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Ein Kaninchen und sein Nachwuchs fressen Salat.

Giftige Pflanzen für Kaninchen: gutes Futter – schlechtes Futter

Kaninchen sind kleine Feinschmecker: In der Natur finden sie auf Wiesen und Friedhöfen, in Parks und Gemüsegärten einen vielseitig gedeckten Tisch. Dort bedienen sie sich an den Pflanzen, die sie instinktiv als genießbar und appetitlich erkennen. Als Haustier gehaltene Kaninchen haben diese Möglichkeit in der Regel nicht. Sie sind darauf angewiesen, dass ihre Halter ihnen eine sichere Auswahl an Futtermitteln anbieten. Dabei ist nicht alles, was für Menschen genießbar und gesund ist, auch für Kaninchen geeignet. Lesen Sie hier, wie Sie bekömmliches Grünfutter erkennen und Giftpflanzen sicher vermeiden

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Woher wissen Kaninchen, was sie fressen können?

Die Kenntnis über fressbare und ungenießbare Pflanzen setzt sich aus einer Mischung aus Instinkt, Erfahrung und Neugier zusammen. Über viele Generationen hinweg hat sich bei Kaninchen ein zuverlässiges Wissen darüber etabliert, welche Pflanzen aus ihrer unmittelbaren Umgebung genießbar sind. Dazu trägt schon die Muttermilch bei: Diese übermittelt dem Jungtier relevante Informationen über „gute“ Geschmacksnoten, die es somit bereits erkennt, wenn es beginnt, feste Nahrung aufzunehmen.

 

Ein guter Teil des Wissens entsteht zudem über die Beobachtung von Artgenossen: Was der Mutter schmeckt, wird auch vom Nachwuchs verzehrt und als essbar kategorisiert. Zudem hilft ihr ausgesprochen feine Geschmacks- und Geruchssinn den Kaninchen bei der Auswahl der Futterpflanzen. Kaninchen sind sogar in der Lage, aus einem Angebot an Kräutern oder Rinde gezielt jene aufzunehmen, die bei bestimmten kleinen Unpässlichkeiten wie Magenverstimmungen medizinische Wirkung zeigen.

 

Unbekannte Pflanzen testen die Tiere hingegen vorsichtig mit einem winzigen Probebiss: Eventuell giftige Inhaltsstoffe werden dann allenfalls in geringster Menge aufgenommen, die Geschmacksinformationen geben dem Tier aber Aufschlüsse über die Verträglichkeit. Es kommt in der Natur selten vor, dass sich Kaninchen an Pflanzen vergiften. Diese instinktive Selektion funktioniert aber nicht immer. Insbesondere, wenn das Kaninchen auf nicht heimische Pflanzen stößt, die es anhand evolutionär ausgebildeter Instinkte nicht erkennen kann, kann es zum Verzehr schädlichen Pflanzenmaterials kommen. Kulturflächen wie Gärten und Parks bergen daher durchaus Gefahren für hungrige Mümmler.

 

Auch Haustiere, die ihr Futter vom Menschen zugeteilt bekommen, sind darauf angewiesen, nur unbedenkliches Futter zu bekommen.

Wieso sind Vergiftungen bei Kaninchen so gefährlich?

Es gibt Situationen, in denen selbst die ausgeprägten Instinkte von Kaninchen an ihre Grenzen stoßen: Wenn ein Tier ausgehungert ist, aufgrund von Haltungsfehlern, zum Beispiel Einzelhaltung, aus Langeweile frisst oder die Pflanzen- und Futterbestandteile nicht roh, sondern stark verarbeitet gereicht bekommt, ist die Aufnahme schädlicher Stoffe möglich. Das gilt insbesondere bei zugesetzten Aromastoffen, die den Geschmackssinn der Tiere verwirren.

