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Pfotenbalsam für Hunde selber machen – Gepflegte Pfoten rund ums Jahr

31.10.2023 - Lesedauer: 8 Minuten

Hund bekommt Pfotenbalsam aufgetragen

Mit dem richtigen Pfotenbalsam bleibt dein Hund Sommer wie Winter aktiv und fröhlich. Erfahre hier, wie du Pfotenbalsam ganz einfach selber machen kannst.

Hundepfoten müssen einiges aushalten – ganz besonders im Winter. Eis, Schnee, Splitt und Streusalz machen ihnen in der kalten Jahreszeit zu schaffen. Aber auch im Sommer können die Pfoten eines Hundes besonderen Belastungen ausgesetzt sein, wie heißem Asphalt oder Sand und Salzwasser. Dann steht besonders gründliche Pfotenpflege auf dem Programm. Neben dem regelmäßigen Kürzen des Fells zwischen den Ballen und dem Krallen schneiden gehört dazu vor allen Dingen die Pflege der Ballen mit einem Pfotenbalsam, der die empfindliche Haut in ihrem Regenerationsprozess unterstützt. Wann du die Pfoten deines Hundes mit einem Pfotenbalsam pflegen solltest, worauf du bei der Auswahl des Balsams achten musst und wie du selbst einen Pfotenbalsam herstellen kannst, erfährst du hier.

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Wofür ist Pfotenbalsam gut?

Pfotenbalsam pflegt die empfindliche Haut der Pfotenballen deines Hundes. Ist sie jahreszeit- oder aktivitätsbedingt starken Belastungen ausgesetzt, kann sie leicht trocken, spröde und damit auch rissig werden. Die meisten Hunde reagieren darauf mit ausgiebigem Lecken. Ein Teufelskreis entsteht: Durch das Lecken trocknet die Haut noch mehr aus und ist gleichzeitig den Bakterien auf der Hundezunge ausgesetzt. So können Infektionen und Entzündungen entstehen. Ist die Hautbarriere erst einmal geschwächt, werden die Pfoten noch anfälliger für Umwelteinflüsse wie Hitze, Kälte, Streusalz, Schmutz aber auch für Keime wie Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten.

Ein Pfotenbalsam für Hunde hat also vor allen Dingen die Aufgabe, die Haut der Pfotenballen gesund, elastisch und geschmeidig zu halten. Er sorgt für eine intakte Hautbarriere, lindert den Juckreiz, der durch trockene Haut entsteht und dämmt damit das Belecken der Pfoten ein. Ein guter, pflegender Pfotenbalsam verleiht der Haut eine Schutzschicht gegen Umwelteinflüsse und beschleunigt die Regeneration der Haut.

Warum sind gepflegte Pfoten so wichtig für den Bewegungsapparat?

Gepflegte Ballen und Krallen sind eine wichtige Voraussetzung für das richtige Aufsetzen und Abrollen der Pfoten und damit für einen gesunden Bewegungsapparat. Hat dein Hund Schmerzen beim Auftreten, wird er versuchen, die Pfoten so aufzusetzen, wie es ihm am wenigsten unangenehm ist. Solche Schonhaltungen führen auf Dauer zu Folgeschäden wie muskulären Verspannungen, Fehlstellungen des Bewegungsapparates und sekundären degenerativen Gelenkerkrankungen. Außerdem ist natürlich auch die Trittsicherheit, die Federung und generell die Funktion der Pfoten eingeschränkt. Neben dem Krallen schneiden und einer gepflegten Ballenhaut ist es auch wichtig, dass du das Fell an den Pfoten kurzhältst: Im Sommer nisten sich in verfilztem Fell zwischen den Ballen gern Parasiten wie zum Beispiel Grasmilben ein und im Winter kann sich dort Streusalz und Splitt festsetzen, was zu wunden, entzündeten Pfoten und schmerzhaften Infektionen führen kann.

Hund im Schnee

Wann sollte ich Pfotenbalsam bei meinem Hund verwenden?

