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Meerschweinchen-Züchter: die Wiege der Nager

Wie die meisten Nagetiere sind Meerschweinchen überaus fruchtbare Geschöpfe. Die Tragzeit des Weibchens beträgt lediglich zwischen neun und zehn Wochen, ein Wurf besteht im Schnitt aus zwei bis drei Jungtieren, sogar Sechslinge kommen gelegentlich vor. Die Jungtiere sind theoretisch mit drei Wochen schon fortpflanzungsfähig, wenn auch noch nicht ausgewachsen und zuchtreif. Zudem ist die Mutter kurz nach der Geburt schon wieder aufnahmebereit, mehrere Würfe im Jahr sind denkbar. Das exponentielle Wachstum der Meerschweinchen-Vermehrung wird offenbar.

Daraus folgt: Die Meerschweinchen-Zucht gehört in die Hände verantwortungsvoller Experten – als Hobbyhalter sollten Sie von solchen Vorhaben Abstand nehmen. Aber wie finden Sie als Interessent Zugang zu einem verantwortungsvollen Meerschweinchen-Züchter?

Rassezucht oder Vermehrung? Über die Meerschweinchen-Zucht

In der Regel geschieht die Reproduktion von Meerschweinchen bei Hobbyhaltern unabsichtlich. Doch ob nun unwissentlich ein trächtiges Weibchen in den Bestand aufgenommen wurde, ein unkastriertes Böckchen unbemerkt in einer Weibchengruppe mitläuft oder vorsätzlich ein Deckakt erfolgt ist: In all diesen Fällen kann nicht von gezielter Zucht gesprochen werden. Tierzüchter haben in aller Regel ein exaktes Zuchtziel, auf das sie mit ihren Tieren hinarbeiten. Im Fall von Meerschweinchen ist das zum Beispiel eine spezielle Rasse oder ein besonderer Farbschlag. Um den entsprechenden Nachwuchs zu erhalten, achten professionelle Züchter sorgfältig auf die Verpaarung und die Voraussetzungen, die die Elterntiere mitbringen.

Zur erfolgreichen Zucht gehört außerdem zwingend solides Fachwissen über Vererbungslehre und Genetik sowie Know-how über die Tierhaltung, das weit über die gängige Haustierpflege hinausgeht. Trächtige Meerschweinchen und noch junge Tiere stellen komplexere Anforderungen an ihre Ernährung; im Notfall müssen die Jungtiere per Hand aufgezogen werden. Die Meerschweinchen-Zucht – nicht die zufallsgesteuerte Vermehrung – ist daher eine Materie, die Experten vorbehalten bleiben sollte.

Landesverbände und Dachverband: Organisation von Meerschweinchen-Züchtern

Die meisten Tierzüchter sind in Verbänden organisiert. Der Dachverband für Deutschland ist der Meerschweinchenfreunde Bundesverband Deutschland e. V.; auf lokaler und regionaler Ebene gibt es Landes- und Bezirksverbände. Bei denen wiederum sind Züchter registriert, die eine spezielle Züchterprüfung bestehen müssen – erst dann werden sie in den Verband aufgenommen. Wenn Sie sich als Käufer für ein Meerschweinchen interessieren und es bei einem seriösen Züchter erwerben wollen, führt Ihr erster Weg im Internet also am besten auf die Website des Bundesverbandes oder eines Landesverbandes. Dort finden Sie Adresslisten und nähere Informationen zu den einzelnen Mitgliedern und können bequem nach einem Kontakt in ihrer Nähe suchen, um ein Tier zu erwerben.

Der Verband publiziert eine Vereinszeitschrift. Er organisiert darüber hinaus für seine Mitglieder – das sind nicht ausschließlich Züchter, sondern ebenso interessierte Hobbyhalter – Seminare, Ausstellungen und Vereinstreffen. Der Bundesverband legt auch die Standards fest, nach denen Rassemeerschweinchen bei den Schauen bewertet werden – darunter fallen zum Beispiel die „erlaubten“ Farbschläge bei Rasse-Meerschweinchen. Die Mitgliedschaft eines Züchters beim Verein ist durch die bestandene Sachkundeprüfung ein gutes Indiz, dass es sich um eine seriös betriebene Zucht handelt. Allerdings sollte das nicht das einzige Entscheidungskriterium sein: Überzeugen Sie sich vor dem Kauf eines Meerschweinchens von den örtlichen Gegebenheiten. Ein engagierter und verantwortungsvoller Züchter wird Ihnen bereitwillig Einblick gewähren.

