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Zwei Hasen

Hase und Kaninchen: Unterschiede, größer als nur eine Ohrlänge

Wenn Kaninchen ins Haus einziehen, hilft in Bezug auf deren Haltung und Bedürfnisse ein Blick auf das Leben ihrer „wilden Verwandten“. Lernen Sie bekannte und weniger bekannte Unterschiede bei Hase und Kaninchen kennen. Und erfahren Sie, warum Stallhasen keine Hasen sind.

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Hase oder Kaninchen – was macht den Unterschied aus?

Als Meister Lampe besitzt der (Feld-)Hase einen festen Platz in unserer Kultur, den Mythen und Märchen. An Ostern beherrscht er als vergnügter Eierbote das Geschehen. Der Maler Albrecht Dürer setzte ihm ein ewiges Denkmal, und stets verknüpfen Menschen das Wesen des Feldbewohners mit Schwung und Fröhlichkeit. Neben ihm betritt sein Cousin die Bühne der populären Haustiere: das Kaninchen. Und während beide nicht selten in einen Topf geworfen werden, so trennt sie doch mehr als weithin bekannt ist. Gemein ist den Mümmelmännern nur wenig: Sie gehören beide nicht zu den Nagetieren, sondern zu den „Hasenartigen“. Und beide sind ausgeprägte Fluchttiere.

 

In Lebensweise und Optik weisen Hase und Kaninchen wesentliche Unterschiede auf. Hier ein kleiner Überblick:

  • Körperbau und Aussehen: Hase schlank und groß, lange Ohren, lange und muskulöse Beine; Kaninchen klein und gedrungen, kurze Ohren, kurze Beine
  • Maße: Hase 50 bis 70 Zentimeter lang und 4 bis 7 Kilogramm schwer; Kaninchen 25 bis 40 Zentimeter lang und 1 bis 3 Kilogramm schwer
  • Färbung: Hase graubraun mit schwarz-weißem Schwanz (Blume genannt); Wildkaninchen ebenfalls graubraun, im Nacken rostrot bis braun; Hauskaninchen in zahlreichen Farbvarianten
  • Lebensraum: Hase Felder, Wiesen und Wald; Kaninchen dichtes Gelände, kleine Wiesen oder tiefer liegende Bauten
  • Soziales Verhalten: Hase Einzelgänger (außer Paarungszeit); Kaninchen in geselligen Gruppen
  • Kinderstube: Hase Nestflüchter, bei Geburt behaart mit ausgeprägten Seh- und Hörsinn; Kaninchen Nesthocker, bei Geburt nackt, blind und hilflos

 

Übrigens: Der biologischen Kreuzung zwischen beiden Vertretern hat Mutter Natur einen Riegel vorgeschoben. So verfügt das Kaninchen nur über 44 Chromosomen. Beim größeren Hasen beträgt die Zahl 48.

Was steht auf dem Speiseplan?

Beide – Hase wie Kaninchen – bevorzugen als Pflanzenfresser das Angebot ihrer natürlichen Umgebung. Gräser, Wurzeln und Knollen sowie aromatische Kräuter landen gut zermahlen im Magen. Getreide und Kohl erweitern die Liste bevorzugter Nahrung. Im Winter greifen beide auf Rinde, Knospen und Zweige zurück.

Während das Kaninchen jedoch als längst etablierter Bewohner der Innenstädte in Parks und Anlagen reichhaltige Nahrung findet, verödet das Angebot für den Hasen auf Acker und Feld. Gründe dafür sind die Monokultur in der Landwirtschaft und flächendeckende Unkrautvernichtung.

Info: Auch das Zierkaninchen, populäres Familienmitglied in vielen Haushalten, liebt die Abwechslung im Futternapf.

Eine Haltung von Hasen ist nicht erlaubt. Sie gehören zu den geschützten Tieren und dürfen weder gezüchtet noch der Natur entnommen werden. Übrigens: Auch wenn der große „Stallhase“ je nach Rasse stark an das Langohr erinnert – er ist tatsächlich ein Kaninchen.

Wer schafft den Sprung in die Zivilisation?

Ausgehend von Europa eroberten sich beide Arten mit den Menschen Australien und Südamerika. Auch in Neuseeland und Teilen Ozeaniens fanden die Tiere beste Voraussetzungen, um heimisch zu werden. Anders als der Feldhase (Lepus europaeus) – kurz Hase – hat sich das Kaninchen (Oryctolagus cuniculus) als Wild- und Haustier Herz und Lebensraum des Menschen erobert. Trotz seiner Anpassung an einen stark veränderten Lebensraum gerät der Hase immer mehr in Bedrängnis und gehört mittlerweile zu den gefährdeten Arten. Flurbereinigung und exzessive Landwirtschaften rauben ihm zusehends die notwendigen Schutzräume in kleinen Wäldern und Büschen, was nicht zuletzt die Aufzucht der Jungtiere gefährdet.

Hingegen hat sich das Kaninchen in manchen Innenstädten derart ausbreitet, dass es mancherorts als Plage angesehen wird. Unterirdische Tunnelsysteme in Parks, auf Friedhöfen und in sonnengewärmten Hochwasserdämmen erlauben den Kaninchen-Großfamilien, bei Gefahr abzutauchen. Dort wächst der Nachwuchs von zwei bis sieben Tieren nach 30 Tagen Tragezeit geschützt auf. In Anbetracht der Größe der Familienverbände steigt die Population schnell an. Auch das ist ein wesentlicher Unterschied zwischen Hase und Kaninchen. Denn der langohrige Einzelgänger trifft den Partner nur kurzzeitig zur Paarung von Januar bis Oktober.

Das macht Hase und Kaninchen das Leben schwer

Im Vergleich von Hase und Kaninchen zeigen sich die Gefahren für beide sehr ähnlich. Neben der modernen Welt mit schnell fahrenden Autos, Umweltgiften wie Düngemitteln, einseitiger Bestellung der Felder und Jägern stellen ihnen Greif- und Rabenvögel sowie Füchse nach. Während das Kaninchen dann schnellstmöglich den nächsten Baueingang ansteuert, sucht der Hase sein Heil in einer rasant schnellen Flucht mit bis zu 70 Stundenkilometern. Dabei verwirrt er die Verfolger mit beeindruckenden Richtungswechseln und immenser Sprungkraft von bis zu zwei Metern Höhe.

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