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Ein Hund achtet auf das gegebene Kommando.

Hochspringen – das war einmal!

Ein Problem, das viele Hundehalter kennen, ist das Anspringen von Menschen. Dabei ist es aus Hundesicht überhaupt kein Problem und ganz natürlich. Die meisten Welpen lernen nämlich schon im Welpenalter, dass das Aufstellen auf die Hinterbeine toll ist, um so ans Gesicht der Mutter zu kommen und dort vielleicht sogar noch die Lefzen zu lecken. Es gibt aber auch einige Tipps und Tricks, wie man dem Hund erklären kann, das Anspringen beim Menschen zu unterlassen.

Grundsätzlich gilt es erst einmal den Grund herauszufinden, warum ein Hund einen Menschen anspringt. Meistens passiert sowas in einer Begrüßungssituation und wenn Aufregung im Spiel ist. Diese Form ist am weitesten verbreitet. Auch da kann sich der Grund fürs Springen noch einmal unterteilen: Die einen Hunde machen dies aus einer Stresssituation heraus, weil sie nicht wissen, was sie stattdessen anderes machen sollten und andere bekommen durch dieses Verhalten Aufmerksamkeit. Wichtig für beide Auslöser: Ruhe reinbringen!

 

Sollte der Hund Besucher anspringen, weil er damit dann Aufmerksamkeit bekommt, gilt es zunächst, alle Gäste im Vorhinein aufzuklären, dass sie dem Hund keinesfalls fürs Raufspringen Aufmerksamkeit schenken dürfen. Im besten Fall lernt es der Hund durch selbstständiges Denken. Springt er einen Menschen also an und dieser zeigt keinerlei Reaktion, sollte der Hund schnell darauf kommen, dass das was er gerne hätte (angesprochen und gestreichelt werden) nur dann bekommt, wenn er die Pfoten am Boden lässt. Springt der Hund mich also an, warte ich still, bis er wieder unten ist. In dem Moment bekommt der Vierbeiner dann genau das, was er wollte.

 

Man kann das auch direkt in einer Trainingssituation simulieren und nacheinander gezielt Besuch für dieses Training einladen. Diese Methode ist zwar zu Beginn immer sehr mühsam, aber da es weder Kommandos oder Ähnliches vom Menschen gibt, ist der Hund dazu angehalten, selbständig zu denken und hat somit auf Dauer gesehen einen nachhaltigen Erfolg.

 

Sollte der Hund als Übersprungshandlung raufspringen, wäre es fatal zu schimpfen, das Knie dem Hund entgegenhalten oder Ähnliches, da der Hund dadurch wahrscheinlich noch gestresster wird. Ich würde in dieser Situation darauf achten, dass ich durch gezielte Management Maßnahmen den Stress vermeide. Also zunächst wird beobachtet, wann der Hund zu aufgeregt ist, danach versuche ich diese Situationen zu entschärfen. Zu Hause bietet es sich dazu immer gut an, dem Hund zu lernen auf Kommando in sein Hundebett/Decke zu gehen und sich dort hinzulegen. Komme ich oder Besuch jetzt also bei der Tür hinein und mein Hund zeigt zu viel Aufregung, wäre es gut, ihm das Liegen auf seinem Platz als alternative Aufgabe zu geben. Dazu könnte man schon vorab die Türglocke mit dem Hundeplatz konditionieren. Also immer nachdem es geläutet hat, den Hund auf den Platz schicken oder es ihm zu Beginn noch zeigen. Nach vielen Wiederholungen ist das Klingeln schon das Signal für den Hund auf seine Decke zu gehen. Es ist auch nicht verkehrt, dem Hund dann, wenn er schon eine kurze Zeit auf seiner Decke verweilt und den Besuch in Ruhe lässt, ein Kauspielzeug oder Kauknochen zu geben, denn Kaubewegung wirkt immer beruhigend. Erst wenn sich der Hund beruhigt, würde ich ihn mit einem ruhigen Kommando ohne viel Tamm-Tamm auflösen und den Menschen begrüßen lassen. Wird er wieder zu nervös und zeigt seine Übersprungshandlung, einfach wieder auf den Platz schicken und warten, bis sich die Energie verändert.

 

Springt der Hund draußen Leute an, kann das oft auch bereits genannte Gründe haben. Wenn ausreichend Platz ist, kann man zusätzlich auch versuchen, einige Schritte geradeaus zu machen ohne den Hund zu beachten, während er gerade einen Menschen anspringt. Die angesprungene Person schaut also ganz zielstrebig über den Hund hinweg, beachtet diesen nicht und geht geradeaus in die Richtung des Hundes. Diese Variante ist zwar im Moment am effektivsten, weil der Hund ganz deutlich mitbekommt, dass er mir als Mensch im Weg ist, wenn er mich anspringt, hat aber den großen Nachteil, dass es ein gutes Timing und Selbstbewusstsein des Menschen erfordert und viele Hunde zu sensibel für diese Methode sind und man sich die Bindung zerstören könnte.

 

Einige Hunde reagieren auch in Angstsituationen so, dass sie ihren Besitzer anspringen und damit signalisieren, dass sie aus der jetzigen Situation raus möchten. Sollte Unsicherheit die Motivation sein, oder man nicht erkennen, was der Auslöser ist, würde ich raten, mit einem positiv arbeitenden Fachmann an diesem Problem zu arbeiten und nicht auf eigene Faust zu handeln und damit vielleicht noch einiges zu verschlechtern.