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Ein Hund kuschelt mit einem Baby.

Hund und Baby: schrittweise zum Dreamteam

Wenn Sie wissen, dass Nachwuchs ins Haus steht, können Sie Ihren Vierbeiner gut darauf vorbereiten – mit einigen wichtigen Tipps und nützlichen Tricks.

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Training in der Schwangerschaft: Was verändert sich mit einem Baby?

Grundsätzlich stehen Hunde als Rudeltiere dem Familienzuwachs von Natur aus positiv gegenüber. Das Training schon in der Schwangerschaft zu beginnen, ist aus zwei Gründen sinnvoll:

Ein Baby fordert seine Eltern gerade in den ersten Monaten voll und ganz. Sie werden also weniger Zeit für Ihren Hund und damit auch keine Kapazitäten für zusätzliches Training mit ihm haben.

Ihr Hund soll die veränderten Umstände – etwa die Tatsache, dass Sie weniger Zeit für ihn haben – nicht mit der Ankunft des Babys verknüpfen. Also gilt es, den Hund schrittweise und vor allem rechtzeitig an die neue Situation heranzuführen.

 

Welcher Hund passt zu Babys / Kindern?

Sie haben noch keinen Hund, möchten sich aber einen kinderfreundlichen Gefährten zulegen? Dann ist die oft gestellte Frage nach der passenden Rasse gar nicht so leicht zu beantworten, denn alle Hunde sind individuell verschieden. Eine gewisse Stressresistenz, Geselligkeit, gering ausgeprägter Jagdtrieb und ein gutmütiges, ausgeglichenes Wesen machen die Vergesellschaftung natürlich eher leichter. Darum finden sich in Familien häufig Labrador, Golden Retriever, Berner Sennenhunde oder Cocker Spaniel und eher seltener Rottweiler oder Windhunde. Was aber eben nicht heißt, dass Hunde dieser Rassen nicht familienfreundlich sind: Wenn der Hund entsprechend sozialisiert und erzogen ist und von seinem Wesen her dafür geeignet, spricht nichts dagegen.

 

Sie möchten einen Welpen anschaffen? Dann achten Sie darauf, dass er Kinder bestenfalls bereits in den ersten Lebenswochen kennengelernt hat.

 

Wichtig: Schaffen Sie sich auf keinen Fall in der Schwangerschaft einen Welpen an! Sie werden schon in kurzer Zeit keine Ruhe mehr für die notwendige Erziehung haben. Damit tun Sie weder sich noch dem Welpen einen Gefallen.

Was können wir trainieren, ehe das Baby kommt?

Zu den grundsätzlichen Dingen, die ein Hund bei der Ankunft des Babys auf jeden Fall schon beherrschen muss, gehört es, zuverlässig zu kommen und auf Kommando auf seinen Platz zu gehen. Er sollte in möglichst jeder Situation abrufbar sein – drinnen wie draußen!

 

Vergessen Sie auch nicht, mit ihm regelmäßig zu trainieren, dass er sich sein Spielzeug oder „Fundstücke“ wegnehmen lässt. Gerade Babys und kleine Kinder denken sich nichts dabei, wenn sie nach einem solchen Gegenstand greifen, und der Hund sollte sich das auch ohne Knurren gefallen lassen.

 

Darf der Hund absehbar bestimmte Dinge nicht mehr, z. B. auf dem Sofa liegen oder das Kinderzimmer betreten, üben Sie das im Vorhinein. So verbindet er diese Verbote nicht mit dem Neugeborenen. Außerdem haben Sie genug Zeit, die neuen Regeln konsequent zu trainieren.

 

War die werdende Mutter bisher Hauptbezugsperson des Hundes? Dann ist es hilfreich, wenn der Partner oder die Partnerin mehr Aufgaben wie selbstverständlich übernimmt. Dies mindert den Stress für Mama und Hund, wenn das Baby dann da ist.

Hund auf ein Baby vorbereiten

Ein Hund kuschelt mit einem Baby.

 

Legen Sie sich eine Geräusch-CD zu, auf der Babygeschrei und Babygebrabbel zu hören sind. Viele Hundehalter unterschätzen es, dass sich der Hund an die neuen Geräusche gewöhnen muss. Spielen Sie die CD zunächst leise und dann jeden Tag ein wenig lauter ab, bis Sie bei der normalen Lautstärke von Babygeschrei angelangt sind. Schenken Sie dem Ganzen wenig Aufmerksamkeit, gehen Sie Ihrem normalen Leben nach. Für Ihren Hund ist es wichtig, dass das alles demnächst einfach dazugehört – ohne extra Verstärkung, negative oder positive Aufmerksamkeit.

