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Zeckenbiss beim Hund – ein Schreckensszenario mit Folgen

Spätestens, wenn die ersten Blumen blühen und der Frühling erwacht, sind auch sie wieder aktiv: die Zecken. Daher ist bereits mit den ersten Frühlingstagen der Zeckenschutz für ihren Hund wichtig. In Deutschland lauern vor allem der Gemeine Holzbock, die Auwaldzecke und die Braune Hundezecke im hohen Gras und Unterholz auf ihre beliebten Opfer, die Hunde.
Ein Zeckenbiss beim Hund kann gefährliche Krankheiten wie FSME Virus Borreliose, Babesiose oder Ehrlichiose Anaplasmose übertragen. Der richtige Zeckenschutz, wachsame Augen sowie Hilfsmittel für den Ernstfall bringen Ihren Hund und Sie sicher durch die Zeckenzeit. Lesen Sie hier, wie Sie ihren vierbeinigen Begleiter schützen können!

Zecken und Zeckenbisse bei Hunden: Wie kommt die Zecke auf den Hund?

Kaum wird es draußen warm, bricht die von Hundehaltern gefürchtete Zeckenzeit an. Die Zecken richten sich jedoch nicht nach dem Kalender – sie brauchen bloß eine angenehme Außentemperatur von etwa 7 °C, um aktiv zu werden. Wenn Sie mit Ihrem Hund in einer durchgehend warmen Gegend leben, oder dort Urlaub machen, so haben Sie das ganze Jahr über „Zeckenzeit“!

Zecken (Ixodida) gehören zu Klasse der Spinnentiere und zu Unterklasse der Milben, die sich parasitär vom Blut und Lymphflüssigkeit ihrer Wirte ernähren. Sie erkennen sie an einem dreiecksförmigen abgeflachten Körper mit acht gut sichtbaren längeren Beinen und einem kleinen Kopf mit Mundwerkzeugen. Farblich changieren sie zwischen dunkelbraun bis rotbraun, einige Zeckenarten haben eine Maserung auf dem Rücken oder einen sog. Schild („Schildzecken“), andere Arten sind schildlos („Lederzecken“).

Wenn Sie sich eine Zecke genauer anschauen, erkennen Sie deutlich ihr Mundwerkzeug, das am Kopfende zangenförmig ansetzt. Zwischen diesen „Zangen“ liegt versteckt das eigentliche Stechwerkzeug, mit dem die Zecke ihre Blutmahlzeit zu sich nimmt und sich gleichzeitig am Opfer festhält. Korrekterweise handelt es sich bei den sog. „Zeckenbissen“ eigentlich um Zeckenstiche.

Die Zecke durchläuft mehrere Stadien, bevor sie ausgewachsen ist: Sie legt zunächst Eier außerhalb des Körpers ihres Wirtes (bspw. im Hundebettchen) ab, aus denen dann Larven schlüpfen. Diese entwickeln sich zu Nymphen und zum Schluss werden aus ihnen Adulte, erwachsene Zecken.

In allen drei Stadien ist die Zecke ein aktiver Parasit, der Hunde, Menschen und andere Tiere sticht, um sich weiterentwickeln zu können. Um die Larven oder Nymphen am Hund zu entdecken, braucht es schon mehr als nur gute Augen, denn diese sind bloß kleine Pünktchen auf der Haut unserer Vierbeiner. Eine adulte Zecke hingegen ist mit etwas Erfahrung relativ gut mit bloßem Auge auszumachen, vorausgesetzt das Fell Ihres Hundes erlaubt eine problemlose Durchsicht.

Hat sich die Zecke mit ihrer Blutmahlzeit vollgesogen, ist sie mit ihrem grauen, prallen Körper nicht zu übersehen. Weibliche vollgesogene Zecken erreichen die Größe von bis zu 3 cm.

Bevorzugter Platz der Zecken sind Waldränder, Wiesen, Lichtungen und Parkanlagen. Dort sitzen sie auf hohen Grashalmen, niedrighängenden Zweigen und in Büschen und strecken ihre mit speziellen Sinnesorganen ausgestatteten Vorderbeine nach vorbeigehenden Opfern aus. Durch Geruch (Schweiß), Erschütterung und veränderten CO2-Gehalt der Luft (Atem) werden sie allarmiert und lassen sich sofort auf das potenzielle Opfer fallen. Bestimmte Zeckenarten sind aktive „Jäger“ und suchen selbst nach ihren Opfern.

