Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Hunden

Gibt es wirklich Verhaltensunterschiede zwischen Hündin und Rüde? Oder ist alles nur eine Frage der Rasse? Die folgenden Fakten sollen dir Antwort auf die Frage geben, ob eine Hündin oder doch ein Rüde besser zu dir passt.
Rüden sollen angeblich rüpelhafter sein, Hündinnen viel verschmuster und gelehriger. Männliche Hunde werden eher aggressiv als weibliche, die dafür eher zu Übergewicht neigen. Gerüchte über geschlechtsspezifische Verhaltensunterschiede bei Hunden gibt es viele und vor allem unerwünschtes Verhalten wird gerne dem Geschlecht zugeschrieben. Viele Verhaltensweisen sind jedoch rassetypisch und ein Großteil resultiert aus der Bindung zwischen Hund und Halter und aus der Erziehung und Haltung der Fellnasen. Natürlich gibt es kleine, aber feine, Unterschiede, die biologisch und genetisch bedingt sind.
Wenn du vor der Entscheidung stehst, ob Rüde oder Hündin, sind sie vielleicht doch das Zünglein an der Waage.

Zwei große Hunde die auf der Wiese gemeinsam spielen Rudel und Revier schützen: Rüden sind zum Chef und Sheriff geboren

In einem Hunderudel sind die Aufgaben ganz klar verteilt, das konnten Wissenschaftler bei der Beobachtung der Sippen deutlich feststellen. Rüden sind im Rudel in der Regel für die Sicherung des Territoriums zuständig. Durch das Absetzen von Kot und Urin und durch Scharren oder Reiben an Gegenständen markieren sie die Grenzen des Reviers. Sie sind wie Zöllner, demonstrieren und kontrollieren die Reviergrenzen, führen Leibesvisitationen bei Einreisenden durch, vergeben Passierscheine – oder auch nicht, registrieren jede Auffälligkeit im Rudelareal und schlagen bei Bedarf Alarm. Rüden schützen mit ihrem Verhalten vor allem die Hündinnen und Welpen, für deren Erzeugung die Rüden selbstverständlich auch noch die Verantwortung tragen. Je nach Rasse sind Hüte- oder Schutztrieb unterschiedlich stark ausgeprägt bzw. durch Zucht forciert und zeigen sich, wie beispielsweise beim Deutschen Schäferhund, auch im Sozialverband mit einem Menschen.

Die Kraft der Hormone: Das Verhalten der Hündinnen hängt vom Zyklus ab

Zwischen dem 6. und 10. Monat setzt die Geschlechtsreife und damit die erste Läufigkeit der Hündin ein, die je nach Größe und Rasse etwa drei bis vier Wochen dauert. In den ersten sieben bis zehn Tagen reifen die Eier, die Hündin uriniert häufiger und signalisiert damit ihren Zustand, findet Rüden aber eher lästig und unsympathisch. Oft sind Hündinnen dann unkonzentrierter, nervöser und gereizter als sonst. Danach beginnt mit dem Eisprung die Paarungsbereitschaft, die eigentliche Hitze, in der die Hündin trächtig werden kann. Circa sechs bis zehn Tage lang dreht sich bei der heißen Dame alles nur um Rüden. Lässt du deine Hündin dann nicht kastrieren, musst du dich also zweimal im Jahr für ein paar Tage damit abfinden, dass du als Mensch total uninteressant bist. Wird die Hündin scheinträchtig, was einige Wochen nach der Hitze passieren kann, kann sie sogar appetitlos, gereizt und ruhelos werden. Natürlich lebt und erlebt jedes Tier den Zyklus anders und anders extrem, auf jeden Fall aber weicht das Verhalten der Hündin in dieser Zeit deutlich von ihrem sonstigen Gebaren ab. Wenn du nicht mit deiner Hündin züchten möchtest, lass dich am besten umfassend über die Vor- und Nachteile einer Kastration vom Tierarzt beraten.