Kaninchen – geselige Wackelnasen
Ratgeber Erziehung: kleiner Knigge für Kaninchen
Kaninchen sind schlaue Tierchen und können eine Menge lernen. Wenn du mit Geduld und Konsequenz vorgehst und zudem beim Training auf Belohnungen setzt, kannst du Kaninchen vieles beibringen.
So wird das Kaninchen stubenrein
Es ist gar nicht so schwer, Kaninchen zur Stubenreinheit zu erziehen, ihnen Unarten abzugewöhnen, zum Beispiel, dass sie alles anknabbern, oder auch so manche Tricks beizubringen. Denn Kaninchen sind bestechlich. Eine Tatsache, die sich natürlich enorm unterstützend bei Erziehungsmaßnahmen auswirkt und rasche Erfolge garantiert. Mithilfe von Leckerbissen wie etwa Blättchen frischer Kräuter oder Obst können deine kleinen Schleckermäuler sehr gut zu dem „überredet“ werden, was du von ihnen erwartest. Dies nennen Experten „positive Verstärkung“: Gewünschtes Verhalten wird belohnt. Wichtig beim Training sind folgende Regeln: Gib die Belohnung immer sofort und unmittelbar dann, wenn dein Kaninchen etwas gut gemacht hat. Und gib immer nur ein kleines Häppchen, das gut ins Maul passt.
Die richtige Erziehung
Die Grundvoraussetzung für die richtige Erziehung ist, dass dein Kaninchen seinen Namen kennt. Besonders wichtig ist dies natürlich dann, wenn du mehrere Kaninchen hältst. Dazu rufst du den Namen des Tieres und verbindest ihn mit dem gewünschten Signalwort, zum Beispiel „Komm!“, „Futter!“ oder aber auch „Aus!“ oder „Nein!“. Jedes Mal, wenn das Kaninchen das an seinen Namen verknüpfte Codewort befolgt, wird es sofort danach mit einem Leckerli belohnt. Das Codewort kann auch mit einem akustischen Signal unterstützt werden, zum Beispiel mit Händeklatschen, Schütteln mit der Futterschachtel bzw. Rascheln mit der Tüte oder Klopfen auf einen Gegenstand. Da Kaninchen sehr gut auf akustische Reize ansprechen, ist das ein relativ sicherer Weg zum Erziehungserfolg. Du kannst auch mit dem Clicker arbeiten, wenn dein Tier darauf konditioniert ist! Wenn auf jedes Befolgen des Kommandos ein belohnendes Leckerli folgt, wird es das Kaninchen schnell gelernt haben, auf Befehl zu handeln. Wichtig ist, immer das gleiche Codewort für eine bestimmte gewünschte Handlung zu verwenden, damit das Kaninchen die Verknüpfung von Kommando und Handlung schnell festigen kann.
Geduld und Übung
Grundsätzlich sollte die Toilette immer dort platziert werden, wo die Tiere von sich auch den Platz dafür erwählt haben. Ein paar kanincheneigene Kotkügelchen und ein Küchentuch mit aufgewischten Urinflecken, die hineingelegt werden, zeigen dem Kaninchen, welchem Zweck das „stille Örtchen“ dient. Beabsichtigt das Tier, sich andernorts zu lösen, hilft nur eines: es vorher schnurstracks in die dafür vorgesehene Toilette zu setzen und es dort sofort mit einem Leckerli zu belohnen, wenn es sein Geschäft erledigt. Du musst dein Kaninchen immer genau beobachten: Wenn es muss, dann reagierst du. So klappt es mit ein wenig Geduld und Übung auch mit der Stubenreinheit. Und wenn du dein Tier stubenrein bekommen hast, kannst du mit ihm fleißig weiter lernen – vielleicht habt ihr beide ja auch Lust, den einen oder anderen Trick einzustudieren.
Kaninchenverhalten richtig deuten
Was will mein Kaninchen mir sagen? So mancher Freund der putzigen Hoppler mag schon manchmal ratlos vor seinem Tier gestanden haben, wenn dieses mit dem Kinn gegen das Schlafhaus reibt oder einen tiefen Brummlaut von sich gibt. Dabei ist es gar nicht so schwer, das Verhalten von Kaninchen und Zwergkaninchen richtig zu deuten. Nimm dir einfach ein wenig Zeit, dein Tierchen genau zu beobachten – und du wirst es schon bald besser verstehen!
Kaninchen: eher weniger gesprächig
Kaninchen geben gar nicht so oft Laute von sich, sie sind eher weniger gesprächig. Dieses Erbe haben sie von den Wildkaninchen, die lieber still bleiben, um keine Feinde auf sich aufmerksam zu machen. Ab und an ertönt aber vielleicht doch ein kehliges Brummen von deinem Tier. Und was bedeutet das dann? Dein Hoppler hat schlechte Laune und ist über etwas verärgert. Vielleicht kannst du Abhilfe schaffen.
Angriffsstellung: Wenn es richtig Ärger gibt
So richtig Alarmstufe Rot herrscht dann, wenn dein Kaninchen oder Zwergkaninchen kurz und fauchend brummt und dabei in Angriffsstellung geht: aufgestellter Schwanz, Vorderkörper und Kopf in Absprunghaltung vorgestreckt. Dann bring dich schnell in Sicherheit – das Kaninchen wird nicht lange fackeln und einen Angriff starten. Dieses Verhalten, das das Kaninchen auch Artgenossen gegenüber an den Tag legt, wird dein Tier aber hoffentlich nicht dir gegenüber zeigen, sondern lieber leise mit den Zähnen mahlen. Es zeigt dir damit: Ich bin zufrieden. Achtung, wenn das Kaninchen schrill schreit – dann hat es große Angst. Ein Alarmzeichen ist auch, wenn dein Hoppler mit den Zähnen knirscht: Er leidet unter Schmerzen, und du musst sofort mit ihm zum Tierarzt.
Kopfreiben und Markieren: häufiges Verhalten beim Kaninchen
Reibt eines deiner Kaninchen öfter mal mit dem Kopf gegen Gitterstäbe oder Schlafhäuschen? Dieses Verhalten bedeutet ganz einfach, dass dein Hoppler damit seinen Artgenossen (und vielleicht auch dir) sagt: Das ist meines! Am Kinn sitzt eine Drüse, mit der das Kaninchen seinen Besitz markiert. Überhaupt spielen Duftstoffe eine sehr große Rolle der Langohren: Sie kommunizieren damit und markieren mittels Urin oder Kot ihre Reviergrenzen. Eine Sprache, die Artgenossen verstehen!
Wenn das Kaninchen Männchen macht
Sieht es nicht putzig aus, wenn dein Kaninchen Männchen macht? Es zeigt dir damit sein Interesse und seine Aufmerksamkeit. Außerdem kann es die Lage besser überblicken – und es hört, sieht und riecht alles besser. In der Natur ist dieses Verhalten überlebenswichtig, aber auch im Käfig oder beim Freilauf wird dein Kaninchen oder Zwergkaninchen immer wieder diese ererbten Verhaltensmuster an den Tag legen. Beobachte dein Tier genau – und du weißt besser, wie es ihm geht und welche Bedürfnisse es gerade hat.