Unsere Hunde sind besonders von der Zeckenplage betroffen, weil sie so gerne das Zeckenrevier durchstöbern. Aber auch Menschen und andere Tiere wie Katzen, Igel, Vögel, Mäuse, Ratten, Schafe u.v.m. gehören in das Beuteschema der Zecken. Allerdings sind Zecken im Normalfall auf bestimmte Wirte spezialisiert, die sie allen anderen vorziehen. Das lässt sich damit erklären, dass Zecken eine ausgeklügelte, auf das Immunsystem ihres speziellen Wirtes abgestimmte Betäubung entwickelt haben.

Einmal auf den Hund gefallen, sucht sich die Zecke einen geeigneten Platz zum Stechen aus. Mit Vorliebe sind es dünnhäutige und gut durchblutete Stellen wie der Kopf, Lendengegend, Ohren und Bauch.

Unsere Angst vor diesen keinen Blutsaugern ist berechtigt, denn Zeckenbisse beim Hund und Mensch übertragen mehr Krankheitserreger als jede andere Parasitenart Mücken liegen weit davor!! Weltweit gibt es rund 900 Zeckenarten, von denen aber nur etwa 20 in Deutschland heimisch sind. Allerdings haben Hunde hierzulande vor allem mit drei Zeckenarten zu tun: mit dem Holzbock, der Auwaldzecke und der Braunen Hundezecke.

Was passiert bei einem Zeckenbiss?

Nachdem die Zecke sich einen geeigneten Ort am Körper des Hundes ausgesucht hat, ritzt sie die Haut mit ihrem Mundwerkzeug an und sticht mit ihrem Stechrüssel in die so entstandene Wunde ein. Dort saugt sie die sich ansammelnde Lymph-, Zellflüssigkeit und Blut ein. Schildzecken haben einen langen Stichrüssel mit Widerhaken, mit denen sie sich an ihrem Wirt „festbeißen“. Bei diesem Vorgang sondert die Zecke sogleich ein Sekret mit unterschiedlichen Wirkstoffen aus.

Folgende Wirkstoffe enthält das Sekret:
  • Ein Betäubungsmittel, um den Saugvorgang unentdeckt zu lassen.

  • Einen Entzündungshemmer, um das wirtseigene Immunsystem zu blockieren.

  • Einen Gerinnungshemmer, um den Wundverschluss zu verhindern und den Blutfluss zu gewährleisten.

  • Zecken, die keinen langen Saugrüssel mit Widerhaken haben, geben eine Art Klebesubstanz ab, mit der sie sich am Hundekörper festkleben.

In den Zeckenkörpern können bestimmte Erreger wie Bakterien, Viren und andere Parasiten leben, die die Zecke als Zwischenwirt bewohnen. Die Zecke hat sich mit diesen Mitbewohnern bei einer ihrer vorangegangenen Nahrungsaufnahme von einem erkrankten Opfer infiziert. Während ihrer Blutmahlzeit gibt die Zecke unverdaute Blutreste aus ihrem Darm in die Wunde des Hundes ab. Hierbei wechseln die genannten Erreger ihren Wirt und können nun im Organismus Ihres Hundes zu gefährlichen Erkrankungen führen.

Eine Blutmahlzeit einer adulten männlichen Zecke dauert einige Tage und ist relativ gering, da das Männchen nur zu seiner eigenen Ernährung das Blut braucht, während er auf ein Weibchen wartet. Adulte Weibchen hingegen können bis zu mehreren Wochen an der Einstichstelle saugen, da sie mehr Blut für die Eierproduktion brauchen.

Die Gefahr einer Ansteckung des Hundes mit den Krankheitserregern aus der Zecke ist nach ca. drei Stunden gegeben. Die Zecke braucht diese Zeit, um die unverdauten Reste ihrer Blutmahlzeit samt den Erreger aus ihrem Darmtrakt in die Wunde des Wirtes auszuspeien. Mit jeder Stunde, in der die Zecke am Hundeblut saugt, steigt die Ansteckungsgefahr. Daher gilt: Entfernen Sie die Zecke unverzüglich, sobald Sie sie an Ihrem Hund gesichtet haben! Lesen Sie dazu hier weiter.

Zeckenarten und Krankheiten auf dem Vormarsch: Was ist beim Zeckenbiss zu befürchten?