Voraussetzungen für die Meerschweinchen-Zucht

Sie sind ernsthaft daran interessiert, selbst in die Meerschweinchen-Zucht einzusteigen – nicht, um einmalig Nachwuchs Ihrer Tiere zu bekommen, sondern sich im Nebenerwerb für eine Rasse einzusetzen? Zu den Voraussetzungen, ein erfolgreicher Meerschweinchen-Züchter zu werden, gehört in erster Linie das fachliche Know-how. Sie sollten zwingend schon viel Erfahrung in der Haltung von Meerschweinchen mitbringen und sich weiterhin mit den genetischen Hintergründen der Zucht beschäftigt haben. Aber das Wissen allein genügt nicht.

Eine seriöse Meerschweinchen-Zucht muss viele Voraussetzungen erfüllen.
  • Viel Platz: Sie müssen beim Aufbau einer Zucht mit einem weit größeren Tierbestand rechnen als bei der Heimtierhaltung. Die Wurfgröße lässt sich nie genau prognostizieren – und auch nicht, wie schnell Sie alle Tiere in gute Hände vermitteln können. Zu junge oder ältere Tiere können noch nicht oder nicht mehr für die Zucht eingesetzt werden. Sie brauchen Gehege für die Jungtiere, Muttertiere in der Zuchtpause und die Senioren, außerdem weitere Ausweichgehege und Unterbringungsmöglichkeiten für Quarantäne und dergleichen. Rechnen Sie für jedes anwesende Tier mit einem Platzbedarf von wenigstens einem halben Quadratmeter Bodenfläche – hier stoßen viele potenzielle Züchter bereits an ihre Grenzen.
  • Finanzielle Mittel: Eine Meerschweinchen-Zucht kann nicht im Wohnzimmer mit herkömmlichen Nagerkäfigen stattfinden – Sie benötigen einen ausreichend großen Zuchtstall inklusive Gehege. Um eine solche Anlage zu realisieren, kommen Sie leicht in einen vierstelligen Bereich. Auch die Kosten für Futter, Einstreu und Tierarzt summieren sich schnell.
  • Zeitaufwand: Die fachgerechte Versorgung einer größeren Anzahl von Meerschweinchen nimmt täglich einige Zeit in Anspruch – sieben Tage in der Woche. Eine zuverlässige Urlaubsbetreuung für einen kompletten Zuchtbetrieb zu finden, ist ebenfalls nicht einfach. Die Verantwortung für mehrere größere Meerschweinchen-Gruppen erfordert unter Umständen persönliche Einschränkungen.

Darauf sollten Sie beim Züchten von Meerschweinchen achten

Sind Platz, Zeit und Geld vorhanden, müssen Sie vor Gründung einer Meerschweinchen-Zucht einige weitere Faktoren abklären.

Das sind vor allem rechtliche Fragen:
  • Meldepflicht: Eine Kleintierzucht müssen Sie entsprechend Paragraf 11 des Tierschutzgesetzes anmelden. Allerdings unterscheiden sich die Anforderungen und Zuständigkeiten von Bundesland zu Bundesland und in den Kommunen voneinander. Um die für Ihre Stadt geltenden Regelungen zu erfragen, ist das örtliche Veterinäramt die richtige Anlaufstelle.
  • Ordnungsamt: Auch diese Behörde müssen Sie über die Tierzucht informieren. Tun Sie das unbedingt, bevor Sie mit der Zucht beginnen – im Nachhinein kann es zahlreiche Komplikationen geben.
  • Bauamt: Wenn Sie für Ihre Meerschweinchen-Zucht eigens einen Stall bauen wollen, benötigen Sie dafür außerdem die Genehmigung der örtlichen Behörde.
  • Sachkundenachweis: Vielerorts müssen Kleintierzüchter einen Sachkundenachweis erbringen. Dieser ist nicht identisch mit der oben erwähnten Züchterprüfung des Bundesverbandes Meerschweinchenfreunde. Diese Prüfung ist eine zusätzliche Qualifikation, die sich als nützlich erweisen kann.
  • Finanzamt: Eine Meerschweinchen-Zucht muss der Finanzbehörde gemeldet werden, sofern Sie damit Einnahmen von mehr als 2.000 Euro im Jahr generieren oder mehr als hundert Jungtiere geboren werden.

Bevor Sie sich mit den Rechtsfragen beschäftigen oder Investitionen tätigen, müssen Sie sich darüber klar sein, welche Art von Meerschweinchen Sie züchten wollen – ein seriöser Zuchtbetrieb sollte nicht mehr als zwei oder drei Zuchtziele verfolgen. Erst dann machen Sie sich auf die Suche nach geeigneten Zuchttieren, die Sie als Neuzüchter am besten bei einem etablierten Kollegen erwerben und dabei Kontakte knüpfen.

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