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Vergesellschaftung von Kleintieren

Vielen Tierarten liegt das Bedürfnis nach sozialer Interaktion im Blut. Vor allem für Kleintiere wie Vögel oder Nager ist das Zusammenleben mit Artgenossen elementar. Sie kommunizieren und spielen miteinander, geben sich gegenseitig Wärme und Sicherheit. Fehlt der Kontakt mit Artgenossen, können die Tiere krank werden oder Verhaltensstörungen wie Aggressivität oder Stereotypien entwickeln. Nur der Hamster macht da eine Ausnahme: Er ist tatsächlich am liebsten für sich allein.

Am liebsten gemeinsam

Die meisten Kleintiere, die wir bevorzugt als Haustiere halten, mögen das Alleinsein gar nicht. Meerschweinchen beispielsweise leben am liebsten in Gruppen von bis zu 20 Tieren zusammen. Besonders harmonisch geht es in einer Gruppe mit mehreren Weibchen und einem Böckchen oder in rein männlichen Gruppen zu. Hat man nicht so viel Platz zur Verfügung, sind die meisten Kleintiere auch als Paar glücklich. Wenn man keinen Nachwuchs haben will, muss das Böckchen allerdings kastriert werden.

Verantwortungsvolle Halter wissen das alles und auch, dass der Mensch niemals Ersatz für den Artgenossen sein kann – egal, wie intensiv er sich kümmert. Aber was, wenn eines der beiden Tiere stirbt? Oder man seine bestehende Gruppe einfach vergrößern möchte? Kann man dann einfach ein neues Tier dazusetzen? Ganz so einfach ist es leider nicht. Doch mit ein wenig Know-how ist die Vergesellschaftung neuer Tiere meistens erfolgreich. Wir zeigen am Beispiel von Meerschweinchen, wie sie gelingen kann.

So verstehen sich Meerschweinchen

Am einfachsten klappt die Integration eines neuen Meerschweinchens, wenn die Tiere noch jung sind. Aber auch ältere Tiere können gut miteinander klarkommen. Mit genauer Vorbereitung und ein paar Tricks können aus Fremden Freunde werden.

So sind Meerschweinchen grundsätzlich bereit, neue Tiere in der Gruppe zu akzeptieren, allerdings muss in jedem Fall erst die Rangordnung geklärt werden, und zwar unabhängig davon, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt. Egal, ob Einzeltiere zusammengeführt oder ein neues Mitglied in eine bestehende Gruppe integriert werden soll: Das erste Treffen sollte immer auf neutralem Boden erfolgen. So haben die alteingesessenen Meerschweinchen nicht gleich das Bedürfnis, den Eindringling aus ihrem Revier zu vertreiben. Am besten bereitet man dafür einen neuen Auslauf vor, und zwar an einer Stelle in der Wohnung oder im Garten, die von den Tieren noch nicht „in Besitz“ genommen wurde. Der Auslauf, der sich beispielsweise mit zusammensteckbaren Gittern abgrenzen lässt, sollte ausreichend groß sein: Ein Quadratmeter pro Tier – besser zwei – ist das Minimum. So fühlen sich die Tiere nicht eingeengt, können sich bei Bedarf aber gut aus dem Weg gehen.

Wichtig sind außerdem mehrere Versteckmöglichkeiten, also ein Versteck pro Tier. Dafür eignen sich zum Beispiel Pappkartons, in die man jeweils zwei Ausgänge schneidet. So können sich die Tiere erst mal aus dem Weg gehen und notfalls aus den Verstecken flüchten, falls sie sich dort bedrängt fühlen. Bieten Sie im Auslauf auch Futter wie beispielsweise Heu sowie Frischfutter in Form von Gemüsespießen an. Platzieren Sie die Futterstellen so, dass auch der Neuankömmling eine Chance bekommt, etwas zu fressen, ohne gleich verjagt zu werden. Es geht dabei nicht nur um die Nahrungsaufnahme: Die Futterspiele dienen auch als Beschäftigung, sodass die Meerschweinchen voneinander abgelenkt werden und die Tiere – sobald sich die erste Aufregung gelegt hat – zur Tagesordnung übergehen können. Auch Wasser darf nicht fehlen.

Werden die Meerschweinchen in den Auslauf gelassen, kann es zunächst ziemlich wild zugehen. Wie gesagt, es muss die Rangordnung neu festgelegt werden, und da gehört es dazu, dass sich die Meerschweinchen dabei gegenseitig jagen, nacheinander schnappen, Klappergeräusche machen und weiteres Imponiergehabe an den Tag legen. Das mag für Außenstehende sehr bedrohlich wirken, ist es aber meistens nicht. Eingreifen muss der Mensch nur, wenn sich die kleine Rangelei über die Rangordnung in eine echte Beißerei verwandelt. Denn auch bei Tieren gilt: Die Sympathie entscheidet. Manche Tiere werden nie miteinander warm, auch das muss der Halter akzeptieren. In den meisten Fällen heißt es aber schon nach sehr kurzer Zeit: Willkommen im Rudel, Fremder.

Übrigens: Auch wenn man Kaninchen und Meerschweinchen in Streichelzoos und ähnlichen Einrichtungen meist in gemeinsamen Gehegen sieht, echte Freunde werden sie nie. Eine gemeinsame Haltung ist nur im Notfall möglich und auch nur dann, wenn es sich um ein sehr großes Gelände handelt. Doch lassen Sie sich nicht davon täuschen, dass die beiden Arten scheinbar friedlich nebeneinander an Löwenzahnblättern kauen: Es handelt sich um eine reine Zweckgemeinschaft.

Vergesellschaftung von Meerschweinchen

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