Dogo Argentino: Allrounder mit starkem Willen und Charme
10.03.2026 - Lesedauer: 7 Minuten

Der Dogo Argentino gilt in einigen Bundesländern als Listenhund. Erfahre hier mehr über die argentinische Dogge.
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Der Dogo Argentino stammt ursprünglich von Molossern und Doggen ab. Obwohl dieser Hund seinen Menschen und auch Kindern bei entsprechender Sozialisierung und Erziehung ausgesprochen zugetan ist, erfordert die Haltung und Führung ein hohes Maß an Hundesachverstand. In vielen Bundesländern wird die Rasse auch als sogenannter Listenhund geführt, zudem zählt der Dogo Argentino zu den Qualzuchten. Das typische weiße Fell bringt unter anderem ein erhöhtes Risiko für Taubheit und Blindheit mit sich.
Hinweis: In Österreich sind die Zucht, der Import, der Kauf und die Vermittlung von Rassen mit sogenannten Qualzuchtmerkmalen gesetzlich verboten. Dazu zählen unter anderem haarlose oder extrem kurzköpfige Zuchtformen sowie weitere Rassen, bei denen extreme körperliche Ausprägungen ein gesundes Leben beeinträchtigen oder unmöglich machen. Diese Merkmale können auch bei dieser Rasse vorkommen.
Bitte informiere dich daher immer über die lokalen gesetzlichen Vorgaben und Gegebenheiten in deinem Land oder deiner Region.
SteckbriefDogo Argentino
Rasse | Dogo Argentino |
Herkunft | Argentinien |
Klassifikation | Molosser, doggenartige Hunde |
Größe | groß, Schulterhöhe 60 bis 68 Zentimeter |
Gewicht | 40 bis 45 Kilogramm |
Körperbau | athletisch, kräftig, elegant, kräftiger und schwerer Kopf, säbelförmiger Fang |
Augen | schwarz |
Ohren | dreieckig, halb aufgerichtet, seitlich angesetzt |
Fell und Farbe | kurzes Fell, reinweiß, schwarzer Fleck im Kopfbereich erlaubt |
Besonderheiten | Jagdtrieb mit Tötungsabsicht, konsequente Erziehung dringend nötig |
Charakter | friedvoll, aufmerksam, menschenfreundlich, dominant, intelligent, kinderlieb |
Gesundheit | Neigung zu Blindheit, Taubheit, Hauterkankungen und Gelenkdysplasien |
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Vom Jagdhund zum Allrounder
Der Dogo Argentino ist eine noch junge Molosser-Rasse, die aus der Kreuzung von Doggen mit sogenannten Kampfhunden entstand. Der Begründer der Zucht, Antonio Nores Martinez, hatte die Absicht, einen „Allrounder“ zu kreieren, der ein guter Jagd- und Wachhund ist und sich gleichzeitig als Familienhund eignet.
1928 legte Martinez den ersten Standard für die argentinische Dogge, den Dogo Argentino, fest. In seiner Heimat gelang die Züchtung: Die Tiere sind dort geschätzte Haus- und Wachhunde. Das Ziel der Zucht liegt darin, vom Wesen her freundliche und zugleich gesunde Tiere zu schaffen, die vom Züchter bestmöglich sozialisiert werden.
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Der Charakter der Dogo Argentino
Die großen weißen Hunde sind gutmütig und freundlich, neigen aber zu Dominanz. Aus diesem Grund benötigen sie einen souveränen „Rudelführer“, dem sie voll vertrauen. Dogo Argentino sind – bei guter Sozialisation und konsequenter Erziehung – auch als Familienhunde geeignet.
Gegenüber Artgenossen können die Doggen dominant und offensiv auftreten, insbesondere, wenn sie auf Hunde des gleichen Geschlechts treffen. Dogo Argentino haben einen eigenständigen Charakter, ordnen sich ungern unter und möchten die Kontrolle übernehmen. Gelingt die Erziehung, sind sie ihrem Halter und seiner Familie liebevoll zugewandt und erweisen sich als treue Begleiter und Beschützer.

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Was für eine Beißkraft hat ein Dogo Argentino?