Am besten wirst du schon präventiv tätig: Das heißt, wenn du weißt, dass die Pfoten deines Hundes in nächster Zeit außergewöhnlichen Belastungen ausgesetzt sind, trägst du den Pfotenbalsam am besten vorher und nachher auf. Zu nicht-alltäglichen Belastungen zählen zum Beispiel: eine lange Gassirunde im Schnee, Gehen auf gestreuten Wegen, Spielen und Toben an Strand und Meer, eine lange Runde auf warmem Asphalt, Laufen neben dem Fahrrad, Hundesport wie Agility, eine ausgiebige Wanderung im Geröllfeld und dergleichen. Vorher aufgetragen, verleiht der Balsam den Pfoten eine Schutzschicht gegen Umwelteinflüsse und sorgt dafür, dass die Haut an den Ballen elastisch bleibt und nicht so schnell einreißt. Nach der Belastung auf die gereinigten Pfoten aufgetragen, unterstützt er die Haut dabei sich schnell von den Strapazen zu erholen. So kommt es erst gar nicht zu schmerzhaften Pfotenverletzungen, die häufig eine langwierige Behandlung nach sich ziehen.

Wie sieht die richtige Pfotenpflege für Hunde im Winter aus?

Im Winter ist ein pflegender Pfotenbalsam für Hunde Pflicht: Schnee und Streusalz trocknen die Haut an den Ballen aus, wodurch sie rissig wird. So kann scharfkantiger Rollsplitt die Ballen leicht verletzten und das beißende Streusalz kann eindringen. Die wunde Haut schmerzt und juckt und wird von den meisten Hunden beleckt – so kann leicht eine Infektion entstehen.

Die richtige Winterpflege für Hundepfoten sieht daher folgendermaßen aus:

  • Bevor ihr zu eurem Spaziergang aufbrecht, trägst du einen pflegenden Pfotenbalsam auf.
  • Wenn möglich meidet ihr mit Rollsplitt oder anderem Streugut gestreute Wege.
  • Zuhause angekommen, bereitest du deinem Hund ein lauwarmes Fußbad.
  • Reinige darin die Pfoten gründlich von Splitt, Salz, Sand oder anderem Streugut.
  • Nach dem Reinigen trocknest du die Pfoten sorgsam ab und kontrollierst sie auf eventuelle Verletzungen und Risse.
  • Jetzt trägst du den Pfotenbalsam erneut auf und massierst ihn gründlich ein.
  • Halte außerdem das Fell zwischen den Pfotenballen kurz, so kann sich weniger Splitt und Streugut festsetzen.
  • Auch auf dem Pfotenrücken und an den Seiten solltest du das Fell trimmen, damit sich nicht so leicht lästige Schneeklumpen bilden können.
  • Kurze Krallen sorgen für Trittsicherheit, wenn es rutschig wird.

Vorsicht vor gesundheitsschädlichem Streugut

Lass deinen Hund keinesfalls Streugut von seinen Pfoten lecken, sondern spüle die Pfoten im Winter konsequent nach dem Spaziergang im Pfotenbad aus. In vielen Gemeinden ist heute zwar Streusalz aus Umweltgründen verboten, doch kommen Mangels Kontrolle häufig noch Restbestände zum Einsatz. Leckt dein Hund sich klassisches – aus tatsächlichem Kochsalz bestehendes – Streusalz von den Pfoten, drohen Verdauungsbeschwerden und Durchfall. Manche Streusalze enthalten aber auch Ethylenglycol, eine geruchlose, süßlich schmeckende Substanz. Hier können bereits geringe Mengen eine Vergiftung hervorrufen und zu schweren Nierenschäden und im Extremfall zum Tod durch Nierenversagen führen. Hast du den Verdacht, dass dein Hund sich mit Streusalz vergiftet hat, gib ihm umgehend eine Kohletablette, um die Resorption im Magen zu unterbrechen und mach dich sofort auf den Weg in die nächste Tierarztpraxis oder Tierklinik. Anderes Streugut, wie Asche, Lava-Granulat, Sägespäne, Sand und Splitt sind zwar weniger gesundheitsschädlich, sollten aber auch nicht im Hundemagen landen.

