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Russisch Blau – stolze Schönheit und treue Seele

05.09.2023 - Lesedauer: 14 Minuten

Eine graue Katze steht auf einer Wiese und guckt über ihre Schulter

Die ideale Rasse für einen ruhigen, katzenerfahrenen Haushalt.

Du suchst eine Samtpfote für einen ruhigen Haushalt und konntest bereits Erfahrung mit Katzen sammeln? Wenn es dann noch eine außergewöhnliche Rassekatze sein soll, ist die Russisch Blau eine ideale Kandidatin. Ihrem smaragdgrünen Blick kann kein Katzenliebhaber widerstehen; hinter ihrem zunächst distanzierten Auftreten verbirgt sich eine anhängliche Schmusekatze. Hat die Russisch Blau-Katze ihren Menschen einmal ins Herz geschlossen, ist die Bindung stark. Hier erfährst du Wissenswertes über die schöne Russin.

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Geschichte der Russisch Blau

Kaum zu glauben: Bei der Russisch Blau handelt es sich um einen natürlich entstandenen Farbschlag. Die Ahnen der modernen Russisch Blau entstammen einer echten Naturrasse.

Die ersten bekannten Zuchttiere stammen aus Archangelsk, einer Hafenstadt in Nord-Russland; nicht abschließend geklärt ist allerdings, woher die blauen Katzen ursprünglich kamen. Offenbar gab es bereits zu Zeiten der Wikinger Katzen mit dem außergewöhnlichen Doppelfell, die prompt als Pelztiere gejagt oder vermehrt wurden. Dafür gibt es archäologische Belege, Quellen benennen „blaue Katzen“.

Unstrittig ist, dass Matrosen die Katzen 1860 nach Großbritannien brachten; dabei dürfte es sich allerdings bei Weitem nicht um die ersten blauen russischen Katzen gehandelt haben, die auf dem Seeweg nach Europa gelangten. So hatte England bereits im 16. Jahrhundert in Archangelsk eine Handelsniederlassung, sodass zweifellos auch die örtlichen blauen Tiere als Schiffskatzen im Einsatz waren. Dass die auffälligen Katzen aus dem Norden zeitweilig als Malteserkatze oder Spanische Katze bezeichnet wurden, gibt Hinweise auf ihre Verbreitung, damals natürlich noch nicht im Kontext einer gezielten Zucht.

Zar Nikolaj I. (Regierungszeit 1825 bis 1855) galt als Liebhaber der blauen Katzen und besaß nachweislich ein weibliches Tier namens Vashka, das das Privileg genoss, in seinem Zimmer schlafen zu dürfen. Um 1900 waren die Katzen, die nun offiziell als Russisch Blau bezeichnet wurden, sowohl am russischen Zarenhof als auch in britischen Adelskreisen beliebt. Im Jahr 1901 beschenkte der Zar die britische Königin Victoria mit einem Russisch Blau-Zuchtpaar. Victorias Sohn Edward VII. übernahm den Vorsitz des ersten britischen Russisch Blau-Zuchtverbandes.

Die Russisch Blau war bereits im Jahr 1871 in London auf einer Ausstellung präsentiert worden, damals allerdings noch als Variante blauer Kurzhaarkatzen. Das änderte sich indes mit der systematischen Zucht in England: 1912 wurde die Katze in einer eigenen Klasse geführt. 1937 erhielt die Russisch Blau den Status als eigenständige Rassekatze; in den Jahren davor lief sie als Variante von Britisch Kurzhaar.

Allerdings hätte die Geschichte der Russisch Blau schon wenige Jahre später fast ein Ende gefunden, denn der Zweite Weltkrieg warf die Katzenzucht stark zurück. Engagierten Züchtern, vornehmlich in Großbritannien und Skandinavien, gelang es, durch Einkreuzungen von Europäisch Kurzhaar, Britisch Kurzhaar und Siamkatzen mit blauer Pointierung die Rasse zu erhalten. Diese Verpaarungen schlugen sich im Erscheinungsbild der Tiere nieder, was eine Überarbeitung des gültigen Rassestandards erforderlich machte. Ab den Sechzigerjahren gewann die Rasse wieder zunehmend an Popularität.

