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Kaninchenstall winterfest machen: So können deine Kaninchen im Außenstall überwintern

31.10.2023 - Lesedauer: 7 Minuten

Ein Kaninchen sitzt im Stall auf Heu.

Ein geräumiger Kaninchenstall im Garten mit freiem Zugang zu einem großen Auslauf gilt als die beste Haltungsform für Kaninchen: Die Tiere haben Gras zum Mümmeln, Platz zum Spielen, Sonnenlicht und jede Menge frische Luft. An warmen Tagen ist der Aufenthalt im Freien ideal für sie. Aber was geschieht im Winter, wenn es kalt, nass und ungemütlich wird und das Gras unter einer Schneeschicht verschwindet? Kannst du deine Kaninchen draußen im Außenstall überwintern lassen? Können Kaninchen bei Eis und Schnee in den Freilauf gehen? Hier liest du, wie du deinen Kaninchenstall winterfest machst und dafür sorgst, dass sich deine Kaninchen auch bei Minusgraden rundum wohlfühlen.

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Wie überwintern Kaninchen in der freien Natur?

Obwohl Wildkaninchen – die Stammeltern unserer Hauskaninchen – ursprünglich aus mediterranen Regionen in unsere Breiten eingewandert sind, haben die Tiere sich an die winterliche Witterung mit Eis und Schnee angepasst. Sie sind auch im Winter aktiv und halten keinen Winterschlaf. In der Natur legen die Kaninchen weitverzweigte, unterirdische Gangsysteme an, die sie im Winter auch vor der Kälte schützen. Die Winternahrung der Wildkaninchen besteht einerseits aus Pflanzen, die sie unter der Schneedecke hervorscharren; ihr starkes Gebiss ermöglicht es darüber hinaus, Wurzeln und Rinde in den Speiseplan aufzunehmen. Außerdem futtern sich Wildkaninchen vor Wintereinbruch eine möglichst dicke Speckschicht an, von der sie in mageren Zeiten zehren können. Die wilden Verwandten unserer Hauskaninchen haben sich also bestens mit dem Winter arrangiert.

Kann ich Kaninchen im Winter draußen lassen?

Wenn deine Kaninchen gesund sind, und schon seit dem Frühjahr im Außengehege gehalten werden, ist die Überwinterung im winterfesten Kaninchenstall kein Problem: An die schwankenden Temperaturen im Jahresverlauf angepasst, entwickeln deine Kaninchen schon im Herbst einen warmen Winterpelz mit dichter Unterwolle. Da Kaninchen sich außerdem bei Kälte aneinander kuscheln, wärmen sie sich gegenseitig. Geschwächte oder trächtige Tiere, Jungtiere und Kaninchen, die noch nicht genug Zeit hatten, sich an die Außenhaltung anzupassen, sollten hingegen besser im Haus überwintern. Auch bei einigen Kaninchenrassen mit wenig Unterwolle ist die Überwinterung im Freien etwas heikler.
Das gilt ebenso für Kaninchen mit sehr üppigem Deckhaar wie Angora- oder Löwenköpfchen, da das lange Fell schneller nass wird und im Winter schwer trocknet. Solche Kaninchen benötigen unbedingt ein absolut trockenes Außengehege. Bei Rexkaninchen fehlt wiederum eine üppige Deckhaarschicht, die vor Witterung schützt. Sie benötigen daher einen besonders geschützten Stall und einen überdachten Freilauf, andernfalls ist eine ganzjährige Außenhaltung nicht möglich.

Um auf Nummer sicher zu gehen, lässt du vor dem Wintereinbruch am besten einen tierärztlichen Gesundheits-Check durchführen: Sind deine Kaninchen gesund, werden sie auch mit niedrigen Außentemperaturen zurechtkommen. Solange die Versorgung der Tiere mit Futter sichergestellt und der Kaninchenstall winterfest ist, macht die Kälte ihnen nicht viel aus – wichtiger ist, dass sie auch weiterhin ungehindert den Auslauf in ihrem gewohnten Gehege nutzen können. Kaninchen toben übrigens gern im Schnee herum – die Bewegung hält sie warm und fit.

Wie kann ich den Kaninchenstall winterfest machen?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, deinen Kaninchenstall winterfest zu machen. Was am sinnvollsten ist, hängt auch vom Standort und der Bauart deines Kaninchenstalls ab. Am besten unterziehst du deinen Kaninchenstall und den Freilauf schon im späten September einer gründlichen Inspektion und überprüfst, ob Reparaturen notwendig sind, alles winterfest und sicher vor Fressfeinden ist oder ob Handlungsbedarf besteht. So hast du noch ausreichend Zeit, die Maßnahmen umzusetzen.

