Der Dokumentarfilm „Tiere und andere Menschen“ erzählt über das gegenwärtige Verhältnis zwischen Mensch und Tier. Regisseur Flavio Marchetti wirft in seinem ersten Kinodokumentarfilm einen zärtlichen Blick auf die Beziehung zwischen Mensch und Tier und einen kritischen Blick auf ein gesellschaftliches System, das die Tiere dahin befördert hat, wo wir sie antreffen.

Das Wiener Tierschutzhaus beherbergt 1.000 tierische Schützlinge, von ausgesetzen Haustieren, konfiszierten Exoten bis zu Wildtieren, die aus ihrem natürlichen Lebensraum verdrängt wurden. Trotz allem aber ist es ein Ort voller Hoffnung, der den Rahmen für eine Vielzahl an beklemmenden wie humorvollen Geschichten bildet. Unmittelbar, ohne wertenden Kommentar begleitet Regisseur Flavio Marchetti die ÄrztInnen und PflegerInnen bei ihrem täglichen Bemühen, verletzte und verstoßene Tiere artgerecht zu versorgen, zu operieren und aufzupäppeln, an ein liebevolleres Heim zu vermitteln oder wieder auszuwildern. Es sind beklemmende wie humorvolle Begegnungen zwischen Mensch und Tier, auf Augenhöhe mit der Kamera ist man versucht, in den entwaffnenden Blicken der Tiere menschliche Wesenszüge zu erkennen. „Sämtliche Tiere reden mit uns. Das Problem ist: wir verstehen sie nicht“, sagt eine Zoologin des Tierschutzhauses. Der Film ist aber mehr als das Porträt einer Institution: „Tiere und andere Menschen“ ist ein Sinnbild für das Mitgefühl als moralischer Wert einer Gesellschaft.

Der Regisseur Flavio Marchetti ist 1980 in Rom geboren und aufgewachsen. Er studierte Rechtswissenschaften und danach Filmproduktion an der Filmakademie Wien. Er war bereits als Kind ein leidenschaftlicher Tiernarr, studierte Tierlexika und konnte nicht genug bekommen von Tierfilmen. Mit sechs Jahren wurde er Vegetarier in einer Familie von Schlachthausarbeitern. Die Familie Marchetti versorgte viele Tiere – Reptilien, Papageien, Vögel, Mäuse, Katzen, Kaninchen, einen Hund und sogar eine Ente. Vieles darüber, was das Mensch-Sein ausmacht, hat Flavio Marchetti zuallererst über den Kontakt mit Tieren erfahren. Ein Zusammenleben mit Tieren bringt einige der großen, menschlichen Themen auf den Tisch: die eigene Macht über ein anderes Lebewesen, die Dichotomien Freiheit und Gefangenschaft, Rechte und Pflichten, Verantwortung und Fahrlässigkeit – alles Themen, die Flavio Marchetti auch in den Fokus von „Tiere und andere Menschen“ stellt.

Der Film läuft ab 13. Oktober in einigen Kinos in Österreich. Mehr Informationen und die Liste der Kinos findest du hier: www.tiere-und-andere-menschen.at