Moderne Zuchttypen

Im Laufe der neueren Zuchtgeschichte haben sich beim Versuch, den „Siam-Touch“ wieder aus dem Erscheinungsbild der Russisch Blau herauszuzüchten, international verschiedene Typen der Russisch Blau-Katze etabliert. Diese zeigen im Körperbau, aber auch im Charakter deutliche Abweichungen.

  • Englischer Typ: Die Russisch Blau-Katzen dieser Linie sind mittelblau und haben eine kräftige Statur. Die Ohren stehen vertikal, auf der Temperamentskala liegen die Tiere im Mittelmaß.
  • Amerikanischer Typ: Das Fell ist merklich heller und wirkt fast silbrig. Die Ohren haben die Form eines gleichseitigen Dreiecks, die Katze selbst ist von mittlerer Größe. Auffällig sind die Kontaktfreude und die Menschenfreundlichkeit der amerikanischen Russisch Blau.
  • Sibirisch-skandinavischer Typ: Die Katzen sind sehr dunkel (annähernd anthrazitfarben), die Ohren stehen etwas weiter auseinander. Die Katzen sind insgesamt etwas kleiner und gelten als zurückhaltend bis scheu.

In Europa versuchen Züchter verstärkt, durch Kreuzungen von Katzen der unterschiedlichen Linien zugunsten der genetischen Vielfalt einen weiteren Typus zu fördern: die mitteleuropäische Russisch Blau. Für diese „Mischform“ gibt es zurzeit allerdings noch keinen angepassten Rassestandard.

Russisch Blau ruhiger Artgenosse

Russisch Blau: Charakter

Manche Rassekatzen sind nimmermüde Action-Tiger, die Schwung ins Haus bringen und ständig im Mittelpunkt stehen müssen. Ganz anders die Russisch Blau-Katze, sobald sie aus dem Kätzchenalter heraus ist. Erwachsene Tiere haben gern ihre Ruhe. Um Missverständnissen vorzubeugen: Natürlich sind auch ausgewachsene Katzen dieser Rasse aktiv und schätzen das regelmäßige Spiel mit ihren Artgenossen und Dosenöffnern. Eine Russisch Blau zu halten, bedeutet also nicht, dass du dich nicht ums „Entertainment“ zu kümmern brauchst.

Allerdings lassen die silbergrauen Samtpfoten es vergleichsweise ruhig und unaufgeregt angehen. Zu viel Trubel oder ständige Veränderungen in ihrer Umgebung mag die Russisch Blau nicht. Im Gegenteil: Ein möglichst minutiös strukturierter Tagesablauf und Routinen kommen ihrem Naturell entgegen. Dazu gehören feste Fütterungszeiten genauso wie Pünktlichkeit beim Reinigen der Katzentoilette.

Ausgewachsene Russisch Blau-Katzen sind nur mäßig aktiv, nicht sonderlich gesprächig und miauen wenig. Sie empfehlen sich somit als ideale Mitbewohner in der Mietwohnung, insbesondere in hellhörigen Häusern mit lärmempfindlichen Nachbarn. Eine Besonderheit der Russisch Blau ist ihre hohe Intelligenz. Die Katzen gelten als sehr clever. Das befähigt sie zu verblüffenden Leistungen wie dem selbstständigen Öffnen von Schranktüren.

Russisch Blau-Katzen und Menschen

Russisch Blau halten sich im Allgemeinen immer präsent, aber diskret im Hintergrund. Ihren Dosenöffnern gegenüber erweist sich die Katze als klug und sehr anhänglich. Allerdings musst du dir das Vertrauen der anfänglich oft reserviert wirkenden Katze zunächst geduldig erarbeiten. Eine Russisch Blau wählt bewusst aus, wem sie ihre Gunst schenkt.

Bei Fremden oder Besuchern gehen Russisch Blau tendenziell zunächst auf Distanz. Die Silbertatze ist eben stolz und wählerisch wie eine Diva. Eine Russisch Blau kann entsprechend zuweilen regelrecht „arrogant“ wirken. Keine Sorge: Ist das Eis erst einmal gebrochen, zeigen die Katzen ihre liebenswerte, zutrauliche und schmusige Seite.