 

Ihr Hund kann sich auch gut an neue Gerüche von z. B. Windeln, Puder oder Öl gewöhnen, wenn diese Dinge rechtzeitig vor der Geburt in der Wohnung auftauchen – was sie aber in der Regel ohnehin tun. Der Nutzen gebrauchter Baby-Windeln als „Geruchsprobe“ ist umstritten.

 

Um vorab zu testen, wie Ihr Hund auf Kinder reagiert, treffen Sie ruhig Freunde oder Verwandte mit Babys und Kleinkindern und beobachten Sie Ihren Vierbeiner dabei.

 

Wenn Sie mögen, gehen Sie auch schon mit dem leeren Kinderwagen spazieren (auch wenn Ihnen das merkwürdige Blicke anderer Passanten einbringt), um Ihren Hund an das Accessoire und das neue Tempo zu gewöhnen. Trainieren Sie bei diesen Spaziergängen den Grundgehorsam und vor allem das Abrufen Ihres Hundes. So wird er schnell verstehen, dass er gerade bei Spaziergängen mit Baby sehr zuverlässig sein muss. Und vergessen Sie nicht, die Gassi-Runden zeitlich immer mal wieder etwas nach hinten und auch mal nach vorne zu legen. Gleiches gilt für die Futterzeiten. Je flexibler Ihre Fellnase diesbezüglich bereits ist, desto weniger Stress haben Sie später.

Alltag mit Kind und Hund rechtzeitig planen

Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie alles beachten müssen: Lassen Sie sich von erfahrenen Eltern und Hundehaltern erzählen, was sie mit Hund und Baby für Erfahrungen gemacht haben und wie Ihr Alltag als Mutter/Vater mit Hund künftig aussehen könnte. Stillzeiten, Wickeln, Kuschelzeiten mit dem Baby, veränderte Weckzeiten, Spaziergänge mit dem Kinderwagen – das alles lässt sich zumindest zum Teil vorhersagen. Schnell wird klar, dass der Hund künftig zurückstecken muss, und genau das soll für ihn normal, sogar angenehm werden.

 

Richten Sie für Ihren Vierbeiner einen besonders attraktiven Rückzugsplatz im Wohnzimmer ein – eine superflauschige Decke, ein Körbchen oder ein besonders bequemes Kissen. Dorthin kann er sich zurückziehen, wenn ihm der Trubel zu viel wird oder Sie ihm eine Pause verordnen. Wählen Sie ein Ecke, die an zwei Seiten geschlossen ist, von der aus der Hund aber einen guten Überblick über seine Umgebung hat.

 

Locken Sie ihn anfangs mit einem Leckerli dorthin, lassen ihn sich hinlegen (bequem, nicht „Platz“) und bestätigen das mit einem Leckerbissen. Erst wird er öfter mal aufstehen und Ihnen folgen wollen. Schicken Sie ihn dann zurück. Machen Sie das so oft und so lange, bis er ruhig liegen bleibt, auch wenn Sie im Zimmer umherlaufen oder dieses verlassen.

 

Denken Sie dran, immer Ihr „Ruhe“-Kommando auch aufzulösen: Sie gehen zum Hund hin, loben ihn kurz und „befreien“ ihn mit einem „Komm her“ oder „Lauf los“. Schon bald wird Ihr Hund den Sinn der Übung verstanden haben und entspannt auf diesem Platz bleiben. Der sollte übrigens von Anfang an für Ihr Kind tabu sein, damit auch der Vierbeiner einen Ort hat, an dem er sich sicher und ungestört fühlen kann.

 

Planen Sie kritische Situationen, wie „es klingelt an der Tür“ und wie Sie damit umgehen wollen. Wohin geht der Hund, wenn Sie das Baby liegen lassen? Eine verschließbare Hundebox, eine Hausleine oder ein Türgitter leisten gute Dienste.

 

Denken Sie daran: Niemals – wirklich niemals! – lassen Sie Hund und Baby allein. Egal, wie gutmütig er bisher war oder wie kurz Sie nur etwas holen wollen. Hunde bleiben unberechenbar und eine plötzliche Bewegung des Babys oder eine stressige Situation können ungeahnten Schaden verursachen.

Baby und Hund im Elternschlafzimmer?