In Österreich gilt der Dogo Argentino in mehreren Bundeländern als Listenhund. Listenhunde werden oftmals auch als „Kampfhunde“ bezeichnet. Das liegt vor allem daran, dass es sich meist um kräftige, muskulöse Tiere handelt, die sich auch durch eine ausgeprägte Beißkraft auszeichnen. Die Rassen wurden in der Vergangenheit von Menschen für Tierkämpfe ausgenutzt, die zunächst in Großbritannien weit verbreitet waren. Bereits im Jahr 1835 sprach Großbritannien jedoch offiziell ein Hundekampfverbot aus, später zogen viele andere Länder Europas nach.
Der Dogo Argentino hat eine Beißkraft von etwa 500 PSI (englisch für „pounds per square inch“, zu Deutsch „Pfund pro Quadratzoll“).
Im Vergleich:
- Der Mensch hat eine Beißkraft von 120 bis 140 PSI.
- Der Chihuahua hat eine Beißkraft von ca. 100 PSI.
- Der Amerikanische Pitbull hat eine Beißkraft von ca. 235 PSI.
- Der Wolf hat eine Beißkraft von etwa 593 PSI.
- Der Kangal-Hirtenhund hat eine Beißkraft von rund 740 PSI. Damit ist der Türke der Hund mit der stärksten Beißkraft und übertrifft sogar einen Löwen, dessen Beißkraft bei 691 PSI liegt.
- Krokodile haben mit 3700 PSI den stärksten Tierbiss.

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Erziehung und Haltung des Dogo Argentino
Der Dogo Argentino ist kein Anfängerhund! Die Sozialisierung muss schon beim Züchter beginnen und im neuen Zuhause nahtlos fortgesetzt werden. Aufgrund ihrer Eigenständigkeit, Kraft und ihrem Hang zu Dominanz benötigen die athletischen Jagdhunde eine liebevolle, aber konsequente und starke Führung. Dabei ist es wichtig, dass du und der Hund eine vertrauensvolle Basis entwickelt. Der Besuch der Welpenstunde und einer Hundeschule ist unbedingt empfehlenswert. Wichtig ist, dass er klare Handlungslinien gezeigt bekommt und aufgestellte Regeln eingehalten werden.
Die sportlichen Vierbeiner benötigen ausreichend körperliche und geistige Beschäftigung, sie lieben Suchspiele und Nasenarbeit. Idealerweise bietest du deiner argentinischen Dogge ein großes Zuhause mit einem ausbruchssicheren Garten. Schwächen in der Erziehung weiß sie sofort für sich zu nutzen, was gefährlich werden kann. Bei zu wenig körperlicher Auslastung, neigt der Dogo Argentino dazu, verhaltensauffällig und aggressiv zu werden. Aufgrund der Größe und Kraft des Dogo Argentino sollten im Haushalt lebende Kinder schon etwas älter sein.

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Gesundheit des Dogo Argentino
Der Dogo Argentino ist aufgrund seiner weißen Fellfarbe für Blind- und Taubheit anfällig. Der Grund dafür ist, dass die Vorläuferzellen der Farbpigmente aufgrund eines Defekts nicht nach außen wandern. Diese Zellen sind jedoch maßgeblich an der Entwicklung von Strukturen beteiligt, die für Hören und Sehen notwendig sind. Außerdem neigt diese Rasse zu Hautproblemen wie Juckreiz und Entzündungen. Zudem besteht wie bei vielen großen Hunden eine Neigung zu Gelenkdysplasien. Lass einen heranwachsenden Dogo Argentino noch keine Treppen steigen und warte auch mit dem Hundesport, bis das Tier erwachsen ist. Wenn du dich dennoch für einen Dogo Argentino entscheidest, informiere dich am besten in Tierheimen oder bei rassespezifischen Tierschutzorganisationen, um einem Hund ein Zuhause zu schenken. Sei dir außerdem bewusst, dass diese Rasse zu verschiedenen Erkrankungen neigt, die im Zweifel eine intensive tierärztliche Betreuung erfordern und mit hohen Kosten verbunden sein können.
Was hat die weiße Fellfarbe mit Taubheit zu tun?
Hunde mit weißem oder weiß-geschecktem Fell leiden überdurchschnittlich häufig unter Taubheit. Zu den am stärksten betroffenen Rassen zählt der Dalmatiner, aber auch beim Dogo Argentino gehört Taubheit leider zu den regelmäßig vorkommenden Erkrankungen.