Erreger, die die Zecken mit ihrem Speichel auf Ihren Hund übertragen können, sind sehr ernst zu nehmen, da sie Hundekrankheiten hervorrufen, die zu den schwerwiegenden caninen Erkrankungen zählen. Für Hunde in Mitteleuropa am gefährlichsten sind der Holzbock, die Auwaldzecke und die Braune Hundezecke. Letztere liebt es warm und trocken und sie liebt Hunde.

Die Braune Hundezecke und ihre Krankheitserreger

Lange galt die Braune Hundezecke als „nur“ im Mittelmeerraum beheimatet. Und die nach Deutschland eingeschleppten Exemplare galten als nicht überlebensfähig. Diese Einschätzung hat sich in den letzten Jahren als falsch erwiesen. Die Braune Hundezecke ist aufgrund der Klimaerwärmung und der hohen Zahl an eingeführten Hunden auf dem Vormarsch und vielerorts in Deutschland und in der Schweiz assimiliert.

Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) ist durchgehend rötlich-braun, ca. 1-3 mm klein, vollgesogene Weibchen erreichen die Größe von bis zu 1,2 cm.

Der gesamte Zyklus von Larve (ca. 0,5 mm) über Nymphe (ca. 1 mm) zu adulten Zecken vollzieht sich auf dem Hundekörper. Als Eiablage dienen der Boden und Hundeliegeplätze. Die Hundezecken sind sehr beweglich und durchwandern die Wohnräumer ihrer Wirte, um dort zu „überwintern“. Sie überleben bis zu einem Jahr ohne eine Blutmahlzeit.

Die Hundezecke kann Canine Ehrlichiose (Ehrlichia canis), Anaplasmose (Canine Cyclische Thrombozytopenie) und Babesiose von der Art Babesia canis vogeli übertragen. Alle drei gehören zu den gefürchteten Hundekrankheiten und kommen mittlerweile in ganz Europa auf unterschiedlich starkem Ausbreitungsniveau vor.

Ehrlichiose – auch unter „Zeckenfieber“ und „Mittelmeerkrankheit“ der Hunde bekannt – ist eine Erkrankung mit Bakterien des Typus Rickettsien. Sie befallen weiße Blutkörperchen (Leukozyten) im Organismus des Hundes und blockieren das Immunsystem, das sie nicht angreifen kann. Die Symptome der Ehrlichiose sind sehr vielfältig, sie beginnen mit einer sog. Akutphase, die in zwei bis vier Wochen in ein subklinisches, symptomloses (stummes) Stadium und anschließend in ein symptomstarkes chronisches Stadium übergeht.

Achten Sie auf folgende Symptome der Akutphase (bis zu drei Wochen Inkubationszeit nach Zeckenbiss):
  • Fieber und Fieberschübe
  • Erbrechen
  • Abgeschlagenheit
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Selten Muskelzucken
  • Atemnot/schweres Atmen

Da Ehrlichiose ein stummes Stadium hat, wird sie nicht immer rechtzeitig erkannt und neigt dazu in eine chronische Erkrankung überzugehen. Babesiose von der Art Babesia canis vogeli verläuft relativ mild und ist in Mitteleuropa noch selten anzutreffen, jedoch verbreitet als Kreuzinfektion mit Ehrlichiose im Mittelmeerraum, Frankreich, Nordafrika sowie Südamerika. Zu Babesiose siehe unter Auwaldzecke.

Anaplasmose wurde bisher zu Ehrlichiose gezählt. Neuste Forschung hat ergeben, dass es sich bei dieser Erkrankung jedoch um bakterielle Erreger des Typus Anaplasma handelt. Die Symptome sind ähnlich der Ehrlichiose. Bisweilen zeigen die Hunde außer Abgeschlagenheit sogar keinerlei sichtbare Symptome. Die Anaplasma-Bakterien befallen spezielle weiße Blutkörperchen: die Granulozyten. Die Krankheit verschlimmert sich durch Kreuzinfektionen mit Babesiose und Ehrlichiose.

Für alle drei Erkrankungen existieren keine Impfstoffe. Prophylaxe geschieht ausschließlich über Zeckenabwehrmittel.

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Der Gemeine Holzbock und seine Krankheitserreger

Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist etwas größer als die Braune Hundezecke und überträgt Erreger der Lyme-Borreliose, der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und der Anaplasmose.