Brauchen Hundepfoten auch im Sommer Pflege?

Pfotenpflege ist ganzjährig notwendig, doch ob dein Hund auch im Sommer einen Pfotenbalsam benötigt, hängt davon ab, wie empfindlich seine Pfoten sind und was ihr unternehmt. Ist dein Hund zum Beispiel eine Wasserratte und spielt und tobt gerne im Sand, solltest du auch im Sommer seine Pfoten danach kontrollieren, ausspülen und pflegen. Gleiches gilt, wenn ihr zu langen Wanderungen aufbrecht oder aktiv im Hundesport seid. Ist die Haut an den Ballen hart, kratzig, trocken oder gar rissig, ist auch im Sommer ein pflegender Balsam notwendig. Einen gewissen Schutz kann ein Pfotenbalsam auch bei warmem Asphalt oder Sand bieten, allerdings darf dein Hund auch mit Balsam natürlich keinen zu heißen Untergründen ausgesetzt werden! Im Zweifel helfen nur Hundeschuhe – sowohl bei zu heißen als auch bei zu kalten Untergründen.

Welcher Pfotenbalsam ist der beste?

Pfotenbalsame für Hunde können eine weiche oder feste Konsistenz haben. Auch Cremes, Salben, Sprays und Pflegestifte werden zur Pfotenpflege angeboten. Sie bestehen aus verschiedenen Inhaltsstoffen und setzen häufig den Fokus auf eine besondere Wirkung – also zum Beispiel auf Wundheilung, Entzündungshemmung, Hautberuhigung oder Feuchtigkeitsversorgung. Die Vielfalt hat den Nachteil, dass du die Qual der Wahl hast, aber auch den Vorteil, dass du so ein Produkt finden kannst, dass dein Hund gut toleriert und das genau auf seine Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Besonders praktisch ist ein Pfotenbalsam, der schnell einzieht und einen guten Schutzfilm bildet. Häufig kommt hierfür zum Beispiel Bienenwachs zum Einsatz. Aber auch Kokosöl, Olivenöl, Lanolin oder Shea- und Kakaobutter sind besonders pflegend und stärken den natürlichen Schutzfilm der Haut. Heilkräuter und -pflanzen veredeln den Balsam mit ihren Wirkstoffen. So sorgt zum Beispiel die Ringelblume (Calendula officinalis) für eine besonders schnelle Wundheilung, der Rosmarin (Rosmarinus officinalis) wirkt antibakteriell und die Nachtkerze (Oenothera biennis) mit ihrer Gamma-Linolensäure verspricht eine besonders reichhaltige Pflege bei trockener Haut und lindert den begleitenden Juckreiz.

Am besten wählst du einen Pfotenbalsam ohne Duft- und Farbstoffe aus natürlichen Inhaltsstoffen. Besonders tier- und klimafreundlich sind vegane Produkte. Wie im Humanbereich auch, finden sich in vielen Pflegeprodukten Rückstände von Mineralöl, die krebserregend wirken können. Diese müssen nicht offen deklariert werden und verstecken sich zum Beispiel in Inhaltsstoffen wie Vaseline, Petrolatum, Paraffinum Liquidum, Paraffinum Subliquidum, Cera Microcristallina, Microcrystalline Wax, Ozokerit oder Ceresin. Die Mineralöle kommen in der Kosmetik vor allen Dingen wegen ihrer langen Haltbarkeit zum Einsatz: Während pflanzliche Öle schnell ranzig werden können, haben die künstlichen Mineralöle eine unendliche Haltbarkeit. Auch lösen die körperfremden Mineralöle kaum Allergien aus und sind sehr kostengünstig. Neben der kanzerogenen Wirkung gibt es aber ein weiteres Problem mit den Mineralölen: Sie dringen nur in die obersten Hauschichten ein und versiegeln diese regelrecht. So kann die Haut nicht atmen und ihr natürlicher Regenerationsprozess wird verlangsamt. Auch sind Mineralöle nicht dazu geeignet, Wirkstoffe in die Haut zu transportieren.

