Sommerhitze
Hohe Temperaturen können für unsere Haustiere schnell zur gesundheitlichen Gefahr werden. Mit einigen Tricks kann man für Abkühlung sorgen, damit unsere Lieblinge die heißesten Wochen des Jahres unbeschadet genießen können. Sollte trotzdem einmal der Ernstfall eintreten, gilt es schnell und richtig zu reagieren. Von Isabel Neumeister, NEWS-Tierexpertin
Die meisten Haustiere vertragen Hitze nur schlecht. Da hohe Temperaturen ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko bedeuten können, sollte man als verantwortungsbewusster Tierhalter einige Grundregeln einhalten:
Bei Hitze vermehrt Ruhe. Vor allem in der brütenden Mittagshitze sollte man einen kühlen Ort aufsuchen. Immer ausreichend frisches Wasser zur Verfügung stellen und schattige Rückzugsmöglichkeiten. Käfige von Vögeln und Kleintieren im Sommer, wenn überhaupt, nur kurz am Morgen an ein Fenster stellen. Nicht vergessen, die Sonneneinstrahlung wandert tagsüber. Extrem hitzeempfindlich sind Kaninchen. Ein Sonnenschutz im Freiluftgehege auf dem Balkon oder im Garten reicht nicht aus. Während den heißesten Stunden des Tages die Nager an einem kühlen Ort ausruhen lassen.
Während viele Hunde sich gerne beim Schwimmen erfrischen, sind Katzen generell eher wasserscheue Tiere.
Samtpfoten können schwimmen, jedoch tun sie sich ohne geeigneten Ausstieg meist schwer, selbst aus dem Wasser zu kommen. Schwimmbäder können für die Kätzchen zur lebensbedrohlichen Gefahr werden.
Für eine erfrischende Abkühlung kann man an Kopf, Nacken und im Rückenbereich ein kühles, feuchtes Tuch auflegen. Sofern das toleriert wird.
Besonders belastend für den Kreislauf der Tiere sind starke Temperaturunterschiede.
Vorsicht bei Klimaanlagen, eine zu starke Kühlung ist für die Tiere unnatürlich und kann zu Verkühlungen führen.
Den Haustieren gut durchlüftete Räumlichkeiten anbieten. Allerdings kann ein ständiger Luftzug schädlich sein und Erkältungen hervorrufen. Besonders Katzen und Nagetiere sind hier sehr sensibel. Am Besten ist deshalb kurzes Stoßlüften in regelmässigen Abständen. Achtung bei Ventilatoren hier ist unbedingt auf eine Absicherung der drehenden Rotorblätter zu.
Das Futter sollte in den heißen Sommermonaten mit leichterer Kost angepasst werden, um den Organismus der Tiere nicht zu belasten. Wenig Appetit ist kein Grund zur Sorge. Durch die vermehrten Ruhephasen haben die Tiere einen geringeren Energiebedarf. Es reichen also auch kleinere Portionen aus. Diese sollten auf die kühlen Zeiten des Tages (morgens und abends) gelegt werden. Vorsicht bei Fleisch- und Feuchtfutter, da dieses bei Hitze leichter verdirbt. Es sollte deshalb nicht stehen gelassen werden.
Notfälle erkennen und handeln
Die Symptome eines Hitzschlags sollten rasch erkannt werden. Typische Anzeichen reichen von Erbrechen, Durchfall, Apathie, Hyperventilieren (übermässiges Hecheln) bis zum Schockzustand. Wenn Hunde überhitzen, hecheln und speicheln sie meist sehr stark. Dann heißt es, schnell und richtig handeln:
1. Das Tier umgehend aus der Hitzezone an einen kühlen, schattigen Ort bringen und mit feuchten, kühlen (niemals kalten!) Umschlägen auf Kopf, Hals und Nacken abkühlen.
2. Sanfte Massagen helfen, den Kreislauf wieder anzukurbeln.
3. Rescue-Tropfen (Bachblüten) aus der Apotheke unterstützen die Tiere ebenfalls.
4. Tierarzt aufzusuchen.
5. Nach einer Überhitzung braucht das Tier dann erst einmal ein paar Tage besonders viel Ruhe.
Hot Dogs
Bei zu hohen Temperaturen schaffen es die Tiere nicht mehr, ihre Körpertemperatur zu regulieren und überhitzen. Deshalb sollte man seinem Vierbeiner die brütende Tageshitze unbedingt ersparen. Spaziergänge und sonstige Aktivitäten sollten auf die kühlen Morgen- oder Abendstunden gelegt werden. In den heißesten Stunden darf Bello dafür an einem kühlen Ort ausgiebig rasten.
Absolute Tabuzone im Sommer sind Autos. Das Wageninnere kann sich nach kürzester Zeit auf Temperaturen bis zu 100 Grad erhitzen. Das Fenster einen Spalt weit offen zu lassen oder eine Wasserschüssel bereitzustellen hilft hier nicht mehr. Um einen konstanten Luftzug zu erzeugen sollen alle Fenster inklusive Kofferraum (mit einer Halterung) geöffnet werden. Auch Wasser muss bereit stehen. Sonnenblenden, vor allem an der Windschutzscheibe, verlangsamen das Aufheizen etwas. Trotz aller Vorkehrungen darf das Tier jedoch nur sehr kurze und kontrollierte Zeit im Fahrzeug gelassen werden.
Auch für unterwegs sollte man immer frisches Wasser dabei haben. Pfützen oder abgestandene Teiche eignen sich nicht als Trinkquellen. Bei Hunden, die bei Hitze stark speicheln, ist besonders auf den Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts zu achten.
Hunde mit hellem oder sehr kurzem Fell vertragen die Sonne meist schlechter als ihre dunkleren Artgenossen. Schützen kann man ihre sensible Haut mit einem Sunblocker. Denn auch Hunde können einen Sonnenbrand bekommen. Langes, dichtes Fell kann im Sommer zur Belastung werden, aber auch eine isolierende Funktion haben. Ob der Hund mit einem kurzen Sommerhaarschnitt besser dran ist, ist rasseabhängig und von Hund zu Hund verschieden. Am besten klärt man das mit dem Tierarzt ab.
Der komplette Artikel ist in unserem Fressnapf-Journal Juli/August enthalten, dieses erhälts du in jeder Fressnapf-Filiale.