Wissenschaftliche Untersuchungen der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover deuten darauf hin, dass die fehlende Pigmentierung in Zusammenhang mit dem Hörverlust dieser Hunderassen stehen könnte.
Der Gehörsinn bei gesunden Hunden funktioniert über die Weiterleitung akustischer Signale, die im Innenohr erfasst und durch Schallübertragung an das Gehirn übermittelt werden. Um die akustischen Signale empfangen zu können, ist die Gehörschnecke (Cochlea) mit feinen Haarzellen ausgekleidet, die auf entsprechende Schwingungen von außen reagieren. Bei Hunden mit weißem oder weiß-geschecktem Fell sind weniger Pigment-bildende Zellen (Melanozyten) vorhanden, die unter anderem für die dunkle Fellfärbung verantwortlich sind. Melanozyten sind jedoch nicht nur relevant für die dunkle Pigmentierung des Fells, sondern spielen auch bei der Erhaltung und Entwicklung von Haarzellen eine wichtige Rolle. In Folge der fehlenden Melanozyten kann es dazu kommen, dass die im Innenohr vorhandenen Haarzellen, die entscheidend für die Weiterleitung von akustischen Signalen sind, sich nicht vollständig entwickeln können. Hierdurch werden die Innenohrstrukturen massiv beeinträchtigt oder gar zerstört. Erkennbar wird eine solche Entwicklung bei Welpen etwa ab der achten Lebenswoche, wenn eine einseitige oder beidseitige Taubheit festgestellt wird.
Eine eindeutige Diagnose der Taubheit liefert zum Beispiel der BAER-Test (brainstem auditory evoked potential), bei dem akustische Signale an das Innenohr geleitet werden, um anschließend in Form von Gehirnströmen erfasst werden zu können.
Pflege des Dogo Argentino
Den Dogo Argentino gibt es nur in Weiß, manchmal hat er einen schwarzen Fleck. Hintergrund: Bei der Jagd sollte er sich optisch gut von den Wildtieren unterscheiden. Sein Fell ist kurz, sehr weich und absolut pflegeleicht. Es genügt, es zwei- bis dreimal wöchentlich zu bürsten, während des Fellwechsels täglich. Bei Vorliegen von Hautproblemen solltest du die betroffenen Stellen täglich in Absprache mit deinem Tierarzt pflegen.
Qualzucht-Hinweis
Diese Rasse wird in vielen Teilen der Welt als Qualzucht eingestuft.
Haarlose, extrem kurzköpfige Zuchtformen (sogenannte brachycephale Rassen) sowie weitere, bei denen extreme Ausprägungen im Körperbau (z.B. sehr langer Rücken, stark verkrümmte Beine, Wirbelsäulenveränderungen, übermäßiges Fellwachstum usw.) vorliegen, werden als Qualzucht eingestuft, da diese Merkmale ein gesundes Leben der Tiere unmöglich machen.
Ein verantwortungsvoller Tierhalter, der natürlich viel Wert auf ein gesundes, unbeeinträchtigtes Leben seines Vierbeiners legt, sollte bei der Entscheidung für eine geeignete Rasse nicht nur auf hervorragende Charaktereigenschaften achten, sondern auch diese Hinweise unbedingt berücksichtigen.
Wir von Fressnapf setzen uns als verantwortungsbewusste Tierfreunde aktiv für das Wohlergehen der Tiere ein und möchten auf die Herausforderungen hinweisen, die bestimmte Zuchtpraktiken mit sich bringen. Daher vermeiden wir es bewusst, Bilder von Qualzuchten außerhalb expliziter Rasseportraits zu zeigen, um keine ungewollte Nachfrage zu fördern.
Uns ist zudem bewusst, dass viele Tierhalter nicht wissen, dass ihr geliebtes Haustier unter den Folgen einer Qualzucht leiden könnte. Unser Ziel ist es nicht, Schuldgefühle zu wecken, sondern durch informative Beiträge darüber aufzuklären und gleichzeitig Hilfestellungen zu geben, diesen Tieren ein möglichst gesundes und glückliches Leben zu ermöglichen.