Hast du dich ihrer würdig erwiesen, ist die Russisch Blau anhänglich, treu und loyal. Die Tiere konzentrieren sich stark auf ihre Bezugspersonen, folgen ihnen wie ein Schatten und schlafen mitunter auch gern im selben Bett. Allerdings behalten sie bei all dem eine gewisse Eigenwilligkeit bei und tun nicht immer, was ihr Mensch gerade erwartet.

Russisch Blau sind üblicherweise freundliche Tiere, die sich hervorragend für Haushalte mit nicht zu temperamentvollen Kindern und ganz besonders für Senioren eignen. Auch mit anderen Haustieren sind die Katzen im Allgemeinen gut verträglich.

Steckbrief Russisch Blau

Rasse
Russisch Blau
Herkunft
Russland
Größe
mittelgroß; Schulterhöhe bei Katzen 20 bis 30 Zentimeter, bei Katern 30 bis 40 Zentimeter
Gewicht
Katze 2,5 bis 4 Kilogramm, Kater 4 bis 6 Kilogramm
Körperbau
muskulös, mittelschlank, kleine Pfoten, hohe Beine
Kopfform
kantig, große Ohren, typisches „Lächeln“ durch das auffällige Schnurrhaarkissen
Augen
mandelförmig, leuchtend grün bis smaragdfarben
Fell und Farbe
Doppelfell in einfarbig schimmerndem Grau mit ausgeprägtem, durch die farblosen Haarspitzen erzeugten Silberschimmer
Fellpflege
wöchentliches Bürsten
Besonderheiten
sehr sensibel, keine Anfängerkatze, braucht intensiven Kontakt zur Bezugsperson
Charakter
ruhig, verspielt, anhänglich und intelligent

Russisch Blau: Haltung

Eine Russisch Blau ist eine angenehme Mitbewohnerin. Sie ist ruhig und unaufdringlich, neigt nicht dazu, Dinge vom Regal zu werfen oder an Möbeln und Tapeten zu kratzen. Sie ist ihren Menschen gegenüber verspielt und verschmust. Bei den allgemeinen Haltungsempfehlungen gibt es daher keine nennenswerten Unterschiede zu anderen Katzenrassen. Die folgenden Dinge solltest du beachten.

Freigang oder Stubentiger?

Sind Russisch Blau Katzen Freigänger? Diese Frage kommt womöglich auf, wenn du in einer Gegend wohnst, in der Katzen gut die Umgebung erkunden könnten. Generell spricht nichts dagegen, einer Russisch Blau Freigang zu ermöglichen. Allerdings ist der Drang dieser Rassekatzen, sich im Freien umzusehen, eher mäßig ausgeprägt. Dazu kommt, dass die sensiblen Samtpfoten sich durch Lärm, fremde Umgebungen und Unvorhergesehenes schnell verunsichern lassen. Straßenverkehr und Lärm könnten die ruheliebende Katze verängstigen.

Aber ist die Russisch Blau eine Wohnungskatze? Dank ihres ruhigen Naturells ist die Russisch Blau als Wohnungskatze zufrieden, vor allem, wenn ein gesicherter Balkon oder Zugang zu einem Katzengehege im Garten vorhanden ist.

Russisch Blau vergesellschaften

Kann man eine Russisch Blau allein halten? Generell ist die Einzelhaltung von Katzen nur in wirklich gewichtigen und speziellen Ausnahmefällen vertretbar. Ansonsten gilt: Keine Katze ist gern allein, selbst wenn ihr Dosenöffner ständig in der Nähe wäre. Eine Russisch Blau allein halten solltest du also auf keinen Fall. Mindestens einen weiteren Sofatiger benötigt sie als Gesellschaft. Gegenüber Artgenossen ist sie freundlich und gut verträglich.