Ein Kaninchenstall sollte immer möglichst windgeschützt und nicht an der Wetterseite deines Hauses stehen. Stellst du bei deiner Herbstinspektion fest, dass der Standort nicht ideal ist, kannst du deinen Kaninchenstall eventuell noch umsetzen. Wichtig ist, Zugluft und den direkten Kontakt mit Regen oder Schnee zu vermeiden. Im Einzelfall kann es auch helfen, den Stall und das Freigehege insgesamt zu überdachen.

Überprüfe ob die Ställe, in denen deine Kaninchen sich zum Kuscheln und Schlafen zurückziehen, direkten Bodenkontakt haben. Das sollte nicht der Fall sein, weil im Winter sonst die Bodenkälte und Nässe in den Schlafbereich dringen kann. In der Regel sind Kaninchenställe aber so gebaut, dass die Ruhebereiche über eine Rampe erreichbar sind, oder zumindest keinen Bodenkontakt haben. Liegt der Kaninchenstall auf dem Boden auf, kannst du den gesamten Stall zum Beispiel auf Porenbetonsteine oder andere Stelzen stellen. Den Stallboden solltest du von unten isolieren und mit einer dicken Folie gegen Nässe abdichten. Auch das Dach des Kaninchenstalls solltest du mit einer stabilen Plane oder einer speziellen Isolierfolie gegen Nässe abdichten.

Winterfeste Kaninchenställe fertig kaufen

Heimwerken ist nicht dein Ding? Kein Problem! Im Handel findest du auch bereits fix und fertig isolierte Kaninchenställe, die winterfest sind. Hier musst du beim Aufbau nur noch auf den richtigen Standort achten. Trotzdem solltest du aber im Herbst überprüfen, ob am Kaninchenstall noch alles intakt und fit für den Winter ist.

Wie isoliere ich den Kaninchenstall winterfest mit Wärmedämmung?

Um deinen Kaninchenstall zu dämmen, musst du kein Profi sein: Die Isolierung deines winterfesten Kaninchenstalls kannst du ganz leicht selber bauen. Wichtig ist allerdings, dass deine Tiere nicht an das Isoliermaterial herankommen. Kaninchen knabbern einfach zu gerne – deswegen empfehlen wir zwei Varianten, bei denen die Wärmedämmung komplett verkleidet wird.

So dämmst du den Kaninchenstall mit Styroporplatten oder Luftpolsterfolie:

  • Das brauchst du: Isoliermaterial, z. B. Styroporplatten oder Luftpolsterfolie, Kleber, Sperrholzbretter, lange Schrauben, Zollstock, Cutter, ggf. Säge
  • Miss die Seiten, die Rückwand, den Boden und auch das Dach deines Stalls von außen aus.
  • Schneide die Styroporplatten oder die Luftpolsterfolie mit einem scharfen Messer in den jeweiligen Größen zu.
  • Klebe das Isoliermaterial von außen an die entsprechenden Wände oder verwende Dämmnägel zur Befestigung.
  • Beim Dach befestigst du die Isolierung zwischen Dachpappe und Holz.
  • Achte darauf, dass die Nägel nicht ins Stallinnere hineinragen.
  • Verkleide nun den Stall von außen mit den Sperrholzplatten oder einem wetterfesten Material, das du mit langen Schrauben durch die Isolierung bis in die Innenwand des Stalls schraubst.
  • Achte darauf, dass die Schrauben nicht bis ins Stallinnere hineinragen.
  • Streiche das Sperrholz mit einem geeigneten Wetterschutz.
  • Deine Wärmedämmung ist nun sicher zwischen zwei Holzplatten eingebettet.

Mit beiden Varianten (Styroporplatten und Luftpolsterfolie) sind die Wände deines Kaninchenstalls perfekt gedämmt. Nun musst du dich nur noch den meist mit Drahtgeflecht versehenen Türen zuwenden. Dafür kannst du entweder Decken zuschneiden und vor den Türen mit Nägeln befestigen oder du entscheidest dich für eine Variante mit Plexiglas – bei der deine Kaninchen den Durchblick behalten.

Wie macht man einen Kaninchenstell mit Plexiglas winterfest?