Während Hunde sehr selten an FSME erkranken, ist die Lyme-Borreliose die häufigste zeckenübertragene Erkrankung beim Hund in unseren Breitengraden.

Borreliose wird verursacht durch die Bakterien der Gattung Borrelia, die Inkubationszeit beträgt zwischen zwei Wochen und fünf Monaten. Die Symptome der Borreliose sind im Anfangsstadium unspezifisch und verschlechtern sich schleichend.

Achten Sie auf besonders auf:
  • Wiederkehrendes Fieber, Fressunlust und Abgeschlagenheit (Frühstadium)
  • Gelenkschmerzen und Gelenkentzündungen
  • Muskelschmerzen
  • Lahmheit an Vorder- und Hinterläufen
  • Herzprobleme

Das Leitsymptom ist die sog. „Wanderröte“, ein roter Hof um die Einstichstelle, doch wird dieser selten im dichten Fell des Hundes (oder bei dunkler Hautpigmentierung) wahrgenommen.

Bei schweren Verläufen können neurologische Schäden zurückbleiben, oder die Krankheit nimmt einen chronischen Verlauf. In einigen Fällen endet sie tödlich für den Hund.

Es existiert zwar eine Borreliose-Schutzimpfung, doch deckt sie nur wenige der möglichen Borrelien-Bakterienstämme ab. Sie gilt als nicht ausreichend und bedarf sowieso einer zusätzlichen Zeckenprophylaxe.

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Die Auwaldzecke und ihre Krankheitserreger

Die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) ist etwas größer als der Holzbock, und am weißlich marmorierten Rückenschild mit rotorangefarbenem Außenrand gut zu unterscheiden. Sie überträgt den Erreger der Babesiose, den Babesia canis canis, der in roten Blutkörperchen (Erythrozyten) lebt und diese zerstört. Erstes Anzeichen dieser Erkrankung ist somit die Anämie (Blutarmut). Ursprünglich war Babesiose eine „Mittelmeerkrankheit“, doch sind die Erreger heute bereits in Deutschland, Niederlanden, Polen und der Schweiz heimisch. Der Erreger gilt als besonders stark krankheitsauslösend. Babesiose ist auch als „Hundemalaria“ bekannt. Unbehandelt führt sie zum Tod des Hundes.

Die Symptome sind anfänglich unspezifisch:
  • Hohes Fieber oder Fieberschübe
  • Allgemeine Mattigkeit und Schwäche
  • Blass-gelbliche Schleimhäute
  • Rot- bis grünbrauner Harn
  • Nierenversagen
  • Verdauungs- und Kreislaufstörungen
  • Ödeme
  • Störungen des Zentralen Nervensystems

Bei Symptomen nach Zeckenbissen bei Ihrem Hund sollten sie umgehend einen Tierarzt aufsuchen.

Abgesehen von den genannten Symptomen kann ein Zeckenbiss grundsätzlich auch Allergien und Hautentzündungen hervorrufen.

Wichtiger Hinweis

Die Ratgeber-Inhalte können einen Besuch beim Tierarzt nicht ersetzen. Diese Informationen sollten nicht als alleinige Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen verwendet werden. Bei Erkrankungen von Tieren und Verwendung von Medikamenten sollte ein Tierarzt konsultiert werden.

Wenn das Unglück passiert ist: Zeckenzange, Zeckenhaken, Zeckenschlinge

Es ist für einen Hundehalter schwer, seinen vierbeinigen Liebling vom Stromern im Unterholz, auf Wiesen und unter Büschen abzuhalten, zumal diese Plätze das natürliche Revier des Hundes sind und für ihn große Lebensfreude bedeuten. Daher ist neben der Vorsorge auch eine gründliche Nachsorge nach jedem Spaziergang, insbesondere in den Monaten März bis Oktober, notwendig. Zur Nachsorge gehört das gründliche Absuchen des Hundefells nach Parasiten. Bürsten Sie Ihren Hund am besten vollständig aus und frottieren ihn anschließend mit einem weißen, leicht feuchten Handtuch. Halten Sie dabei Ausschau nach krabbelnden braunen bis rotbraunen Winzlingen oder bereits festgesaugten Exemplaren am Kopf, Bauch, in der Leistengegend, an den Ohren und vergessen Sie die Zehenzwischenräume nicht. Haben Sie eine bereits festgesaugte Zecke entdeckt, dann verwenden Sie spezielles Werkzeug zur fachmännischen Entfernung des Parasiten. Entfernen Sie die Zecke umgehend. Im Fachhandel werden viele verschiedene Zeckenwerkzeuge angeboten wie z. B. Zeckenzange oder Zeckenschlinge. Experten empfehlen den Zeckenhaken, den es in zwei Größen gibt. Mit ihm können Sie die Zecke auch an empfindlichen Körperstellen des Hundes effektiv und schmerzlos entfernen.

