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Igel im Laubhaufen

So hilfst du Igeln beim Überwintern!

In den meisten Fällen brauchen die stacheligen Einzelgänger keine größere Hilfe, um über den Winter zu kommen. Ein kräftiger, rundlicher Igel freut sich, wenn du ihm im Winter einen geeigneten Unterschlupf im Garten und ein Schälchen Wasser anbietest. Einen gut genährten Igel solltest du im Herbst nicht füttern – damit würdest du nur seinen Winterschlaf verzögern. Anders sieht es aus, wenn du bei niedrigen Temperaturen einen mageren Igel umherirren siehst oder einen verletzten Igel oder Jungtiere findest, die noch nicht stark genug für den Winterschlaf sind.

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Wann gehen Igel in den Winterschlaf?

Igel sind die einzigen Insektenfresser, die in den Winterschlaf gehen. Ein Grund dafür ist ihr Stachelkleid: Obwohl es aus bis zu 8000 Stacheln besteht, bietet es keine gute Wärmeisolierung des Rückens und erschwert so die Aufrechterhaltung ihrer Körpertemperatur von 34 Grad Celsius. Auch wird das Nahrungsangebot schon ab Mitte Oktober knapper. Je nach Witterung gehen Igelmännchen deswegen schon ab Anfang Oktober in den Winterschlaf. Igelweibchen sind etwa vier Wochen später dran, wenn sie sich etwas von der Jungtieraufzucht erholt haben. Zuletzt gehen die Jungtiere in den Winterschlaf. Sie müssen ein Mindestgewicht von 500 Gramm erreichen, um den Winterschlaf unbeschadet zu überstehen. Den Winterschlaf beenden sie erst, wenn das Nest im Frühjahr über 15 Grad warm wird, was meist im März oder April der Fall ist. Dann haben sie zwischen 20 und 40 Prozent ihres Körpergewichts verloren – deswegen ist es auch so wichtig, dass Igel gut genährt in den Winterschaf gehen.

Wann braucht ein Igel Hilfe?

Igel sind nachtaktive Tiere. Den Tag verbringen sie in selbst gebauten Tagesnestern unter Sträuchern oder in Laubhaufen. Nachts durchstreifen sie große Gebiete auf Nahrungssuche. Tagsüber sieht man Igel eigentlich nur im Herbst, weil sie dann mit Nachdruck daran arbeiten, ausreichend Fettreserven als Kälteschutz und Nahrungsvorrat für den bevorstehenden Winterschlaf aufzubauen.

 

Wenn die Tagestemperaturen schon dauerhaft unter sechs Grad Celsius liegen und du tagsüber einen mageren Igel umherstreifen siehst, solltest du aufmerksam werden. Einen zu dünnen Igel erkennst du an einer Einbuchtung hinter dem Kopf und herausstehenden Hüftknochen. Auch sind seine Augen eingefallen und schlitzförmig. Versuche zu erkennen, ob er auch Verletzungen hat. Ein schwacher, kranker oder verletzter Igel wird nicht versuchen, sich einzurollen und wegzulaufen, wenn du dich ihm näherst.

 

Ein solches Tier gehört in Profi-Hände: Bringe den Igel schnellstmöglich in eine Tierarztpraxis oder zu einer Igelstelle, wo er fachgerecht versorgt wird. Lege ihn für den Transport in einen kleinen Korb oder Karton, in den du eine warme, mit einem Frotteehandtuch umwickelte Wärmflasche legst, die du mit etwas Laub bedeckst. Gleiches gilt, wenn du mutterlose Igeljunge findest. Sorge mit der Wärmflasche dafür, dass sie nicht weiter auskühlen, und warte, ob das Muttertier nicht doch noch zurückkommt. Bleiben sie allein zurück, brauchen sie professionelle Hilfe.

Hier findest du Hilfe für Igel

·         Tierarztpraxen

·         Igelhilfestellen sind meist lokal organisiert. Das Igel-Notnetz leitet dich an deine zuständige Igelhilfestelle weiter.

·         Tierheime unterhalten häufig Igelhilfestationen. Am besten fragst du vorher telefonisch nach.

Igel im Herbst

Igel besser im Haus oder im Garten überwintern?

Igel sind Wildtiere – ein Winterquartier im Garten ist daher immer die bessere Option. Laubhaufen, Totholz und Reisighaufen eignen sich hervorragend als Igelquartier. Aber auch ein Igelhäuschen aus Holz oder Weidengeflecht wird gern angenommen. Der Igel wird es sich mit Laub auspolstern, gegen die Witterung abdichten und es sich gemütlich machen. Wichtig ist, dass die Materialien nicht feucht oder mit Schimmel kontaminiert sind.