 

Vergiftungen bei Kaninchen äußern sich über folgende Symptome:

  • Vermehrter Speichelfluss
  • Auffälliger Durst
  • Verdauungsbeschwerden wie Durchfall oder Verstopfung
  • Blutungen (zum Beispiel Blut im Urin oder Nasenbluten)
  • Spasmen: Lähmungen, Krämpfe, Muskelzittern
  • Auffällig veränderte Pupillen
  • Fieber und Benommenheit

 

Eine Vergiftung wird zusätzlich dadurch begünstigt, dass Kaninchen sich im Gegensatz zu anderen Tieren nicht erbrechen können, irrtümlich aufgenommenes giftiges Futter auf diesem Weg also nicht von sich geben. Wenn Sie Anzeichen einer Vergiftung bei Ihrem Kaninchen bemerken, müssen Sie sofort den Tierarzt aufsuchen – jede Verzögerung bei der Behandlung verschlechtert die Situation und kann zu dauerhaften Organschäden oder zum Tod führen. Ist das Tier insgesamt in guter Konstitution und wird schnell behandelt, stehen die Heilungschancen jedoch gut. Wenn Sie wissen, woran das Tier sich vergiftet haben könnte, nehmen Sie eine Probe davon mit.

 

Der Tierarzt wird über Inaugenscheinnahme, Abnahme von Blut, Urinproben und gegebenenfalls neurologische Untersuchungen ermitteln, welche Therapie sinnvoll ist. Für manche bekannten Vergiftungserscheinungen gibt es passende Gegenmittel (Antidote), bei unklarer Ursache wird der Arzt sich zunächst auf die Behebung von Symptomen konzentrieren und beispielsweise kreislaufstabilisierende Mittel verabreichen, sowie Abführmittel, die die Ausscheidungsvorgänge beschleunigen.

In Gärten und Parks verbreitete Pflanzen, die für Kaninchen gefährlich werden können:

  • Aronstab
  • Bilsenkraut
  • Eibe
  • Eisenhut
  • Engelstrompete
  • Fingerhut
  • Herbstzeitlose
  • Nachtschatten
  • Oleander
  • Rittersporn
  • Schierling
  • Wunderbaum
  • Zwiebelpflanzen (zum Beispiel Tulpen, Narzissen)

 

Diese Liste kann natürlich nur eine kleine Auswahl verbreiteter Gewächse darstellen. Bei einem Teil der genannten Pflanzen handelt es sich um nicht heimische Zierpflanzen und Gehölze, die besonders in Gärten und Parks, aber auch als Zimmerpflanzen eine Gefahr für die Tiere darstellen.

 

Selbst Obst und Gemüse sind nicht generell unbedenklich für Kaninchen:

  • Avocado: absolut unverträglich, darf Kaninchen nicht angeboten werden.
  • Zwiebeln: enthalten schleimhautreizende Sulfide.
  • Hülsenfrüchte: können Blähungen und Verdauungsbeschwerden auslösen
  • Bohnen: sind in rohem Zustand giftig.
  • Kohl: Manche Kohlsorten sind für Kaninchen schwer verdaulich.
  • Rohe Kartoffeln: enthalten schwer verdauliche Stärke.
  • Rettich und Radieschen: Die Senföle in den Knollen sind unverträglich.
  • Rhabarber: ist für Kaninchen giftig.
  • Steinobst: kann in größeren Mengen zu Durchfall führen.
  • Exotische Früchte wie Mango, Papaya oder Litschi können Verdauungsstörungen verursachen.

 

Bei vielen der aufgeführten Nahrungsmittel gilt: Die Dosis macht das Gift. Einige Stoffe sind in geringen Mengen für den Kaninchenorganismus verträglich, andere sollten Sie strikt meiden.

Welche Pflanzen fressen Kaninchen nicht?

Als Gärtner und Kaninchenfreund kann der unstillbare Hunger der Kaninchen Sie in Konflikte stürzen, denn die Tiere unterscheiden nicht zwischen einer „erlaubten“ Weide und der liebevollen Bepflanzung eines Blumenbeets: Zierpflanzen, die potenziell essbar sind, werden von Wildkaninchen oder Tieren mit Freilauf ebenfalls gern verzehrt. Nutzen Sie in diesen Fällen den feinen Geschmackssinn der Tiere, um sie zu überlisten, und setzen Sie dekorative und ungiftige Zierpflanzen, die Kaninchen aber nicht mögen.

 

Dazu gehören beispielsweise:

  • Lavendel
  • Duftnelken
  • Phlox
  • Tagetes
  • Bauernhortensien
  • Chili
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