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Urlaub mit dem Hund – Zeckenschutz im Ausland

Wollen Sie mit Ihrem Hund ins Ausland verreisen, sollten Sie Ihren Vierbeiner vor Parasiten und Krankheitserregern schützen, die dort verbreitet sind. Welche das sind und wie Sie Ihren Hund davor schützen können, erklärt Ihnen Prof. von Samson-Himmelstjerna in diesem Interview.

Symptome nach Zeckenbiss beim Hund:
  • Fieberschübe
  • Erbrechen
  • Appetitlosigkeit
  • Erschöpfung
  • Gewichtsverlust
Als allarmierende Symptome kommen hinzu:
  • Gelber bis blutiger Harn
  • Bewegungsstörungen (Ataxien) und wechselnde Lahmheitserscheinungen
  • Schmerzende Beine
  • Blutungen und Ödeme

Bei diesen Symptomen suchen Sie mit Ihrem Vierbeiner unverzüglich einen Tierarzt auf.

Infografik Zecke

Die gesamte Infografik rund um das Thema „Zecken“ können Sie sich hier herunterladen.
Darauf müssen Sie bei der Zeckenentfernung achten
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To-Do

Verfahren Sie dabei wie folgt:

  • Führen Sie den Zeckenhaken möglichst eng an der Haut des Hundes entlang und unter die Zecke, sodass der Zeckenkopf in der Hakenritze gut feststeckt.
  • Hebeln Sie nun den Haken etwas an und ziehen Sie gleichzeitig daran nach oben.
  • Üben Sie einen konstanten, nicht nachlassenden Zug aus, bis die Zecke nachgibt. Das kann bis zu einer Minute dauern.
  • Bei einem zu heftigen Zerren an der Zecke riskieren Sie, dass der Kopf der Zecke abgerissen wird und das Mundwerkzeug in der Wunde stecken bleibt.
  • Anschließend vernichten Sie die Zecke vollständig durch Verbrennen, Zerquetschen (nur draußen und zwischen Taschentüchern o. ä.) oder Zersetzen (Säure oder das Einlegen in Alkohol). Entsorgen Sie die lebende Zecke nie in den Hausmüll oder in der Toilette.

No-Go

Verwenden Sie auf keinen Fall sog. Hilfsmitteln bei der Entfernung der Zecke, die da wären:

  • Nagellackentferner, Alkohol und Benzin
  • Öle (Butter u. a.)
  • Feuerzeug (Feuer)
  • Klebstoffe

In ihrer angeblichen Wirksamkeit gehören sie in das Land der Ammenmärchen und sind äußerst riskant. Alle diese Mittel – insbesondere Feuer – können Ihrem Hund mehr Schaden zufügen als helfen. Darüber hinaus wird sich die Zecke in ihrem Todeskampf in die Biss- bzw. Stechwunde „erbrechen“ und die in ihr lebenden Krankheitserreger in die Blutbahn des Hundes abgeben.

Die richtige Vorsorge

Zeckenhalsbänder für den Hund

Leider gibt es keinen umfassenden Impfschutz gegen Krankheiten, die von Zecken übertragen werden. Mit der richtigen Vorsorge vor Zeckenbissen können Sie Ihren Hund aber ausreichend schützen.

Zeckenhalsbänder gehören zu den bewährten Mitteln bei einer Zeckenvorsorge.

Zu den bekanntesten zählen Scalibor Protectorband mit dem Wirkstoff Deltamethrin, der ein Insektizid und Akarizid ist und Preventic Halsband mit dem Wirkstoff Amitraz. Sie wirken auf Parasiten neurotoxisch. Bei beiden Halsbändern werden die Wirkstoffe kontinuierlich in die Fettschichten der Haut des Hundes abgegeben. Sie breiten sich allmählich über die gesamte Hautfläche des Hundes aus und brauchen ca. eine Woche um ihre volle Wirkung zu entfalten. Auch sollten die Halsbänder vor ausgiebigem Baden des Hundes abgenommen werden, da sie toxische Auswirkungen auf die Wassertierwelt haben können. Die Wirkstoffe sind für Mensch und Tier geruchslos.