Allerdings solltest du möglichst darauf achten, dass die Partnermieze in Bezug auf Körpergröße und Temperament mit der blauen Diva harmoniert. Eine extrovertierte Plaudertasche wie eine Siamkatze oder eine überlegene Riesin wie eine Norwegische Waldkatze wäre für die ruhige Russin auf Dauer sicher recht anstrengend. Kompatible Katzencharaktere findest du eher bei Rassen wie Scottish Fold, Britisch Kurzhaar oder Perserkatzen.

Zusammenleben mit der Russisch Blau

Unverzichtbar ist auch im Mehrkatzenhaushalt die Zuwendung des Menschen. Regelmäßige Streicheleinheiten und Spiele sind ein Muss. Als Katzenspielzeug eignen sich neben Klassikern wie Katzenangeln und Spielmäusen auch Intelligenzspielzeuge wie Fummelbretter, die der Schlauheit der Katze entgegenkommen. Manche Russisch Blau lässt sich für Clickertraining interessieren.

Derartige regelmäßige Beschäftigung ist wichtig, damit das Tier seine Cleverness nicht aus Langeweile für Unfug nutzt. Bei Tieren, die lässig Schubladen und Türen öffnen können, besteht diesbezüglich eine Menge Potenzial.

Was Kratzbaum und Co. betrifft, benötigt die Katze natürlich und gerade als Wohnungskatze ausreichend Möglichkeiten zum Klettern und Krallenwetzen. Trotz ihrer beachtlichen Sprungkraft sind Russisch Blau-Katzen sehr vorsichtig – um Porzellanschäden musst du dich nicht sorgen, wenn sie auf Entdeckungsreise gehen. Wichtig ist für die Russisch Blau darüber hinaus ein bequemer Katzenschlafplatz an einem ruhigen Ort, an den sie sich zurückziehen kann, wenn sie ihre Ruhe braucht.

Warum ist die Russisch Blau keine Anfängerkatze?

Russisch Blau-Katzen sind ruhig, vorsichtig und lassen sich gut erziehen. Allerdings sind sie im Vergleich zu manch anderer Katzenrasse ausgesprochen sensibel und wählerisch. Sie können ein divenhaftes Verhalten an den Tag legen, wenn ihnen etwas missfällt. Außerdem kann es eine Weile dauern, bis die Katze „auftaut“ und dich zu ihrem Lieblingsmenschen erklärt.

Sie gelten daher nicht als beste Wahl für Einsteiger in die Katzenhaltung. Du benötigst im Umgang mit der Katze viel Geduld, einen gewissen Erfahrungsschatz, Frustrationstoleranz und „Katzengespür“, um zu erkennen, was deine Russisch Blau will und warum sie sich in einer bestimmten Weise verhält.

Eine Nahaufnahme einer Katze.

Pflege der Russisch Blau

Russisch Blau-Katzen sind, graziöse, langbeinige Kurzhaarkatzen von mittlerer Größe. Die Struktur ihres Fells ist einzigartig: Nur bei dieser Katzenrasse sind Unterwolle und Deckhaar gleich lang. Das führt dazu, dass der Pelz absteht, was der Katze ein „plüschiges“ Aussehen verleiht.

Eine sonderlich aufwendige Fellpflege benötigt die Russisch Blau jedoch nicht. Es genügt, sie einmal wöchentlich mit einer weichen Bürste zu bürsten. Das dient nicht nur der Fellpflege: Dein Sofalöwe wird es auch als besondere Wellness und Streicheleinheit genießen.

Kontrollieren solltest du regelmäßig die Ohren und Krallen. Wetzen sich Letztere nicht ausreichend ab, müssen sie gegebenenfalls gelegentlich gekürzt werden. In der Tierarztpraxis erfährst du, wie das geht. Dort solltest du ohnehin einmal im Jahr für eine Check-up-Untersuchung vorbeischauen.

Was muss ich bei der Ernährung der Russisch Blau beachten?

Russisch Blau-Katzen stellen keine speziellen Anforderungen an ihre Ernährung. Mit hochwertigem Katzenfutter mit hohem Fleischanteil bist du auf der sicheren Seite. Allerdings tendieren Russisch Blau dazu, zu viel zu fressen, wenn sich die Gelegenheit ergibt. Behalte den Appetit und das Gewicht der Katze gut im Blick, denn eine gewisse Neigung zu Übergewicht ist eine kleine Schwäche dieser Rasse.