Deswegen sind die Testsieger beim Pfotenbalsam für Hunde regelmäßig Produkte, die auf natürliche Inhaltsstoffe setzen. Sie sind auch beim Ablecken nicht gesundheitsschädlich, pflegen die Haut in der Tiefe, unterstützen den Regenerationsprozess, stärken den natürlichen Schutzfilm der Haut und können heilende Wirkstoffe effektiv transportieren. Für eine verbesserte Haltbarkeit sorgt zum Beispiel das Beimengen von Vitamin-E, das darüber hinaus selbst feuchtigkeitsspendend ist und mit seiner antioxidativen Wirkung vor freien Radikalen schützt.

Wie wende ich Pfotenbalsam bei meinem Hund an?

Zunächst solltest du die Angaben des Herstellers beachten, aber generell trägst du den Balsam am besten auf saubere, trockene Hundepfoten auf. Vielleicht könnt ihr sogar ein kleines Wellness-Ritual aus dem Eincremen der Pfoten machen? Mit einem Leckerli kannst du deinem Hund sicher beibringen sich entspannt auf die Seite zu legen, während du den Balsam aufträgst. Verwende eine kleine Menge pro Pfote und massiere sie mit sanftem Druck in die einzelnen Ballen und auch zwischen den Ballen ein. Wie häufig ihr den Balsam verwenden müsst, hängt davon ab, wie stark die Pfoten deines Lieblings angegriffen sind. Achte vor dem Eincremen darauf, dass in den Pfoten keine Rückstände wie Sand, Schmutz oder kleine Steinchen zurückgeblieben sind – sie können sonst einen unangenehmen Schmirgelpapier-Effekt haben und eine negative Verknüpfung bei deinem Hund entstehen lassen. Im Zweifel hilft ein lauwarmes Fußbad vor dem Eincremen.

Pfotenbalsam

DIY: Pfotenbalsam selbstmachen – so geht’s!

Unser Pfotenbalsam für den Winter ist im Handumdrehen selbst gemacht und hat es in sich: Bienenwachs wirkt als Schutzschicht gegen Feuchtigkeit und Streugut. Sheabutter, Kokosfett und Olivenöl pflegen die Haut und halten sie geschmeidig und Ringelblume wirkt entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Das Vitamin-E sorgt für eine lange Haltbarkeit: Kühl und lichtgeschützt gelagert ist der Balsam bis zu zwei Jahre haltbar. Und pssst: Im Sommer kannst du den Balsam genauso gut verwenden wie im Winter!

Pfotenbalsam Zutaten

Das brauchst du

Zutaten

  • 100 g Kokosfett
  • 100 g Sheabutter
  • 100 ml Olivenöl
  • 50 g frische oder 25 g getrocknete Ringelblumen
  • 4 Tropfen Vitamin-E-Öl

 

Küchenutensilien

 

  • Topf und Löffel
  • Metallschüssel für Wasserbad
  • Sieb und Messbecher
  • Küchenwaage
  • Kännchen zum Abfüllen
  • 2-3 saubere Gläschen

So geht’s: Die einzelnen Schritte

Pfotenbalsam Schritt 1

Schritt 1: Gib Bienenwachs, Kokosöl, Olivenöl und Sheabutter in eine Schüssel und bringe alle Zutaten langsam  im Wasserbad zum Schmelzen.

Pfotenbalsam Schritt 2

Schritt 2: Füge die frischen oder getrockneten Ringelblumen der Masse hinzu.

Pfotenbalsam Schritt 3

Schritt 3: Lasse die Ringelblumen etwa fünf Minuten einwirken und gib nun die vier Tropfen Vitamin-E-Öl dazu.

Pfotenbalsam Schritt 4

Schritt 4: Gieße die noch flüssige Masse durch ein Sieb, um die Rückstände der Ringelblume zu entfernen.

Pfotenbalsam Schritt 5

Schritt 5: Fülle nun den Balsam in die vorbereiteten, sauberen Gläschen ab und lass ihn vor dem Verschließen etwas auskühlen – die Masse wird schnell fest.

Mit so gut gepflegten Pfoten seid ihr jedem Wetter und Weg gewachsen!

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