Das klingt verlockend und gemütlich. Allerdings können Sie im Schlaf nicht beobachten, was Ihr Hund tut. Von daher: Etablieren Sie lieber während der Schwangerschaft einen Hunde-Schlafplatz außerhalb des elterlichen Schlafzimmers, wenn Sie planen, dass Ihr Baby bei Ihnen schläft.

Hund und Baby aneinander gewöhnen

Bei der ersten Begegnung von Hund und Baby begrüßen Sie den Hund wie immer. Machen Sie kein großes Ding daraus, auch, wenn Sie sicherlich sehr aufgeregt sind. Für Ihren Hund ist es am hilfreichsten, wenn alles möglichst normal bleibt. Dass das Baby da ist und wie es riecht, wird er mit der Zeit schon mitbekommen. Halten Sie sich an Ihre Regeln und seien Sie ein verlässlicher Partner, damit helfen Sie Ihrer Fellnase am meisten.

 

Wenn Sie Ihren Hund auf den Nachwuchs vorbereitet haben, wird er das Baby sehr schnell als neues Familienmitglied akzeptieren – und wenn es etwas größer ist, werden die beiden ganz bestimmt die besten Freunde.

Hund und Baby: Hygiene

Klar, Ihr Hund sollte dem neugeborenen Baby nicht durch das Gesicht lecken oder Babysachen ins Maul nehmen. Nach jedem Hundekontakt müssen Sie sich die Hände waschen, wenn danach das Baby dran ist. Vor dem Stillen oder Füttern gehört Händewaschen ebenfalls dazu.

 

Gleichzeitig muss Ihre Wohnung nicht klinisch rein sein. Normales regelmäßiges Putzen reicht. Sie werden allerdings spätestens ab dem Krabbelalter freiwillig einmal öfter durchwischen, um zu verhindern, dass Ihr Baby allzu Unappetitliches auf dem Boden vorfindet. Schmutzige Straßenschuhe bleiben draußen, matschige Hundepfoten sollten bei Betreten der Wohnung gut gereinigt werden.

 

Denken Sie zum Schutz des Babys auch an die Gesundheitsvorsorge Ihres Hundes: Regelmäßige Wurmkuren, Behandlung gegen äußere Parasiten und aufgefrischte Impfungen schützen nicht nur den Hund, sondern verhindern auch eine Übertragung gefährlicher Parasiten auf das Kind.

Ihr Hund ist nicht begeistert?

Natürlich braucht Ihr Liebling einige Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen. Wenn Sie aber Signale von dauerhaftem Stress erkennen, Ihr Hund sich im Wesen sehr verändert oder Sie leiseste Anzeichen von Aggression gegenüber dem Baby wahrnehmen, holen Sie sich bitte schnell professionelle Hilfe! Ein qualifizierter Hundetrainer oder ein Fachtierarzt für Verhaltensmedizin können die Situation analysieren und sie mit angepassten Trainingseinheiten verbessern.

 

Je eher Sie das anstoßen, desto besser, denn: Je frischer das neue Verhalten noch ist, desto schneller und einfacher wird der Hund es wieder ablegen.

Checkliste für die Zusammenführung von Hund und Baby:

  • Besorgen Sie eine CD mit Babygeräuschen und spielen diese jeden Tag mehrmals ab.
  • Nehmen Sie einen Teddy oder eine Puppe und spielen damit „Baby“. So gewöhnt sich der Hund daran, dass er während der Pflege des Kindes keine Aufmerksamkeit bekommt.
  • Gewöhnen Sie den Hund an neue beziehungsweise flexible Gassi- und Fütterungszeiten.
  • Erklären Sie das Babyzimmer zur Tabuzone, und zwar lange, bevor das Baby da ist.
  • Trainieren Sie Spaziergänge mit dem Kinderwagen, damit sich der Hund an das neue Tempo und das neue Accessoire gewöhnt.
  • Richten Sie eine besonders kuschelige Ruhezone für Ihren Hund ein.
  • Entwurmen Sie Ihren Hund unbedingt, bevor das Kind einzieht.
  • Bringen Sie dem Hund etwas aus dem Krankenhaus mit, das nach dem Baby riecht.
  • Lassen Sie den Hund niemals mit Ihrem Baby allein. Auch unbeabsichtigte Grobheiten, beispielsweise durch ein spontanes Pfote-Geben, können bei kleinen Kindern zu schweren Verletzungen führen.
  • Scheuen Sie sich nicht, sich professionelle Hilfe zu holen, wenn Ihr Hund nicht mit der neuen Situation zurechtkommt.

Alle Informationen und Tipps zum Thema "Hund und Baby" :

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