Sind Russisch Blau-Katzen für Allergiker geeignet?

Wie stark haaren Russisch Blau? Das ist eine Frage, die sich besonders Katzenfreunde mit Allergien stellen. Bekanntlich sitzen die Allergene, die eine Katzenhaarallergie auslösen (hier: das Protein Fel d 1) im Speichel und den Hautschuppen des Tieres. Sie können über das Haaren weitflächig verteilt werden. Russisch Blau-Katzen verlieren allerdings kaum Haare und produzieren selbst insgesamt eine geringere Menge des besagten Proteins.

Die Haltung einer Russisch Blau bei Allergie ist daher unter Umständen vertretbar, sofern die Überempfindlichkeit nur moderat ausgeprägt ist. Lass dich bitte unbedingt von deinem Hausarzt oder Allergologen beraten, bevor du dir eine Katze anschaffst!

Farben der Russisch Blau

Der Name ist Programm: Russisch Blau-Katzen gibt es nur in einer einzigen speziellen Farbe, die ein elementares Rassemerkmal darstellt. Was fachsprachlich bei Katzen als „Blau“ bezeichnet wird, ist tatsächlich ein kräftiges Grau (was wiederum ein verdünntes Schwarz ist). Die Farbe kommt in verschiedenen Nuancen vor, erwünscht ist ein mittleres Graublau mit Schimmer, das ganz gleichmäßig und ohne Schattierungen ausgeprägt ist.

Der Zuchtstandard gestattet nur einfarbig blaugraue und graue Tiere. Charakteristisch ist ein silberner Schimmer des Fells, der durch einen optischen Effekt zustande kommt. Die einzelnen Haare der Russisch Blau-Katze haben eine farblose Spitze, am Haaransatz hingegen sind die Haare grau. Der Fachbegriff für dieses Phänomen lautet Tipping. Entsprechend dem Lichteinfall entsteht ein leicht metallischer Effekt.

Wissenswert:

Ab den 1970er-Jahren versuchten Katzenzüchter, durch die Einkreuzung andersfarbiger Katzen (vornehmlich schwarz und weiß) weitere Farbvarianten bei Russisch Blau-Katzen zu etablieren. Allerdings sind diese abweichenden Farbschläge international nur vereinzelt von Katzenzuchtverbänden anerkannt. Weiße beziehungsweise schwarze Russisch Blau-Katzen sind vorwiegend in Neuseeland und Australien zu finden.

Fellzeichnungen

Was Muster im Fell betrifft, ist der Rassestandard rigoros: Es sind keine Abweichungen erlaubt. Zeichnungen, Abzeichen oder Flecken sind nicht erwünscht und Ausschlusskriterium für die Zucht.

Allerdings ist eine „Geisterzeichnung“ in Form von Tigerstreifen oder Tupfen (Tabby-Muster) bei Russisch Blau-Kitten ganz normal. Die Muster verschwinden im Laufe des ersten Lebensjahres und ein einfarbiges Fell bleibt zurück.

Augenfarbe

Die Augen der Russisch Blau sind nur in einer Farbe zulässig: Smaragdgrün. Diese Farbe haben die Katzenaugen allerdings nicht von Anfang an: Wie alle Babykätzchen startet die Russisch Blau mit blauen Augen ins Leben. Bis zum zweiten Lebensjahr wechselt die Farbe zum bekannten Grün, gegebenenfalls mit einer „Zwischenstufe“ über Ocker beziehungsweise Gelb.

Wissenswert:

Bei flüchtigem Hinsehen ist es leicht, Russisch Blau-Katzen mit anderen silberblauen Rassekatzen zu verwechseln. Die Unterscheidung von Kartäuserkatzen ist einfach, denn diese haben keine grünen, sondern orange- oder bernsteinfarbene Augen. Die ursprünglich aus Thailand stammende Koratkatze hat eine deutlich andere Kopfform, ein anliegendes Fell und wirkt weniger muskulös als die Russin. Wenn du denkst, eine langhaarige Russisch Blau vor dir zu haben, dürfte es sich um eine Nebelung handeln.

