Der Trick mit dem Click

Der Trick mit dem Click

Während die meisten selbständigen HundetrainerInnen schon längst mit dem Clicker arbeiten, wehren sich manche „etablierte“ Hundesportvereine noch immer vehement gegen den kleinen Knackfrosch. Dabei ist inzwischen unbestritten, dass die Ausbildung über positive Bestärkung nicht nur funktioniert, sondern auch besonders gute Ergebnisse bringt. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet „positive Verstärkung“: Dein Hund zeigt ein Verhalten, das du als wünschenswert erachtest und bekommt dafür eine positive Reaktion (= Lob, Belohnung).

An sich ist das nicht schwierig. Als aufmerksamer Beobachter wirst du schnell die gewünschten Verhaltensweisen deines Hundes erkennen! Nur am Timing hapert es oft. Wie wir wissen, liegt die Verknüpfungszeit eines Hundes zwischen 1 und 3 Sekunden, je nach Alter und Verfassung. Das heißt, Verhalten und Belohnung gehören für deinen Hund nur dann zusammen, wenn beides innerhalt von 3 Sekunden passiert. Ups!

Und genau dabei hilft dir der Clicker. Als sogenannter Sekundärverstärker wird er zwischen Tat und Belohnung (=Primärverstärker) zwischengeschaltet. Hat der Hund bereits gelernt, dass der Clicker eine Vorankündigung für eine Belohnung ist, markiert das „Click“ „Das, was du gerade tust, ist super!“ und verschafft dir Zeit, nach der Belohnung zu kramen.

Natürlich kannst du das auch mit einem sogenannten „Markerwort“ erreichen. Meiner Beobachtung nach, arbeiten aber die meisten Hundeleute mit dem Clicker in der Hand strukturierter. Dazu kommt, dass das Geräusch des Clickers immer gleich und damit unabhängig von deiner Tagesverfassung oder Laune ist. Außerdem lernen die meisten Hunde besser, wenn wir nicht so viel reden. Und mit dem Clicker zum Feedback-Geben scheint vielen Menschen das ruhige Arbeiten leichter zu fallen.

Ein wesentlicher Vorteil des Clickertrainings ist die Möglichkeit auf Distanz zu bestätigen bzw. in Situationen, in denen der Hund überhaupt nicht auf dich achtet. Beim Gerätetraining ist der Clicker in der Hand einer zweiten Person hilfreich: Während du deinen Hund über das Gerät führst und dich ganz darauf konzentrieren kannst, sieht die zweite Person aus etwas Abstand genau, wann z.B. auch die Hinterhand auf dem Steg ist und markiert dies mit dem Click.

Ein bisschen Lerntheorie und Beschäftigung mit Begriffen wir klassischer und operanter Konditionierung macht es erfahrungsgemäß sehr viel einfacher, erfolgreich mit dem Clicker zu trainieren. Ich empfehle daher unbedingt, einen entsprechenden Kurs oder Workshop zu besuchen. Nicht nur, dass es Spaß macht, im Kreise Gleichgesinnter zu trainieren, erfährt man dort auch allerhand Tricks und Kniffe, die das erfolgreiche Training mit dem Clicker erleichtern.

Viel Spaß bei „Click & Treat“
Karin Immler