Mit Plexiglas kannst du die Stalltüren wind- und wetterfest machen. Dazu werden die mit Drahtgeflecht versehenen Türen der einzelnen Kaninchenställe mit passgenau zugeschnittenen vier Millimeter dicken Plexiglasscheiben versehen. Die Plexiglasscheiben werden auf Abstandhalter montiert – das hat einen großen Vorteil: So kannst du sie im Sommer leicht wieder demontieren. Auch mit Magneten kann man hier gute Ergebnisse erzielen. Am besten lässt du die Plexiglasscheiben schon im Baumarkt zuschneiden und vorbohren. Auf eine ausreichende Luftzirkulation musst du aber unbedingt achten. Plane dafür einen Lüftungsschlitz ein.

Was hält Kaninchen im Winter warm?

Deine Kaninchen halten sich im Winter durch Bewegung und Kuscheln mit Artgenossen warm. Auch eine Extraportion Einstreu hilft. Eine etwa zehn Zentimeter dicke Streuschicht dient als zusätzliches Isoliermaterial. Auf die Einstreu gibst du eine dicke Schicht aus Heu und Stroh, die deine Kaninchen nach eigenen Vorstellungen verbauen können. Häufig entsteht daraus auch ein molliges Kuschelnest.

Frieren deine Kaninchen, obwohl du den Kaninchenstall bereits winterfest gemacht hast, musst du für eine künstliche Wärmequelle sorgen. Eine Wärmematte mit geringer Leistung kann hier am besten Abhilfe schaffen. Unter Umständen eignen sich auch Wärmestrahler, die die Temperatur im Stall jedoch nicht deutlich über 12 °C aufheizen sollten. Wichtig ist, dass deine Kaninchen jederzeit die Möglichkeit haben, sich der Wärme zu entziehen, wenn es ihnen zu warm wird. Auch sollte ein ausreichender Sicherheitsabstand eingeplant werden, der bis zu den Ohren von aufgerichteten Kaninchen noch genügend Abstand garantiert. Ein Sicherheitsabstand zum Holz sollte ebenso selbstverständlich sein, um Brandgefahr zu vermeiden. Praktisch sind sogenannte Frostwächter, die bei einer festgelegten Temperatur anspringen und sich nach Erreichen der Wohlfühltemperatur automatisch wieder ausschalten.

Was muss ich bei der Haltung im winterfesten Kaninchenstall beachten?

Auf einige Dinge musst du bei der Außenhaltung im winterfesten Kaninchenstall besonders achten: Da im Winter die Wassertränken leicht einfrieren können, musst du sie mit einem Tränkenwärmer eisfrei halten. Feuchte Einstreu solltest du so schnell wie möglich wechseln, damit deine Lieblinge sich nicht erkälten. Praktisch ist im Winter eine besonders saugfähige Einstreu, zum Beispiel Holzstreu eignet sich gut. Denke dabei an eine ausreichende Überstreu, damit die Laufflächen für die Füße deiner Lieblinge gut gepolstert sind!

Auch wenn es schwerfällt und du selbst frierst: Wenn deine Kaninchen im Außenstall überwintern, darfst du sie nicht zwischendurch zum Schmusen und Spielen in beheizte Räume bringen. Die raschen Temperaturwechsel zwischen Wärme und Kälte belasten den Organismus und können Erkrankungen begünstigen – das gilt auch für kurze Aufenthalte im Haus und für den Fall, dass ein Kaninchen im Winter erkrankt. Sofern eine Quarantäne von der Gruppe unvermeidbar ist, sollte das Tier bis zur Genesung in einem ungeheizten Raum, etwa der Garage, untergebracht und nicht der zusätzlichen Belastung durch Temperaturschwankungen ausgesetzt werden. Mit Mütze und Winterjacke ausgerüstet, kannst du dich auch an kalten Tagen mit deinen Kaninchen im Freien beschäftigen.

Gönn deinen Kaninchen außerdem eine etwas großzügigere Futterration. Bei Kälte verbrauchen die Tiere mehr Energie zur Regulierung ihrer Körpertemperatur. Beachte dabei, dass Frischfutter wie Salatblätter oder Kräuter bei niedrigen Temperaturen ebenfalls gefrieren. Biete den Kaninchen daher ausreichend Raufutter wie Heu und frostfestes Gemüse wie Grünkohl an. Besonders im Winter ist es besser, mehrfach am Tag kleinere Portionen zum sofortigen Verzehr zu reichen. Heu muss allerdings immer zur Verfügung stehen.

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