Mit „Scalibor“ betreiben Sie zusätzlich Prävention gegen Gemeine Stechmücken und Sandmücken (Überträger von Leishmaniose) für vier bis sechs Monate. Seresto und „Preventic“ wirkt gegen Zecken und Flöhe bis zu vier Monaten.

Vorteile beider Halsbänder liegen in der allmählichen Abgabe der toxischen Wirkstoffe auf den Hundekörper, sodass der Hundeorganismus geschont wird. Bei Unverträglichkeiten und starken Nebenwirkungen können die Halsbänder abgenommen und der Hund zusätzlich abgewaschen werden.

Prävention mit Spot-On-Präparaten

Besonders beliebt unter den Hundehaltern sind die sog. Spot-Ons, weil sie praktisch in der Anwendung sind. Spot-Ons sind Präparate, die als flüssige Mittel auf den Hundenacken aufgeträufelt werden. Die Substanz verteilt sich auf einmal über die Haut auf den gesamten Hund und verbleibt ca. vier Monate in den Fettzellen der Haut.

Es ist nicht vollständig geklärt, wie sich der Wirkstoff aus den Hautzellen des Hundes abbaut und ob er vollständig aus dem Hundeorganismus ausgeschieden wird.

  • Frontline – ein Floh- und Zeckenmittel – enthält den Wirkstoff Fipronil, das ein Insektizid und Akarizid ist. Seine Wirkungsweise auf Parasiten erfolgt über das Zentrale Nervensystem des Insekts. Dazu muss der Parasit jedoch zuerst zustechen.
  • Exspot ist ein Insektizid mit dem Wirkstoff Permethrin. Es funktioniert als Kontaktgift und hat somit eine repellierende Wirkung (abschreckend) auf Zecken und Flöhe. Es funktioniert über Nervenreizung der Parasiten in ihren Beinorganen, sodass sie sich von der behandelten Haut des Hundes zurückziehen. Dadurch werden sie für Sie sichtbar und können entfernt werden.
  • Advantix enthält in Kombination die Wirkstoffe Imidacloprid und Permethrin, wodurch die Wirkung von Permethrin verstärkt wird. „Advantix“ ist in der Wirkungsweise mit „Exspot“ vergleichbar.
  • Vectra

Nachteile der Spot-ons liegen in der relativ hohen Dosis, die auf einmal im Hundekörper freigesetzt wird. Im Falle einer Unverträglichkeitsreaktion (s. Nebenwirkungen der jeweiligen Präparate) des Hundes auf den Wirkstoff können keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Sowohl bei den vorgestellten Halsbändern als auch bei den Spot-On-Präparaten handelt es sich um sog. „Chemiekeulen“, die Pestizide und Nervengifte beinhalten. Gehen Sie daher sehr umsichtig damit um, informieren Sie sich vor der Anwendung bei Ihrem Tierarzt oder den Herstellern über die möglichen Nebenwirkungen dieser Präparate und handeln Sie ausschließlich nach Vorgabe des Tierarztes und nach Packungsbeilage. Der Wirkstoff Permethrin bspw. ist bereits in kleinsten Mengen für Katzen tödlich. Sollten in Ihrem Haushalt neben einem Hund auch eine Katze leben, so verzichten Sie unbedingt auf Präparate mit diesem Wirkstoff.

Alternative Zeckenmittel

Abzuraten ist von solchen Alternativmaßnahmen wie dem Einreiben des Hundes mit Knoblauch oder Duftölen, was eine brennende und geruchsquälende Angelegenheit für das Tier bedeutet. Zecken werden sich davon jedoch nicht abschrecken lassen. Im Falle von Anwendungen mit Neem-, Lavendel- oder Zitronenöl kann es zu schweren allergischen Reaktionen beim Hund kommen.

Dagegen ist eine Bernsteinkette sowohl für Ihren Hund als auch für die Zecken vollkommen harmlos.

Vielversprechend sind die Testergebnisse des Naturmittels Bogacare, das als Halsband, Spot-on und Fellspray angeboten wird. Das Präparat basiert auf Margosa-Extrakt, Citronella und Nelkenblütenöl und soll gegen Zecken, Flöhe und Milben wirken.

Zeckenschutz für den Hund

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