Besonderheiten der Russisch Blau

Der ruhige Charakter der Russisch Blau muss heranreifen und verändert sich wie auch die Baby-Fellzeichnung und Augenfarbe. Als Kitten sind Russisch Blau-Katzen kleine Wirbelwinde – mit dem Alter setzt sich das Temperament. Wenn du deine Samtpfote adoptierst, wandelt sie sich innerhalb der ersten beiden Lebensjahre vom quirligen Chaostiger zur besonnenen Samtpfote, an der du lange Zeit deine Freude hast: Die Lebenserwartung einer Russisch Blau liegt (vorbehaltlich Erkrankungen) zwischen 13 und 17 Jahren. Gelegentlich erreichen einzelne Tiere das biblische Katzenalter von 20 Jahren und mehr.

Gibt es rassetypische Krankheiten?

Bei den Russisch Blau-Katzen handelt es sich im Ursprung um eine über Jahrhunderte nativ etablierte Naturrasse. Da bei späterer systematischer Zucht durch Einkreuzungen von anderen Kurzhaar-Rassen Auffrischungen des Genpools erfolgten, gilt die Russisch Blau als eine Katzenrasse, bei der keine besonderen Prädispositionen für typische Erberkrankungen bekannt sind. Sie hat eine robuste Gesundheit, ist aber natürlich nicht gefeit vor typischen Katzenkrankheiten und Altersbeschwerden.

Wo kann ich eine Russisch Blau-Katze kaufen?

Mit einer Russisch Blau wählst du dir eine hierzulande verhältnismäßig seltene Rassekatze aus. In den Rankings der verbreitetsten Katzenrassen in Deutschland taucht die Russisch Blau nicht in den Top 20 auf. Du entscheidest dich also für eine exklusive Hausgenossin.

Seriöse Russisch Blau-Züchter findest du in den Mitgliederverzeichnissen renommierter Verbände, zum Beispiel beim 1. DEKZV e.V. (1. Deutscher Edelkatzenzüchter-Verband) oder beim Russisch Blau Züchterverband, einem Zusammenschluss von Züchtern unter dem Dach der FIFe (Fédération Internationale Féline). Bei einem eingetragenen Züchter hast du in der Regel nach Absprache die Gelegenheit, dich vor Ort von den Herkunftsbedingungen zu überzeugen und die Elterntiere kennenzulernen.

Kalkuliere für eine Russisch Blau einen Preis zwischen 500 und 1.200 Euro, im Einzelfall deutlich höher. Nicht zur Zucht geeignete Kätzchen mit kleinen Schönheitsfehlern (etwa Abzeichen oder kleinen Abweichungen der Augenfarbe) werden gelegentlich zu etwas geringerem Preis als Liebhabertiere abgegeben.

Warum sind Russisch Blau-Katzen so teuer?

Zum einen handelt es sich, wie erwähnt, bei der Russisch Blau um eine noch nicht allzu weitverbreitete Rasse. Schon die Seltenheit führt zu einem höheren Preis; zudem musst du dich gegebenenfalls auf eine längere Wartezeit einrichten.

Außerdem haben verantwortungsvolle Katzenzüchter generell hohe Unkosten für eine optimale Pflege, Versorgung und Gesundheitsvorsorge der Edelkatzen zu tragen. Auch das rechtfertigt einen angemessenen Preis.

Lass dich bitte nicht dazu verleiten, auf dubiose Angebote von Privatleuten zu reagieren. Nicht selten handelt es sich hierbei um Tiere aus zweifelhafter Vermehrung. Jeder Kauf aus solchen Quellen fördert Tierleid.

Obwohl die Wahrscheinlichkeit bei einer seltenen Rasse geringer ist, kannst du dich alternativ in einem Tierheim in deiner Umgebung nach einem blauen „Notfellchen“ umschauen. Selbst eine edle Russisch Blau kann durch unglückliche Umstände heimatlos werden und dort auf einen liebevollen neuen Menschen wie dich warten.

Wenn dir die Russisch Blau gefällt, könnten auch diese Rassen etwas für dich sein

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