 

Verletzte oder kranke Igel sowie auch Igeljunge sind bei Profis am besten aufgehoben. Wurdest du tierärztlich beraten und traust dir die Überwinterung im Haus zu, folgst du den besprochenen Anweisungen. Manchmal übernehmen auch Igelhilfestellen die Erstversorgung und wenn der Zustand des Igels sich stabilisiert hat, geben sie ihn zurück an den Finder. Auch dann musst du dich genau an die Vorgaben der Pflegestelle halten.

Wie fütterst du einen Igel richtig?

Proteinreich muss die Igelnahrung sein: Die Insektenfresser ernähren sich von eiweißreichen Snacks wie Käfern, Larven, Schnecken, Regenwürmern und anderen Kleintieren. Obst, Gemüse und Nüsse stehen nicht auf ihrem Speiseplan – ihr Magen-Darm-Trakt ist nicht darauf ausgelegt, pflanzliche Nahrung zu verdauen. Der Igel mit dem Apfel auf dem Rücken, den man so häufig als Illustration sieht, ist ein Missverständnis: Er frisst nicht etwa den Apfel, sondern er interessiert sich für die Maden und Würmer, die er im Fallobst findet. Auch Milchprodukte sind tabu für Igel – sie schaden ihnen. Gleiches gilt für jegliche Speisereste, Süßes oder Gewürztes. Igelfutter aus dem Fachhandel oder hochwertige Katzennahrung sind ein geeignetes Basisfutter für magere Igel. Feuchtfutter ist besser geeignet, denn Trockenfutter sind die Wildtiere nicht gewohnt und ihre Wasseraufnahme kannst du schwer beeinflussen. Wie du dieses Basisfutter ergänzt, erklärt dir am besten ein Profi.

Igel frisst Igelfutter

Werden Igel manchmal zwischendurch wach?

In milden Wintern kann es passieren, dass du einen putzmunteren Igel durch deinen Garten spazieren siehst. Dass Igel bei hohen Temperaturen aufwachen, ist normal und bei gesunden Tieren auch unproblematisch. Nur wenn der Igel immer wieder durch die Wärme aus dem Winterschlaf gerissen wird, kann es an seinen Kräften zehren, weil das Nahrungsangebot im Winter schlecht ist. Dann kannst du den Igel mit einem Fressnapf mit einem feuchten Igelfutter unterstützen. Ein Wassernapf wird ebenfalls gerne angenommen. Hilfe benötigen aufgewachte Winterigel nur, wenn sie krank oder deutlich geschwächt sind. Sobald die Temperaturen sinken, wird der Igel sich wieder in sein Winterquartier zurückziehen.

Gärten – wichtiger Lebensraum der stachligen Kulturfolger

Igel sind Städter: Als typische Kulturfolger stellen sie keine hohen Ansprüche an ihren Lebensraum. Einzige Voraussetzung ist, dass sie ausreichend Futter und Versteckmöglichkeiten finden. Durch die intensive Landwirtschaft ist der natürliche Lebensraum der Igel – Hecken, Gehölze, artenreiche Magerwiesen – weitgehend verschwunden und damit auch die Nahrungsgrundlage der Stacheltiere. So siedelten sie um, in die Stadt. In naturnahen Gärten und Parks finden sie die Strukturvielfalt, die sie brauchen. In der Stadt sind die Reviere von Igeln oft recht klein. Urbane Igel legen ihre Nester oft unbemerkt in Menschennähe an – in Gebüschen oder unter Abdeckungen. Sie sind so gut getarnt, dass man sie kaum entdeckt. Aber manchmal kann man die geräuschvollen Tiere nicht überhören: Sie rascheln durchs Unterholz, schmatzen und schnaufen, wenn sie ihre Beute fressen. Am lautesten sind die Einzelgänger aber, wenn sie mit einem Artgenossen in Streit geraten: Dann keckern, fauchen und kreischen sie!

So gestaltest du deinen Garten igelfreundlich

  • Totholz, Laub- und Reisighaufen sind ideale Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten für Igel
  • Alternativ kannst du auch ein Igelhäuschen aus Weidengeflecht oder Holz anbieten
  • Gestalte deinen Garten naturnah und setzte auf heimische Gehölze und Pflanzen
  • Lasse Schlupflöcher und Lücken in deinem Zaun, damit Igel sich frei bewegen können
  • Bevor du Laub- oder Reisighaufen abbrennst, überprüfe sie auf mögliche Bewohner
  • Verzichte auf Laubbläser und -sauger
  • Sei vorsichtig beim Rasenmähen und setze keine Mähroboter ein
  • Decke Kellerschächte, Pools und Teiche ab oder bringe Rampen an, damit die Tiere sich im Notfall selbst retten können
  • Verzichte auf Pestizide
  • Stelle Tränken auf, die du täglich mit kochend heißem Wasser reinigst
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