung des Hundes kann das schnelle Verabreichen von Aktivkohle die Wirkung der Giftstoffe mindern. Auf jeden Fall sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen und ihm nach Möglichkeit Erbrochenes, Ausgeschiedenes und die giftige Substanz mitbringen.

Wichtiger Hinweis

Die Ratgeber-Inhalte können einen Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen! Diese Informationen sollten nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwendet werden. Bei Erkrankungen von Tieren und Verwendung von Medikamenten sollte ein Tierarzt konsultiert werden.

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