Blähungen bei Hunden – Hilfe, mein Hund pupst

03.03.2026 - Lesedauer: 4 Minuten

Schlafender Golden Retriever auf einer kuscheligen Decke in einem warmen Wohnzimmer.

Blähungen sind keine Seltenheit bei unseren Fellnasen. Oft lässt sich das Problem durch eine Futterumstellung lösen.

Hundebesitzer kennen das Problem: Der Vierbeiner schlummert friedlich im Körbchen und plötzlich breitet sich ein unangenehmer Geruch aus. Im Magen-Darm-Trakt des Tiers bilden sich Gase, die sich durch Darmgeräusche und übel riechende Blähungen bemerkbar machen. Häufig ist schlecht verdauliches Futter für die Darmprobleme verantwortlich. Auch vermehrtes Abschlucken von Luft oder organische Probleme die Ursache für die Blähungen beim Hund sein.

Warum haben Hunde Blähungen?

Frisst der Hund schlecht verdauliche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, unreifes Obst oder Kauartikel mit hohem Anteil an Bindegewebe, wirkt sich das auf die Verdauung aus. Hunde können Laktose nicht oder nur schlecht verarbeiten, der Milchzucker löst unter Umständen Durchfälle und Flatulenzen aus.

Auch ein plötzlicher Futterwechsel oder ein zu hoher Anteil an komplexen Kohlenhydraten und Eiweißen im Futter führt zu übermäßiger Gasbildung. Teilweise werden im Futter enthaltene nicht-absorbierbare Ballaststoffe im Kolon, dem Dickdarm, bakteriell abgebaut, wodurch auch Gase entstehen.

Einige Tiere haben Schwierigkeiten mit einem sehr hohen Fettanteil im Futter, auch das kann Blähungen oder Aufstoßen herbeiführen.

Tipp:
Wenn dein Hund recht futtersensibel ist, verwende am besten ein Futter mit nur einer Proteinquelle und lass dich im Zweifel bei deinem Tierarzt beraten, welches Futter für deinen Vierbeiner geeignet ist.

Nicht immer liegt es an der Ernährung: Einige Rassen schlucken beim Fressen besonders viel Luft und reagieren mit Blähungen. Insbesondere Rassen mit kurzer Schnauze wie Französische Bulldoggen neigen zum Luftschlucken (Aerophagie). Abhilfe schaffst du, indem du den Standort der Näpfe leicht erhöhst.

Darmparasiten wie Würmer oder Giardien und Bakterien können übermäßige Darmbewegungen ebenso fördern wie chronische Darmerkrankungen. So weisen die Tiere bei Inflammatory Bowel Disease (IBD), dem Reizdarmsyndrom und dem Maldigestionssyndrom Anzeichen vermehrter Blähungen auf. Bei Vorliegen dieser Problematiken sollte das Tier zwingend tierärztlich betreut werden, da diese Erkrankung individuell behandelt werden müssen.

Bei manchen Hunden ist eine Dysbiose der Übeltäter. Dabei handelt es sich um eine Veränderung des Mikrobioms des Darms und zur überwiegenden Ansammlung von „falschen“ Mikroorganismen.

Kleiner Hund ruht entspannt in einem gemütlichen, bordeauxroten Hundebett auf einem gefliesten Boden in einem warmen Wohnraum.

Welche Symptome zeigen sich bei Darmproblemen des Hundes?

Typische Anzeichen für Blähungen sind abgehende Gase sowie hörbare Darmgeräusche, die sich wie ein Gluckern oder Blubbern anhören. Unter Umständen bläht sich der Verdauungstrakt des Tiers stark auf, sodass es ebenfalls zu Druckbeschwerden und Schmerzen kommen kann.

Gefährlich für deinen Liebling wird es, wenn die Gase nicht entweichen können. Bei Vorliegen von anhaltenden und schweren Symptomen wie starken Schmerzen, das Einstellen der Futteraufnahme und Teilnahmslosigkeit solltest du umgehend einen Tierarzt aufsuchen. Typisch für starke Schmerzen beim Hund ist die Gebetshaltung, bei der der Hund normal auf seinen Hinterbeinen steht und die Vorderbeine weit nach vorne streckt. Aufmerksam solltest du ebenso bei einer starken Unruhe des Tiers sein. Ein häufiges Hinlegen und Aufstehen deutet ebenfalls auf Beschwerden hin.

Was tun gegen Blähungen beim Hund?

Gelegentliches Pupsen ist kein Grund zur Sorge – beobachtest du die Probleme jedoch dauerhaft, solltest du den Flatulenzen auf den Grund gehen.

Schwarzer Standardpudel liegt auf grünem Gras im Freien, gut gepflegtes lockiges Fell, glücklicher Hund mit herausgestreckter Zunge.

Ständige Darmprobleme deines Tiers solltest du ernst nehmen. Oftmals schaffen bereits kleinere Änderungen im Alltag Abhilfe:

  • Lass das Tier in Ruhe fressen. Bei mehreren Hunden sollte jedes Tier Gelegenheit haben, den Napf ohne Stress zu leeren. Trenne die Hunde also notfalls.
  • Gib deinem Hund keine Essensreste vom Tisch, sondern füttere ihn nur mit einem für ihn verdaulichem Hundefutter.
  • Gib mehrere Male täglich eine Portion Futter. Viele Tiere können geringere Futtermengen besser verdauen.
  • Achte darauf, das Tier ausreichend zu bewegen. Direkt nach dem Essen ist Toben zwar tabu, aber grundsätzlich regt Bewegung die Darmtätigkeit an.

Bringen diese Maßnahmen keine Besserung, ist eine gezielte Futterumstellung zu empfehlen. Besprich das Vorgehen am besten mit deinem Tierarzt zusammen, da auch zu häufige Futterumstellungen Probleme mit sich bringen können. Außerdem kann so eingeschätzt werden, ob es sich womöglich um ein sehr futtersensibles Tier handelt und eine Futtermittelunverträglichkeit vorliegen könnte.

Welche Hausmittel helfen gegen Blähungen beim Hund?

Leidet der Hund unter gelegentlichen Blähungen, hilft eine sanfte Bauchmassage, durch die sich die Gase lösen.

Mit einer artgerechten und ausgewogenen Ernährung sorgst du für eine gute Darmgesundheit und vermeidest Blähungen.

Achte am besten auf die Zusammensetzung des Futters und verzichte bei empfindlichen Tieren auf einen zu hohen Getreideanteil. Hilfreich sind auch Anti-Schling-Näpfe, die dem Luftschlucken vorbeugen.

Blähungen beim Hund – geeignete Maßnahmen im Überblick

  • Gelegentliche Blähungen treten bei vielen Hunden auf.
  • Regelmäßige Darmprobleme löst du mit einer angepassten Fütterung.
  • Bewegung beugt Blähungen vor.
  • Eine ausgewogene Ernährung fördert die Darmgesundheit.

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